Weinfelder Stadtrat verzichtet auf Papier und spart Geld

Die Stadtverwaltung setzt auf papierlose Sitzungen. Alleine für die Sitzungen des Stadtrats sind das bis zu 300 Seiten pro Woche.

Sabrina Bächi
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Der Weinfelder Stadtrat an seiner Klausurtagung. Hier noch mit Aktenbergen. Das gehört nun der Vergangenheit an.

Der Weinfelder Stadtrat an seiner Klausurtagung. Hier noch mit Aktenbergen. Das gehört nun der Vergangenheit an.

(Bild: PD)

Vorreiter sind sie keine. Eher Zuwarter. Zumindest in diesem Bereich. Die Stadt stellte anfangs Jahr auf papierlose Sitzungen um. Was für die Stadträte in Weinfelden ein Novum ist, kennen andere Thurgauer Städte schon längst. «Wir haben schon öfter im Stadtrat darüber diskutiert», sagt Reto Marty, Weinfelder Stadtschreiber.

Doch die Stadtratssitzungen seien in Weinfelden sehr effizient und deshalb wollte man nicht grad sofort alles über den Haufen werfen. Zudem, gibt Marty zu bedenken, passiere so eine Umstellung nicht von heute auf Morgen.

Seit Beginn des Jahres führt der Stadtrat seine Sitzungen papierlos durch. «Grundsätzlich arbeiten wir darauf hin, dass mittelfristig alle Sitzungsführungen papierlos sind», sagt Marty. Bei etwa 20 Kommissionen sei das nicht wenig.

Jederzeit auf die Unterlagen zugreifen

Vorerst wird in zwei Wochen ein erstes Resümee gezogen, wie der Stadtrat die neue Art der papierlosen Sitzungen empfindet. Doch was genau ist nun anders? «Bisher verschickten wir jeden Freitag das Vorprotokoll und die notwendigen Akten für die wöchentliche Sitzung des Stadtrats. Etwa Baupläne, die teilweise natürlich viel Papier brauchen. Diese Unterlagen werden neu auf eine Online-Plattform gestellt», sagt Marty.

Der Vorteil: Die Stadträte können jederzeit und von überall die Unterlagen einsehen. Eine Volltextsuche ermöglicht zudem einfaches Suchen nach Stichwörtern. Und: «Die Unterlagen sind viel länger verfügbar und sauber geordnet.»

300 Seiten pro Woche einsparen

Auch die Kommunikation mit anderen Ämtern findet künftig nur noch papierlos statt. Beispielsweise bei Baubewilligungen. Das bedeutet zu Beginn etwas mehr Arbeit wegen des Einscannens der Unterlagen, auf lange Sicht jedoch eine Erleichterung, sagt der Stadtschreiber.

Über den Daumen gerechnet schätzt Marty, dass pro Sitzung etwa 300 Seiten Papier eingespart werden können – und damit auch entsprechend viel Geld.

«Aufs Jahr können wir ungefähr 29 Pack Papier à 500 Seiten einsparen.»

Stadtpräsident Max Vögeli findet, dass die Umstellung gut geklappt hat. «Ich persönlich muss mich allerdings noch daran gewöhnen am Bildschirm zu lesen. Das Programm ist sehr benutzerfreundlich.»

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