«Ein klares Verdikt»: Die Weinfelder sagen Nein zum Stadtbus

Mit 63 Prozent Nein-Stimmen lehnen die Weinfelder Stimmbürger den fünfjährigen Versuchsbetrieb eines Stadtbusses klar ab.

Sabrina Bächi
Drucken
Teilen
Die Gegner des Stadtbusses freut's: Mit 63 Prozent Nein-Stimmen gehen sie als Gewinner aus der Abstimmung hervor.

Die Gegner des Stadtbusses freut's: Mit 63 Prozent Nein-Stimmen gehen sie als Gewinner aus der Abstimmung hervor.

(Bild: Reto Martin)

Seit Jahren beschäftigt das Thema Orts- oder neuerdings Stadtbus die Weinfelder Politik. Nun ist es klar: Die Stimmbürger wollen keinen Bus, der im 20-Minuten-Takt durch die Stadt fährt. «Mit diesem Konzept wollen es die Weinfelder nicht», präzisiert Martin Müller, Co-Präsident vom Pro-Komitee. Er sei sehr enttäuscht über das Resultat der Abstimmung, es sei jedoch von Anfang an komisch gewesen, dass der Stadtrat ein Konzept erarbeitet, «das er dann nicht einmal unterstützt».

Nur 1315 Stimmbürger sagen Ja

Die Abstimmung in Zahlen

Bei einer Stimmbeteiligung von 50,3 Prozent sagten 2245 Bürger Nein zum Ortsbus-Konzept. Das entspricht 63,1 Prozent Nein-Stimmen für das Kreditbegehren von 5,3 Millionen für die Versuchsphase von fünf Jahren. 1315 Stimmbürger oder 36,9 Prozent sagten Ja zum Hybridbus. Der Zusatzkredit (1,7 Millionen) wurde mit 75 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Dieser Kredit wäre für einen Elektrobus-Versuchsbetrieb gewesen. (sba)

Das Resultat gelte es jedoch zu akzeptieren, sagt Susanna Brüschweiler, Co-Präsidentin des Pro-Komitees. «Das Thema Stadtbus ist damit für den Moment vom Tisch.» Die finanzielle Belastung, widersprüchliche Argumentationen dazu und die fehlende Unterstützung vom Stadtrat machen die Befürworter als Gründe für die Niederlage aus.

Respekt für den Einsatz der Befürworter

Über die hohe Stimmbeteiligung freuen sie sich jedoch. «Wir haben alles gegeben und können stolz auf unsere Arbeit sein», sagt Brüschweiler. Das Engagement der Befürworter blieb auch den Gegnern nicht verborgen. «Die Kampagne der Befürworter mit den Testbetrieben im Januar und dem Podium sind sehr beeindruckend», sagt Markus Schönholzer, Co-Präsident des Kontra-Komitees. Die Weinfelder scheinen jedoch nüchtern abgestimmt zu haben, mutmasst er. Schönholzer hält fest:

«Wir sind überhaupt nicht gegen den öffentlichen Verkehr, das ist ein sehr wichtiges Thema.»

Es gelte nun zu analysieren, wie die Bedürfnisse der Bevölkerung bezüglich Mobilität aussehen, mögliche Schwachstellen zu beheben und auf dieser Grundlage das Thema weiter zu verfolgen.

Eschenmoser ist erleichtert

Stadtpräsident Max Vögeli freut sich über das Resultat: «Es ist ein klares Verdikt und Entscheide vom Volk sind sowieso das Beste, weil es dann klar ist, was es will.» Das Thema Mobilität bleibe jedoch aktuell und die hohe Stimmbeteiligung sei eine Aufforderung, dass der ÖV weiterhin verbessert werde.

Der zuständige Stadtrat Hans Eschenmoser ist über die Deutlichkeit des Resultats überrascht. «Ich bin erlöst», sagt er. Es war ein langer Weg, nun sei die Akte erledigt, sagt er.

Mehr zum Thema