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Weiterer Anlauf für mehr Kiesabbau in Eschenz

Für den weiteren Kiesabbau im Westen von Eschenz liegt derzeit ein Gestaltungsplan auf, der dritte seit 2014. Doch ebenso wichtig, wie die Gewinnung von lokalem Rohstoff für die Baubranche ist für die Behörden eine saubere Rekultivierung der Gruben.
Stefan Hilzinger
Gemeindepräsident Claus Ullmann zeigt auf den Acker, wo Kies abgebaut werden soll. (Bild: Stefan Hilzinger)

Gemeindepräsident Claus Ullmann zeigt auf den Acker, wo Kies abgebaut werden soll. (Bild: Stefan Hilzinger)

Doch, Claus Ullmann ist zuversichtlich: Diesmal könnte es klappen. Der Eschenzer Gemeindepräsident steht am Rande eines Ackers im Westen der Gemeinde. «Held» heisst der Schlag, wo junge Getreidepflanzen dem nasskalten Winterwetter trotzen.

Wenn unter der Eschenzer Erdoberfläche nicht gerade Funde aus der Kelten- oder Römerzeit schlummern, so sind es Kiesvorkommen. Auch hier, unweit der Grenze zu Stein am Rhein, will die Firma Max Möckli Transporte aus Schlatt Kies abbauen. Noch bis zum 4. Januar liegt der Gestaltungsplan auf der Gemeinde öffentlich auf.

Verbesserung mangelhaft rekultivierter Flächen

Es ist bereits der dritte Anlauf, für den Abbau die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Einen ersten Gestaltungsplan zog die Gemeinde 2015 zurück, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sowie ein Richtplan notwendig wurden. Der Richtplan wurde am 6. März 2017 bewilligt. Die UVP liegt ebenfalls vor.

Es geht bei dem Projekt aber nicht nur um die Gewinnung von rund 220'000 Kubikmeter Kies, sondern auch um die Verbesserung von bereits ausgebeuteter Flächen, die in der Vergangenheit mangelhaft rekultiviert wurden. Die teilweise schon wieder landwirtschaftlich genutzten Flächen sind stellenweise vernässt und liefern schlechten Ertrag. «Die Landschaft soll hier dem Geländeverlauf angepasst und wieder landwirtschaftlich genutzt werden können», sagt Ullmann.

Abbauen und Auffüllen während 15 Jahren

Der Gestaltungsplan ist die Grundlage für die spätere Erteilung einer Baubewilligung. Der Plan hält das genaue Einzugsgebiet von Rekultivierung und Abbau fest. Auch das Prozedere für Abbau und Wiederauffüllen ist beschrieben: So werden immer nur Teilflächen geöffnet, abgebaut und gleich danach wieder aufgefüllt und rekultiviert – das über einen Zeitraum von rund etwa fünfzehn Jahren.

Entscheidend wird die künftige regionale Bautätigkeit sein. «Oberboden und Humusschicht, die über den Gruben abgetragen werden, kommen sogleich bei der benachbarten Rekultivierung zum Einsatz», sagt Ullmann.

Vernetzung für die Kreuzkröten

Angrenzend an das neue Abbaugebiet liegen zwei Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung, in denen unter anderem stark gefährdete Arten wie die Kreuzkröte oder der Laubfrosch leben. Der Abbau stelle aber keine Gefahr für die Amphibien dar, sagt der Gemeindepräsident. «Im Gegenteil: Die beiden Gebiete werden künftig miteinander vernetzt und mit Drainagewasser versorgt sein», sagt Ullmann.

Der Kiesabbau wird Verkehr zur Folge haben. Das verhehlt Ullmann nicht. «Doch Lastwagen haben wir in Eschenz so oder so. Da ist es doch besser, sie kommen aus dem örtlichen Kieswerk, und karren die Ware nicht aus Deutschland heran», sagt er. Für die Abbaurechte enthält die Gemeinde vom Betreiber eine Entschädigung.

Erstes Konzept stammt von 2004

Die Vorarbeiten für einen Kiesabbau in Eschenz West startete 2004 mit der Erstellung eines Konzeptes im Auftrag des damaligen Amtes für Raumplanung und der Gemeinde. 2014 wurde «Eschenz West» in einen Gestaltungsplan überführt und aufgelegt.

Auf Intervention des Departementes für Bau und Umwelt zog der Gemeinderat den Gestaltungsplan im August 2015 zurück, weil das Vorhaben erst die Erstellung eines Richtplanes über den gesamten Eschenzer Kies-Perimeter sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung verlangte.

In der Folge erteilte der Gemeinderat diese Aufträge. Die zweite öffentliche Auflage des Gestaltungsplanes im September 2017 beurteilte das Amt für Raumentwicklung lediglich als Vorprüfung, deren Resultate nun in den aktuellen Gestaltungsplan eingeflossen sind.

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