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Weichen bei Frauenfelder Quartier Lüdem sind wegen Einsprachen von Anwohnern weiterhin auf Eis gelegt

Wegen fünf Einsprachen verzögert sich der Bau der Kreuzungsstelle der Frauenfeld-Wil-Bahn bei der Haltestelle Lüdem in Frauenfeld seit Jahren. Jetzt soll es eine Lösung geben, wie das Bundesamt für Verkehr mitteilt.
Samuel Koch
Bei der Haltestelle Lüdem sollen sich Wiler-Bähnli zukünftig kreuzen können, was im Quartier nicht gut ankommt.Bild: Reto Martin

Bei der Haltestelle Lüdem sollen sich Wiler-Bähnli zukünftig kreuzen können, was im Quartier nicht gut ankommt.Bild: Reto Martin

Sie denken nicht daran, aufzugeben. Mehrere Anwohner der Haltestelle Lüdem am südlichen Stadtrand Frauenfelds setzen sich seit Jahren gegen die Pläne der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) zur Wehr. «Ich kämpfe um die Zukunft meiner Kinder und Enkelkinder», sagt Ursula Stähelin, die sich seit 2012 in juristischen Auseinandersetzungen mit den FWB-Verantwortlichen befindet.

Zunächst monierte sie das laute Gebimmel einer Glocke beim Bahnübergang. Beim neuen «Pièce de résistance» handelt es sich um die seit knapp zwei Jahren geplante Kreuzungsstelle bei der Haltestelle Lüdem, mit welcher die Kompositionen der Wiler-Bähnli in Zukunft noch näher an den Wohnhäusern vorbeirollen würden.

Wieder gruppierten sich die Gegner und reichten Einsprachen beim Bundesamt für Verkehr (BAV) in Bern ein. Stähelin meint:

«Seit einem Jahr ist es still geworden, wir haben seit dem Absenden unserer Einsprache nie mehr etwas gehört.»

Sie zeigt sich enttäuscht. Selbst der Vorschlag für Lärm- oder Sichtschutzwände sei von den Verantwortlichen lapidar als «zu teuer» abgetan worden. «Andere in unserem Quartier haben ihr Haus verkauft und sind weggezogen», meint Stähelin. Für sie und ihre Familie komme das jedoch definitiv nicht in Frage.

Planungssicherheit für Frauenfeld-Wil-Bahn fehlt

Thomas Baumgartner, Direktor der Frauenfeld-Wil-Bahn. (Bild: Ralph Ribi)

Thomas Baumgartner, Direktor der Frauenfeld-Wil-Bahn. (Bild: Ralph Ribi)

Insgesamt sind beim BAV noch fünf Einsprachen hängig, wie der zuständige Mediensprecher Michael Müller bestätigt. Deshalb musste die FWB von ihren ursprünglichen Plänen abrücken, die Bahnstrecke im Sommer 2020 für die Umbauarbeiten für drei Wochen zu sperren, wie FWB-Direktor Thomas Baumgartner kürzlich mitgeteilt hat. Auf Anfrage sagt er:

«Die nötige Baubewilligung wurde bisher nicht erteilt, womit die Planungssicherheit für den Umbau im Jahr 2020 fehlt.»

Deshalb haben die Verantwortlichen entschieden, die Totalsperre auf 2021 zu verschieben. Den Inhalt der fünf Einsprachen will Baumgartner indes nicht kommentieren. Es handle sich um «altbekannte Themen», um Lärm, Sichtschutz, Sicherheit oder auch Verhandlungen mit Landeigentümern. Zudem sieht Baumgartner zum jetzigen Zeitpunkt das BAV als zuständige Instanz in der Handlungspflicht.

Demnächst finden Gespräche statt

Die voraussichtlich ab 2026 geplante Fahrplanverdichtung sei nicht allein von der Kreuzungsstelle Lüdem abhängig. «Es braucht auch noch die Kreuzungsstelle in Jakobstal», meint Baumgartner. Letztere sei bis ins Jahr 2025 terminiert. Die Kreuzungsstelle Lüdem bezeichnet der FWB-Direktor deshalb als ersten Schritt in diese Richtung.

Spätestens bis ins Jahr 2023 müsse in Lüdem ohnehin etwas passieren, andernfalls kann die FWB die Vorgaben gemäss Behindertengleichstellungsgesetz nämlich nicht einhalten. «Wir sind guter Dinge, dass wir die Kreuzungsstelle Lüdem im Jahr 2021 realisieren können», meint Baumgartner.

Laut BAV-Sprecher Michael Müller werden wegen der fünf hängigen Einsprachen demnächst Gespräche stattfinden, «so dass wir davon ausgehen, dass das Plangenehmigungsverfahren beziehungsweise die Baubewilligung voraussichtlich im ersten Quartal 2020 erteilt werden kann».

Takterhöhung ab 2026

Im Rahmen des Bahnausbauschritts 2035 hat der Nationalrat im Juni beschlossen, insgesamt 12,9 Milliarden Franken in die Bahninfrastruktur zu investieren. 24 Millionen davon fliessen zur Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB), die ihre Züge während der Hauptverkehrszeiten voraussichtlich ab dem Jahr 2026 im Viertelstundentakt verkehren lassen will. Nun laufen bei der FWB die Vorbereitungsarbeiten für diese Takterhöhung. (sko)

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