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Glosse


Weil’s halt so schön ist, das Dauerparkieren in Münchwilen und Eschlikon

Südsicht auf blockierte Parkplätze im Hinterthurgau und auf Anglizismen im Allgemeinen.
Olaf Kühne
Olaf Kühne(Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne
(Bild: Peter Pfistner)

Gut, gibt’s im Thurgau Frühenglisch. Oder war’s Frühfranzösisch? Egal. Irgendeine Fremdsprache halt. Heute jedenfalls schlagen wir uns mit dem Englischen rum. Dem begegnen Pendler derzeit nämlich recht häufig. Damit sie eben nicht pendeln müssen, denken Aadorf, Eschlikon und Münchwilen über sogenannte Coworking Spaces nach. Für Nichtfrühverenglischte: Das sind Büros, in denen man mit Wildfremden über die Kollegin ablästern kann, die grad auf der Toilette ist.

Hat man darauf keine Lust und will lieber weiterhin täglich mit dem Zug nach Zürich fahren und – weil’s halt so schön ist – wenigstens bis zum heimischen Bahnhof das Auto nehmen, stehen in Sirnach, Eschlikon und Aadorf sogenannte «Park&Ride»-Parkplätze zur Verfügung. Genau genommen heissen die Dinger bei den SBB «Park&Rail». Weil’s mehr nach Bahn tönt. Aber wenigstens auch englisch ist. «Ride» tönt mehr nach Cowboy und ist deshalb lustiger.


Von Münchwilen fährt kein Zug nach Zürich. Deshalb gibt’s im Hinterthurgauer Bezirkshauptort auch keine «Park&Ride»-Plätze. Dafür ganz viel weisse Parkplätze. Deren Benutzung war schon bis anhin zeitlich limitiert. Auf vier Stunden oder so. Hat aber niemanden wirklich interessiert.

Und so kam es, dass man zwar von Münchwilen per Bahn nur nach Wil, Wängi, Matzingen und Frauenfeld kommt, sich aber trotzdem genug laufunfreudige Pendler fanden, die mit ihrem Göppel aus den angezeigten vier Stunden einen ganzen Tag machten. Schliesslich bezahlt man ja Steuern, der Parkplatz gehört einem also eh schon. Irgendwie.

Trotz diesem Besitzanspruch: Die Gemeinde verkürzt die Parkzeit nun auf zwei Stunden. Steht im Amtsblatt. Ganz ohne Anglizismen. Die kommen erst wieder ins Spiel, wenn die Münchwiler Parkplätze Kunden der lokalen Hairstylistin zur Verfügung stehen.

Oder wenn wir uns in Eschlikon umsehen. Dort gibt’s nämlich nebst den «Park&Ride»- auch «Kiss&Rail»-Plätze. Kein Scherz. 15 Minuten lang darf man dort ... na, Sie wissen schon. Klar, eine Viertelstunde reicht auch für mehr als nur Küssen. Aber wo wir es uns bisher verkneifen konnten, wollen wir nicht zum Schluss doch noch unter die Gürtellinie rutschen. Nicht, dass nach dem Frühfranzösischen auch noch die Sexualkunde unter Beschuss gerät.

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