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Stricken gegen das Vergessen

Am Samstag strickten Frauen auf dem Rhein, um auf Demenz und Alzheimer aufmerksam zu machen.
Margrith Pfister-Kübler
Peter Burri Follath, Pro Senectute Schweiz, Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft URh, Roswitha Büchel, Initiantin der Strick-Schiff-Idee, und Monika Goldinger, Gastgeberin des URh-Strickanlasses auf der MS Thurgau. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Peter Burri Follath, Pro Senectute Schweiz, Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft URh, Roswitha Büchel, Initiantin der Strick-Schiff-Idee, und Monika Goldinger, Gastgeberin des URh-Strickanlasses auf der MS Thurgau. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Stricken für mehr Akzeptanz. Am Weltalzheimertag riefen Pro Senectute und Alzheimer Schweiz bereits zum zweiten Mal alle Strickfans auf, die schweizweite Kampagne «vollpersönlich» - Stricken gegen das Vergessen, mit Nadeln und Wolle zu unterstützen. Die Bevölkerung zu Demenz und deren Folgen im Alltag zu sensibilisieren, dies ist der Bogen, den Pro Senectute, Alzheimer Schweiz und die URh (Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein) über alles spannt. Zusammen mit über 60 Strickerinnen und einem Stricker fiel am Samstag bei schönsten Spätsommerwetter der Startschuss zur zweiten nationalen Strickaktion.

«Ich bin überwältigt über die grosse Teilnahme, Wir haben deshalb ein Extraschiff, die MS Thurgau, zur Verfügung gestellt»

sagte Remo Rey, Geschäftsführer der URh. Die «Thurgau» startete in Kreuzlingen mit Ziel Stein am Rhein. Dort konnten über 60 Strickerinnen und ein Stricker das historische Städtchen besichtigen und später mit dem Kursschiff «Arenenberg» strickend zurückfahren. «Ich bin erschrocken, als ich hörte, dass das Interesse von Teilnehmern so gross ist, dass die URh ein Extraschiff fahren lassen muss», sagte Monika Goldinger aus Gachnang.

Die ganze Schweiz ist aufgerufen, Tausende von bunten Cupholdern zu stricken. Am 22. Januar 2020 werden die gestrickten Becherhalter schweizweit in Bäckereien, Confiserien, Kiosks, Cafés oder Tankstellen beim Kauf eines «Coffee-to-go» mit einer Infokarte abgegeben.

Peter Burri von Pro Senectute Schweiz, erklärte: «Die Strickgruppen tragen die Kampagne hinaus und das Verständnis für Demenz und Alzheimer greift.»

Die Sensibilisierung für Demenzerkrankte steigt

Zu einem richtigen Netzwerktreffen ist das Strickschiff geworden, freute sich Roswitha Büchel aus Rüthi im Rheintal. Sie hat einst URh-Geschäftsführer Remo Rey ermuntert, ein Strickschiff zu starten. Rey hat die Herausforderung angenommen und mit Pro Senectute und Alzheimer Schweiz alles koordiniert und um das Thema Demenzfreundlichkeit gebündelt.

«Ich brauche keine Therapie - ich muss nur stricken», prangte auf dem T-Shirt des einzigen Strick-Mannes aus Deutschland, einem Mann, der gegen Alzheimer kämpft. Die Lismer-Frauengruppe der ökumenischen Pfarrei Gachnang versprühte Lebensfreude pur:

«Wir lismen für wohltätige Zwecke»

sagte Teamleiterin Beatrice Bianchi. Die Sensibilität steigern für Demenzerkrankte, das wollen auch die Frauen von der «Lisme und Loose-Bibliothek aus Eschlikon-Wallenwil. Freude über die schöne See- und Rheinlandschaft kam dazu.»Du musst nur die Lismete mitnehmen». lautete die Order zu einer Geburtstagseinladung für Daniele Vogel aus Effretikon: «Grandios», riefen die Ladys.

Julia Crüzer, aus Wetzikon, lachte:

«Andere machen Yoga, ich lisme».

Eine nichtstrickende Gruppe Männerriege Bruggen St.Gallen, trieb die Neugier zu den Strickenden. Sie wurden sofort «angelernt». Turner Heinz Lüthi erntete Bravorufe nach drei gestrickten Maschen und wurde mit einer Cremeschnitte belohnt. Die 29jährige Grafik-Designerin Nenia, die täglich von Kreuzlingen nach Zürich mit dem Zug fährt, schwärmt: «Stricken verbindet. Man kommt so mit den Leuten im Zug ins Gespräch.»

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