Interview
Weinfelder Regisseur dreht einen Kinofilm über Schweizer Wanderwege

Für seinen Kinofilm «Chumm mit» bewandert der Thurgauer Daniel Felix die Schweiz. Der Film kommt im Februar 2021 in die Kinos. Für Felix ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit.

Svenja Rimle
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Filmemacher Daniel Felix beim Dreh von «Chumm mit». (Bild: PD)

Filmemacher Daniel Felix beim Dreh von «Chumm mit». (Bild: PD)

Sie arbeiten momentan an einem Film über das Wandern in der Schweiz. Dieser soll im Februar 2021 in die Kinos kommen. Worum
geht es?

Daniel Felix: Im Film «Chumm mit» hat jeder Kanton der Schweiz 90 Sekunden Zeit, seine schönsten Wanderwege zu präsentieren. Diese Wanderungen führen wir gemeinsam mit den Einheimischen durch, die sich dort auskennen. Wir zeigen den Zuschauern die schönsten Landschaften und Aussichten unseres Landes.

Haben Sie bereits eine klare Vorstellung davon, wie der Film werden soll?

Ja. Wir haben so viel wie möglich im Voraus geplant und haben ein fixes Drehbuch, an das wir uns auch halten. Ich bin bei diesem Projekt der Regisseur und der Kameramann. Ohne einen festen Plan wäre es schwierig, alles unter Kontrolle zu haben.

«Bei den Wanderungen gibt es aber auch oft ungeplante Situationen und Überraschungen.»

Es ist also ein Gemisch aus Vorbereitung und Spontanität.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Wanderfilm zu machen?

Diese Idee hatte ich bereits vor über 15 Jahren. Ich wandere sehr gerne und die Möglichkeiten dazu sind in der Schweiz einmalig. Wir haben in unserem Land 66'000 Kilometer Wanderwege. Leider können wir im Film nur einen kleinen Teil davon zeigen.

Man konnte sich auf Ihrer Website anmelden, um gemeinsam mit Ihnen zu wandern und somit Teil des Films zu werden. Wie war es für Sie, mit fremden Menschen unterwegs zu sein?

Das war eine sehr schöne Erfahrung. Die Menschen waren zu Beginn oft ein bisschen verhalten. Meistens entwickelten sich während der Wanderung aber richtig gute Gespräche.

«In manchen Kantonen kamen nur wenige Leute, in anderen waren wir eine grosse Gruppe.»

Ich habe bei den Dreharbeiten ganz unterschiedliche Persönlichkeiten kennen gelernt. Viele tickten ähnlich wie ich. Manche waren alt, manche waren jung. Man spürte es richtig: Der Schweizer geht wandern.

Gab es bei den Dreharbeiten Schwierigkeiten?

Die Wanderung in meinem Heimatkanton Thurgau konnten wir leider aufgrund von Hochwasser und schlechtem Wetter nicht durchführen. Diese werden wir aber im nächsten Jahr nachholen. Ansonsten gab es keine Schwierigkeiten, da wir so gut vorbereitet waren. Es war nur sehr anstrengend, immer das ganze Dreh-Equipment mitzuschleppen. Am Abend waren wir alle immer sehr müde und erschöpft. Wir waren drei Wochen lang jeden Tag auf Achse. Es war zwar eine anstrengende, aber auch eine schöne Arbeit.

Das Team kontrolliert die Filmaufnahmen in der Altstadt von Weinfelden. (Bild: PD)

Das Team kontrolliert die Filmaufnahmen in der Altstadt von Weinfelden. (Bild: PD)

Was bedeutet Ihnen das Wandern?

Wandern ist für mich Erholung pur. Ich gehe viel lieber wandern, als dass ich in den Strandurlaub fliege. Immer wenn ich Zeit finde, gehe ich wandern. Für mich ist das ein Tapetenwechsel. Dabei spielt mir auch das Wetter keine Rolle. Die Wanderungen bei aussergewöhnlichen Wetterverhältnissen sind jene, die in Erinnerung bleiben. Es macht mir nichts aus, wenn ich mal nass werde.

Wo wandern Sie am liebsten? Als Weinfelder doch bestimmt im Thurgau oder?

Tatsächlich wandere ich sehr gerne im Thurgau. Aber auch der Alpstein hat es mir angetan. Ich gehe sehr gerne auf den Säntis und nehme dann die Bahn zurück ins Tal.

Was macht das Wandern in der Schweiz so einzigartig?

Man kann einfach überall durchgehen. Es ist nicht wie in den USA, wo viele Gebiete privatisiert und abgesperrt sind. Ausserdem sind unsere Wanderwege in einem sehr guten Zustand. Und die Schweiz ist auch extrem vielfältig. Wir haben Seen, Berge und Wälder und wir sehen bei einer Wanderung nie während einer längeren Zeit die gleiche Landschaft.

Wen möchten Sie mit dem Film ansprechen?

Leute, die gerne wandern. Das können Familien sein, aber auch ältere und ganz junge Menschen sowie Touristen. Die Zielgruppe ist extrem gross.

Was möchten Sie mit diesem Film bewirken?

Ich will, dass die Leute das Kino verlassen und sagen: «Das war schön.» Sie sollen eine gute Zeit haben. Ich habe auch andere Dokumentarfilme gedreht, die teilweise etwas schwerer waren. Dieser Film soll aber einfach nur etwas Schönes sein.

Welches Adjektiv beschreibt «Chumm mit» am besten?

Das Wort «spannend» charakterisiert den Film meiner Meinung nach sehr gut.

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