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Steht die Zukunft der Motocross-WM-Rennen bei Frauenfeld auf der Kippe?

Mitte August starten die weltbesten Motocross-Fahrer beim Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland in Niederwil bei Frauenfeld zum letzten Mal dank einer polizeilichen Ausnahmebewilligung der Thurgauer Kantonsregierung. Bei der Frage nach dem Danach gehen die Meinungen auseinander.
Samuel Koch
Start zum MX2-Rennen auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil im August 2017. (Bild: Andrea Stalder)

Start zum MX2-Rennen auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil im August 2017. (Bild: Andrea Stalder)

Gefährdet ist einzig die ferne Zukunft. Die nahe ist niet- und nagelfest gesichert, wenn es um den Motocross-Grand-Prix (MXGP) of Switzerland von Mitte August auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil bei Frauenfeld geht. Die Ampel für die weltbesten Motocross-Fahrer leuchtet grün auf, seit das kantonale Verwaltungsgericht Ende Mai eine von der Regierung erteilte Bewilligung von WM-Rennen auf dem Landwirtschaftsland von Eigentümer Jörg Herzog bestätigte.

«Das OK steht einstimmig hinter einer Verlängerung des Vertrags.»
Willy Läderach, OK-Präsident MXGP

Willy Läderach, OK-Präsident MXGP. (Bild: Donato Caspari)

Willy Läderach, OK-Präsident MXGP. (Bild: Donato Caspari)

Der Veranstalter hegt die Absicht, den nach drei Jahren auslaufenden Vertrag mit dem Weltmotorradverband FIM und Vermarkter Youthstream zu verlängern – möglichst um drei Jahre bis 2021. «Wir haben im OK einstimmig beschlossen, weitermachen zu wollen», sagt OK-Präsident Willy Läderach, der aktuell durch Europa reist und am Samstag die WM-Rennen im tschechischen Loket besucht. «Wir sind Wunschkandidat für den WM-Kalender 2019, und das gibt uns Zuversicht», freut er sich. Davor hat er sich in Berlin mit FIM- und Youthstream-Vertretern zu unverbindlichen Gesprächen getroffen. Zwar werde noch nichts unterschrieben. «Aber wir wollen mit unserem Team alles dafür tun, dass bei uns auch nach 2018 WM-Rennen stattfinden können», meint Läderach.

An die zwei bisherigen Events, den grössten Motorsport-Anlässen des Landes, strömten bis zu 30000 Besucherinnen und Besucher nach Niederwil. Anwohner setzten sich jeweils wegen Lärms und Gestanks gegen weitere Austragungen zur Wehr. Als eine von vielen Auflagen für einmalige Veranstaltungsbewilligungen des Thurgauer Departements für Justiz und Sicherheit (DJS) musste der Veranstalter nach den Rennen die elf aufgeschütteten Sprünge und sämtliche Tribünenbauten in der Landwirtschaftszone für Kosten von rund einer Viertelmillion Franken wieder zurückbauen. Einzig zwei Sprünge auf Industriegebiet kann er stehen lassen.

Quelle: Bundesamt für Landestopografie/Karte: sand

Quelle: Bundesamt für Landestopografie/Karte: sand

Kontakt mit Behörden ja, aber noch nicht konkret

Ob WM-Rennen in Niederwil auch nach 2018 tatsächlich möglich sein werden, steht noch in den Sternen. Der Thurgauer Regierungsrat jedenfalls hatte sich im Frühling nach Druck von Anwohnern und mehreren Umweltverbänden dazu entschieden, dass für Anlässe in der Grössenordnung des MXGP ab 2019 ein ordentliches Baubewilligungsverfahren für temporäre Bauten ausserhalb der Bauzone vonnöten ist. «Wir hatten immer wieder Kontakt mit den Behörden, aber noch nicht konkret», sagt Läderach. Die politischen Bedingungen sind auch dem OK klar, dass es entweder eine Baubewilligung braucht oder die Gemeinde Gachnang einer Änderung des Zonenplans zustimmen muss. Denkbar sind für das OK eine mögliche Sportzone oder eine temporäre Umzonung. «Wir wollen so wenig wie die Behörden einen definitiven Parcours, sondern nur einen für jeweils ein Rennwochenende pro Jahr», sagt er und will gleichzeitig niemandem vorgreifen. «Zuerst heisst jetzt das Ziel, den MXGP 2018 erfolgreich über die Bühne zu bringen.» Gespräche über die Zukunft stünden erst danach an, «mit Behörden, Anwohnern und den Umweltverbänden».

MXGP Sonntag 2017 (Bild: Andrea Stalder)
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MXGP Sonntag 2017 (Bild: Andrea Stalder)
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MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
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MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
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MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
Frauenfeld TG - MXGP Impressionen vom Samstag Mittag. Im Fahrerlager - Paddock. (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
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Frauenfeld TG - MXGP Impressionen vom Samstag Mittag. Im Fahrerlager - Paddock. (Bild: Andrea Stalder)
MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
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MXGP Samstag (Bild: Andrea Stalder)
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Motocross-GP in Frauenfeld

Gemeinderat und Kanton mit klaren Signalen

Matthias Müller, Gemeindepräsident Gachnang. (Bild: PD)

Matthias Müller, Gemeindepräsident Gachnang. (Bild: PD)

Bei der zuständigen Gemeinde Gachnang, die vor zwei Jahren ein ordentliches Baugesuch für einen Motocross-Parcours auf Empfehlung der Kantonsbehörden abgelehnt hatte, stossen die Pläne für Rennen nach 2018 zwar auf offene Ohren. Gemeindepräsident Matthias Müller unterstreicht aber seine bisherige Haltung vom Herbst 2016. «Eine Umzonung kommt für uns nicht in Frage», sagt er. Eine Zonenplanrevision sei für einen Anlass pro Jahr unverhältnismässig. Zudem rechnet Müller mit Gegenwehr. Einem möglicherweise weiteren Baugesuch des Veranstalters blickt er positiv entgegen. Aber: «Auch wenn der Gemeinderat diesem zustimmen sollte, liegt der Ball beim Kanton als Bewilligungsinstanz für temporäre Bauten ausserhalb der Bauzone.» Allerdings dürfte auch bei diesem Verfahren mit Opposition zu rechnen sein.

«Wir bleiben dabei: Eine Umzonung wird es nicht geben.»
Matthias Müller, Gemeindepräsident Gachnang

Der Kanton übt sich in Zurückhaltung. «Ein Baugesuch liegt in der Federführung des Gesuchstellers», sagt Marco Sacchetti, Generalsekretär des für Baubewilligungen zuständige Departement für Bau und Umwelt (DBU). Einen anderen Weg als über ein ordentliches Verfahren sowie eine Veranstaltungsbewilligung gebe es nach 2018 nicht mehr, darüber sei der MXGP-Veranstalter bereits früher mehrmals informiert worden. Der Kanton stütze sich bei seinen Entscheiden ausschliesslich auf die gesetzlichen Grundlagen im kantonalen Planungs- und Baugesetz und im eidgenössischen Raumplanungsgesetz. Beim DBU in Arbeit ist derzeit einzig der Leitfaden für die zukünftige Handhabung für Bewilligungen von temporären Bauten ausserhalb der Bauzone. «Das Ziel ist, für alle Veranstalter klare Regeln aufzustellen», sagt Sacchetti. Damit soll in Zukunft eine klare Trennlinie gezogen werden, was ausserhalb der Bauzone erlaubt ist und was nicht. Sobald der Leitfaden erarbeitet sei, werde die Regierung ihn öffentlich bekannt geben.

Veranstalter hofft auf Rekordkulisse

Die diesjährige Austragung des MXGP vom 18. und 19. August jedoch tangiert das alles nicht. Seit das kantonale Verwaltungsgericht Ende Mai eine Beschwerde eines Anwohners gegen eine erneute Veranstaltungsbewilligung des DJS abgewiesen hatte, steht den dritten WM-Läufen in Niederwil nichts mehr im Weg. Der Veranstalter erwartet rund 35000 Zuschauer, was einem Zuschauerrekord gleichkäme. «Wir hoffen, dass wir so die Defizite aus den Vorjahren etwas ausgleichen können», meint OK-Präsident Läderach. Der Vorverkauf der Tickets laufe besser als im Vorjahr, habe aber wegen der andauernden Ungewissheit lange Zeit gestockt. Der Parcours mit den aufgeschütteten Sprüngen steht mittlerweile, «wir sind organisatorisch im Endspurt», meint Läderach.

Weitere Infos zum MXGP 2018 vom 18. und 19. August im Internet unter: www.mxgp-switzerland.ch

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