Weinfelder Rockband kann die «bandXost»-Qualifikation in Frauenfeld für sich entscheiden

Sechs Bands haben am Samstagabend im Eisenwerk um den Finaleinzug bei «bandXost» gespielt. Um den Favoriten des Publikums zu ermitteln, benötigt der Moderator ein Dezibel-Messgerät.

Christof Lampart
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Das Frauenfelder Trio The Pigeons wagt sich am Samstagabend erstmals mit eigenen Liedern auf die Bühne.

Das Frauenfelder Trio The Pigeons wagt sich am Samstagabend erstmals mit eigenen Liedern auf die Bühne.

Bild: Andrea Stalder

Mit ihrem gradlinigen Rock sorgen sie für einen Adrenalinschub am Ende des Konzertabends: die Combo We are Troublemaker aus Weinfelden, welche sich aus Lead-Sänger Davide Formica, Gitarrist Gabri­ele Muscaritolo und Drummer Tiago Monteiro zusammensetzt.

Sie tritt am Samstagabend im Eisenwerk als letzte auf – und kann die «bandXost»-Qualifikation für sich entscheiden. Dies, nachdem zuvor doch eher ruhige Klänge die insgesamt sechs Auftritte, welche jeweils eine Viertelstunde dauerten, dominierten. Songs, die mal mit funkigem Sound (Maltschik), mal mit knackigem Beat unterlegten Harfenpop (Saitensprung) oder einem frechen Groove aufwarten, der sich aus einem Mix aus Soul und Jazz speist (Apatan).

Erfreulich ist, dass viele Bands ihrer Leidenschaft, vor Publikum aufzutreten, mit eigenen Songs frönen. Das musikalisch etwas sperrig, dafür auch sehr kreativ wirkende Frauenfelder Trio The Pigeons, wagt sich laut Moderator Dario Cantieni sogar erstmals mit eigenen Liedern auf die Bühne.

Die Wiler Band Maltschik spielt funkigen Sound.

Die Wiler Band Maltschik spielt funkigen Sound.

Bild: Andrea Stalder

Sympathisch und ein wenig durchgeknallt

Am meisten Mitsingpotenzial bringt der Amriswiler Silvio Santapaola, setzt er doch als einziger voll und ganz auf Klassiker der Unterhaltungsmusikindustrie wie Pink Floyds «Another Brick In The Wall» oder Dire Straits’ selbstironische, Musik gewordene Beschreibung eines grauen Musikeralltags «Sultans Of Swing». Stets motiviert, manchmal ein wenig durchgeknallt, aber dabei immer sympathisch – die Macher von «bandXost» hatten bei der Bandzusammenstellung des Abends ein gutes Näschen bewiesen.

Genaugenommen wird an der Qualifikation die Basis für zwei Entscheidungen gelegt. Während sich eine Fachjury eifrig Notizen macht, anhand derer sie erst nach dem Abschluss aller neun BandXOst-Qualifikationsabende entscheidet, welche acht Bands zum Finale in der St.Galler Grabenhalle auftreten werden, kürt das Publikum den Tagessieger. Cantieni spornt die Konzertbesucher an:

«Dafür müsst ihr dann möglichst laut klatschen. Und wer eine Maske aufhat, darf auch ganz laut schreien.»

Gesagt, geschrien. Dabei fällt positiv auf, dass keine Band in der Gunst der Zuhörerinnen und Zuhörer abfällt. Allein vom Hören her ist es unmöglich, zu entscheiden, ob es am Ende Saitensprung oder We are Troublemaker geschafft hat, bei der Publikumsgunst obenaus zu schwingen. Da ist es gut, dass sich der Moderator auf die unbestechlichen Dienste eines Dezibelmessgerätes verlassen kann.

Für alle steht jedoch – und das ist ganz klar spürbar – noch etwas anderes im Vordergrund: nämlich die Freude, trotz Corona wieder auftreten zu können.

«Es ist geil, heute wieder einmal vor Publikum spielen zu können– was ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.»

So äussert sich Apatan-Sängerin Lea von Mentlen – und dürfte damit allen Auftretenden aus dem Herzen gesprochen haben.

Acht treten im Final auf

Vom 26. September bis 7. November finden im Rahmen von «bandXost» neun Qualifikationskonzerte statt. An diesen stehen der persönliche Erfolg der Musiker, die Teilnahme und der erfolgreiche Bühnenauftritt im Vordergrund. Jeder Act hat 15 Minuten Zeit für seinen Auftritt. Das Publikum wählt an jeder Qualifikation seine Lieblingsband, welche dadurch Material fürs Probelokal gewinnen kann. Die acht besten Bands aus allen Vorausscheidungen (Juryentscheid) treten im Final am 28. November in der St. Galler Grabenhalle auf. (red/art)

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