Wegen Verbot von Grossveranstaltungen: Münchwiler Hauswart-Fachmesse ist abgesagt

Zwecks Schadensbegrenzung haben sich die Organisatoren mehr als eine Woche vor der Veranstaltung für die Absage entschieden. Messe-Präsident Beat Fischer blickt trotzdem positiv in die Zukunft.

Roman Scherrer
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Rund 110 Aussteller hatten sich für die diesjährige Münchwiler Hauswart-Fachmesse angemeldet.

Rund 110 Aussteller hatten sich für die diesjährige Münchwiler Hauswart-Fachmesse angemeldet.

(Archivbild: Olaf Kühne, März 2014)

Die fünfte Ausgabe wäre es gewesen: Nächste Woche, am 12. und 13. März hätte die alle zwei Jahre stattfindende Münchwiler Hauswart-Fachmesse «Facility-Services.ch» in der Schulanlage Waldegg durchgeführt werden sollen. Alles Makulatur. Der Vorstand des organisierenden Vereins hat die Veranstaltung abgesagt.

«Es fiel uns schwer, diese Entscheidung zu treffen. Aber wir mussten es tun», sagt Vereinspräsident Beat Fischer. Er bezieht sich auf das Verbot von Veranstaltungen ab 1000 Personen, das der Bundesrat am vergangenen Freitag wegen des Corona-Virus ausgesprochen hat.

«Pro Messetag hätten wir etwa 2000 Personen auf dem Gelände.»

Bei der Rücksprache mit der Gemeinde und dem kantonalen Fachstab sei klar geworden, dass ein definitiver Entscheid von Behördenseite erst am kommenden Montag hätte gefällt werden können. Das wäre aber zu spät gewesen, erklärt Beat Fischer: «Wir können nicht die Messe am Wochenende aufbauen und erst am Montag alles absagen.» Deshalb habe man sich auf den Entscheid des Bundesrates beziehen müssen.

Grösseren Verlust verhindert

Beat FischerPräsident Hauswart-Fachmesse

Beat Fischer
Präsident Hauswart-Fachmesse

Die Absage war für die Organisatoren auch eine Art Schadensbegrenzung. «Wir hatten natürlich Ausgaben bei der Planung», sagt Fischer. «Wir konnten aber einen höheren Verlust verhindern, indem wir nicht die Arbeitsstunden und das Material für den Aufbau bezahlen müssen.» Nun gehe es darum, mit den Ausstellern eine geeignete Lösung betreffend Standgebühren zu finden.

Die rund 110 Aussteller sind am Montag per E-Mail über die Absage informiert worden. «Etliche haben aber schon vorher angerufen, weil sie verunsichert waren. Vorerst mussten wir sie vertrösten», berichtet Fischer.

Verschieben ist nicht möglich

Eine Verschiebung des Anlasses um einige Tage oder Wochen wird nicht möglich sein. «Die Schulgemeinde hat jeweils die Kalenderwoche elf für uns reserviert», sagt Fischer. Anschliessend benötige die Schule das Waldegg-Gelände wieder selber. Kommende Woche werde der Vorstand darüber beraten, ob die diesjährige Hauswartmesse allenfalls 2021 nachgeholt wird. «Dafür wäre eine Rücksprache mit der Schule nötig.» Anderenfalls behalten die Organisatoren den Zweijahresrhythmus bei und werden 2022 die nächste Messe durchführen. «Dann findet sie sicher wieder statt», sagt Fischer optimistisch und ergänzt:

«Wir geben nicht einfach auf.»

2012 startete die Münchwiler Hauswart-Fachmesse mit 50 Ausstellern auf 2000 Quadratmetern. Dieses Jahr wären 7000 Quadratmeter vorgesehen gewesen. Beat Fischer ist erfreut, dass der Anlass, der längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, sich so positiv entwickelt hat, während andere Messen für immer schliessen. «Die Absage ist zwar ein trauriges Kapitel. Aber wir können froh sein, dass wir sie nicht selber verschuldet haben.»

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