Weihnachtszeit
«Kein Corona», «weniger Nebel», «ein schöner Weihnachtsbaum»: Diese Wünsche wurden im Aadorfer Adventsfenster platziert

Jeden Tag öffnete sich in Aadorf ein Adventsfenster. Jenes der «Worklounge» im geteilten Büro an der Morgentalstrasse 24 weckte besondere Aufmerksamkeit.

Kurt Lichtensteiger
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Das Adventsfenster der Aadorfer «Worklounge» nimmt Wünsche digital entgegen.

Das Adventsfenster der Aadorfer «Worklounge» nimmt Wünsche digital entgegen.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Manche Erwachsene mögen sich noch an frühere Zeiten erinnern, als sie ihre Weihnachtswünsche fein säuberlich auf einem Zettel formulierten, vielleicht mit einer Zeichnung ergänzten und dann über Nacht auf dem Fenstersims deponierten. In der stillen Hoffnung, das Christkind möge den Wunschzettel in den Himmel tragen, damit die Begehrlichkeiten am Heiligen Abend in Erfüllung gehen würden. Ein Brauch, der die Kinderherzen jeweils höherschlagen liess.

Geprägt von digitalen Errungenschaften, mag heute solches Gebaren weitgehend der Nostalgie angehören. Nicht aber die Sehnsucht nach Erfüllung von Wünschen und Hoffnungen, besonders befeuert in dieser herausfordernden Zeit. Das nutzte der Verein Co-Working-Space im geteilten Büro an der Morgentalstrasse 24, um mit ihrem Adventsfenster die Leute zum Mitmachen und Nachdenken anzuregen. Und zwar via ihre Website «wunsch.app», auf der die Besucher ihre Wünsche und Hoffnungen interaktiv ausformulieren konnten. Dasselbe funktionierte auch vor Ort. Durch ein Adventsfenster, bestückt mit zwei Aktenschränken, einem Quittungsdrucker und weihnachtlichem Zierrat, konnte man einen QR-Code scannen – wahrlich eine innovative Art, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Wünsche und Hoffnungen

Nicht erstaunlich, dass am Montagabend im «Co-Working-Space», wo ansonsten Coworker ganztägig oder stundenweise vor dem Computer sitzen, erhöhte Emsigkeit herrschte. Das Adventsfenster lockte denn auch eine Mutter mit ihrem zwölfjährigen Sohn zum Mittun. Dieser wünschte sich einen jungen Hund zu Weihnachten. «Das geht nicht, du kannst nichts Materielles, sondern nur Ideelles wünschen», mahnte ihn die Mutter. Der Sechstklässler entgegnete:

«Dann wünsche ich eben gute Gesundheit.»

Er eröffnete damit den Reigen einer längeren Liste von Wünschen, die innerhalb weniger Sekunden im Adventsfenster erschienen und auf Quittungspapier ausgedruckt wurden. Nachstehend davon eine lesenswerte Auswahl an Befindlichkeiten unserer Tage:

Neben mehrfach Erwähntem «Kein Corona» waren «Weniger Nebel», «Ein schöner Weihnachtsbaum, der ganz mir gehört», «Viele schöne Stunden mit der Familie», «Zufriedenheit», «Ich wünsche mir eine Drohne», «Ich mir eine Zipfelmütze» und etwa «Ferien auf einer einsamen Insel» zu lesen.

Die Wünsche können hier nachgelesen werden.

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