Weiterhin sind drei Thurgauer Standorte für eine Deponie mit belastetem Material im Rennen

Standorte in den Gemeinden Wigoltingen, Kemmental und Homburg eignen sich zur Ablage von Abfällen, bei denen einfache chemische Reaktionen noch möglich sind. Der Thurgauer Regierungsrat schickt erstmals eine kantonale Deponieplanung in die Vernehmlassung.

Sebastian Keller
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Deponie in Kehlhof ist in spätestens zehn Jahren voll.

Deponie in Kehlhof ist in spätestens zehn Jahren voll.

Bild: Andrea Stalder

Gemischte Bauabfälle oder belastetes Aushubmaterial: Solcher Unrat kann im Thurgau einzig auf der Deponie Kehlhof in der Gemeinde Berg abgelagert werden. Doch diese Deponie dürfte in spätestens zehn Jahren voll sein. Ende 2019 waren 91 Prozent verfüllt. Deshalb sucht der Kanton schon seit längerem nach einem Standort für eine neue Typ-E-Deponie. Während einer Übergangszeit bietet der Kanton St.Gallen Hand.

Wie Baudirektorin Carmen Haag bereits im Dezember 2019 sagte, brauche es für einen Standortentscheid auch eine kantonale Deponieplanung. Diese liegt nun vor. Der Regierungsrat schickt den Entwurf in eine externe Vernehmlassung. In den Dokumenten sind auch mögliche Standorte bezeichnet, die bereits im kantonalen Richtplan aufgeführt sind.

Wie das Departement für Bau und Umwelt in einer Mitteilung von Mittwoch schreibt, werde aufgrund der gering anfallenden Mengen die Kombination mit einer Typ-D-Deponie geprüft. In diese Kategorie fallen etwa Schlacke oder gewaschene Asche.

Technische Standorteignung bejaht

In der Deponieplanung finden sich zu den Standorten Bewertungen zur Eignung. Der Deponiestandort Oberes Schlatt befindet sich in der Gemeinde Wigoltingen. Für diesen Standort liegen laut Deponieplanung erste hydrogeologische Untersuchungen vor. Auf dieser Basis könne mit «hinreichender Wahrscheinlichkeit die technische Standorteignung bejaht werden». Dieselbe Aussage gilt auch für den Standort Zelgli in der Gemeinde Kemmental. Für diese liegen sogar «umfangreiche hydrogeologische Untersuchungen» vor.

Aspi in der Gemeinde Homburg ist der dritte mögliche Kandidat für eine Deponie dieses Typs. Dort wird bereits seit 2010 eine Deponie der Typen A und B betrieben. Die technische Standorteignung kann allerdings laut Bericht noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit bejaht werden. Es liegen zwar erste hydrogeologische Untersuchungen vor, allerdings dauern Färbversuche noch an. Der Kanton listet weiter Reservestandorte auf. Sie liegen in den Gemeinden Amriswil, Bussnang, Sommeri und Wigoltingen.

Handlungsbedarf besteht laut der Mitteilung vom Mittwoch auch bei den Deponietypen A und B. In Deponien des Typs A kann beispielsweise unverschmutzter Aushub abgelagert werden. In die Deponieplanung hat der Kanton acht Standorte sowie weitere sechs Reservestandorte für diesen Typ aufgenommen.

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