Weinfelder Schulhaus muss Türen motorisieren, weil sie zu schwer sind

Im Schulhaus Elisabetha Hess sind die Türen zu schwer für die Schüler. Nun werden Motoren eingebaut.

Sabrina Bächi
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Diese Schülerin muss sich richtig ins Zeug legen, um die schwergängige Tür zum Schulhaus Elisabetha Hess aufziehen zu können.

Diese Schülerin muss sich richtig ins Zeug legen, um die schwergängige Tür zum Schulhaus Elisabetha Hess aufziehen zu können.

(Bild: Mario Testa)

Wenn es nach der Pause klingelt im Elisabetha-Hess-Schulhaus, steht für die Schülerinnen und Schüler ein kleiner Kraftakt an. Die Türe ins Schulhaus ist nämlich für die Kinder viel zu schwer. Gerade die Kleinen können die Eingangstüre kaum öffnen.

Peter Büchel, Mitglied der Baukommission

Peter Büchel, Mitglied der Baukommission

(Bild: PD)

Die Primarschulbehörde hat auf diesen Missstand reagiert und die Motorisierung der Eingangstüren in Auftrag geben. Rund 20000 Franken kostet das die Schulbürger, welche an der Budgetversammlung diesbezüglich informiert wurden. Die Frage nach einem Planungsfehler wurde laut. Peter Büchel, Mitglied der Baukommission Elisabetha Hess und von Beruf Architekt, gibt Entwarnung:

«Es ist kein Planungsfehler.»

Türen seien eine sehr diffizile und komplexe Angelegenheit. Gerade sogenannte Klimatüren, die nach draussen führen, seien sehr anspruchsvoll. «Man kann vorher nie abschätzen, ob eine Türe für die Schüler zu schwer ist oder nicht. Das hat unter anderem auch mit dem Wind zu tun», sagt Büchel. Sog oder Wirbel zwischen den Gebäuden können das Öffnen von Türen erschweren.

Minergie-A-Standard macht grosse Türen nötig

Hinzu kommt, dass das Elisabetha-Hess-Schulhaus im Minergie-A-Standard gebaut wurde. Es ist entsprechend wichtig, dass die Türe formstabil, gut gedämmt und dicht ist, um die Temperatur im Innern des Gebäudes zu halten. Des Weiteren muss eine Türe sicher ins Schloss fallen, wenn sie zugeht. «Dafür muss der Anpressdruck genügend hoch sein, was es unter Umständen schwerer macht, die Türe zu öffnen.»

Ausserdem muss die Eingangstüre beim Schulhaus die Fluchtwege gewährleisten und ist entsprechend gross. «Wir haben schon von Anfang an dafür gesorgt, dass man im Nachhinein die Türen motorisieren kann, falls sie zu schwer sind», sagt Büchel. Nach dem Umbau sollten die Türen aufschwingen, wie es etwa beim Rathaus der Fall ist. «Bei so einem System kann es natürlich auch sein, dass es ‹bökelet›, und das ist dann mühsam. Ich vertrete deshalb die Auffassung: Motorisierung andenken und vorbereiten in jedem Fall – Nachrüsten wenn nötig.»

Schliesslich gebe es andere Schulhäuser, in denen es auch ohne Motor funktioniere, gibt er zu bedenken.

Der Hauswart hat es bemerkt

Schulleiterin Eva Noger sagt auf Anfrage, dass die Türen vor allem für die jüngeren Schüler zu schwer sind. «Während der Stürme war es noch schwieriger, die Türen zu öffnen. Aber auch davor hatten einige Kinder Mühe», sagt sie. Der Schulabwart habe sie auf die Situation aufmerksam gemacht, sagt Noger.

Mit der Behörde hätte man dann entschieden, das Türöffnen für die Kinder zu erleichtern. «Wenn wir schon die Möglichkeit dazu haben, machen wir das auch.»