Wegen obligatorischer Sprachaufenthalte: Thurgauer Schüler beziehen zwei Wochen Sommerferien bereits im Januar

Rund 150 Schüler an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen drücken im Sommer statt im Winter die Schulbank im Ausland. Wegen Corona wurden die Sprachaufenthalte verschoben – in die Sommerferien.

Silvan Meile
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Thurgauer Schüler lernen während den Sommerferien Fremdsprachen.

Thurgauer Schüler lernen während den Sommerferien Fremdsprachen.

Gaetan Bally / KEYSTONE
  • Wegen der Coronapandemie verschiebt die Pädagogische Maturitätsschule den im Januar geplanten Auslandsprachaufenthalt für rund 150 Schüler um ein halbes Jahr.
  • Aufgrund der Verschiebung fällt der vierwöchige Sprachaufenthalt in die Sommerferien.
  • Nun ist es definitiv: Zwei Wochen ihrer Sommerferien müssen die Schüler hergeben. Diese Ferienwochen kompensieren sie bereits im Januar.

Für die Drittklässler an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen (PMS) verläuft der Unterricht anders als bei ihren Vorgängern. Wegen der Coronapandemie muss die Schule auf die im Januar 2021 geplanten Sprachaufenthalte in England, Irland oder Frankreich verzichten. Sie werden aber im Sommer nachgeholt.

Damit steigen die Chancen, dass diese obligatorischen vierwöchigen Sprachaufenthalte tatsächlich durchgeführt werden können. «Wir hoffen also ganz fest, dass sich die Situation bis dann verbessert», schreibt Lorenz Zubler, Rektor der PMS in einem Mail an die rund 150 betroffenen Schüler mit Blick auf die Coronapandemie.

Mit der beschlossenen Verschiebung starten die Sprachaufenthalte zwei Wochen vor den Sommerferien. Dadurch müssen die Schüler auf zwei Ferienwochen verzichten. Diese kompensieren sie bereits im Januar, indem sie dann Zeit für ihre Maturaarbeit erhalte, was normalerweise während der Sommerferien vorgesehen ist.

Die meisten Schüler können mit dieser Lösung leben

Die Schüler sind erleichtert, dass nicht alle vier Wochen des Sprachaufenthalts in die Sommerferien fallen. Denn auch diese Variante stand ursprünglich im Raum. «Im Grossen und Ganzen sind die Lehrerschaft und die Schulleitung auf uns zugekommen. Sie haben sich wirklich Mühe gegeben, die beste Lösung für uns Schülerinnen und Schüler zu finden», sagt Julia Bollack. Sie ist Schülerpräsidentin an der PMS und persönlich von der Terminverschiebung betroffen.

Nach dem ersten Entscheid, dass die Sprachaufenthalte auf die Sommerferien fallen würden, seien die Meinungen unter den Schüler geteilt gewesen. Julia Bollock sagt:

«Einerseits freuten sich viele, dass dadurch die Auslandaufenthalte wahrscheinlich doch noch stattfinden können, anderseits hat es die Sommerferienpläne zahlreicher Schüler durchkreuzt.»

Einschränkung bleiben dennoch. Einige müssten nun eine Lagerteilnahme absagen. Denn die meisten Sommerlager, etwa von Jungschar, Pfadi oder Cevi, fänden in den ersten Sommerferienwochen statt. Ausserdem fiele für die jungen Erwachsenen auch der Besuch des Frauenfelder und des St.Galler Open Airs ins Wasser, sofern diese Anlässe im Jahr 2021 tatsächlich stattfinden können.