Wegen Käferbefall: Kahlschlag im Frauenfelder Pfaffenholz

Hinter dem Kantonsspital mussten die Förster ein Stück Wald roden. Das Holz lässt sich aber immerhin verwenden.

Samuel Koch
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Ein Zaun umgibt die gerodete Waldparzelle hinter dem neuen Kantonsspital.

Ein Zaun umgibt die gerodete Waldparzelle hinter dem neuen Kantonsspital.

Bild: Thomas Wunderlin

Wer noch vor kurzem durch den Wald im Pfaffenholz – direkt hinter dem Kantonsspital Frauenfeld – zu Fuss unterwegs war, fand sich selbst um die Mittagszeit in einem dunklen Wald wieder. Jetzt sieht es im beliebten Waldstück mit einer Fläche von über sieben Hektaren zwischen Brotegg und Breitfeld sowie Spitzrüti und Gertwies, das als Ursprungsort des Stadtbaches gilt, komplett anders aus. Ein grosses Stück Wald ist abgeholzt und neuerdings von einem Zaun umgeben.

Grund dafür ist das Käferholz, durch einen Befall von Borkenkäfern. Revierförster Mathias Rickenbach spricht von einem teils «massiven Befall». Ein Teil des befallenen Waldes sei schon im Winter geschlagen worden, der Rest mit grossen Maschinen erst grad kürzlich.

Kanton setzt Käferholz für seine geplanten Bauten ein

Befall von Borkenkäfern ist in hiesigen Breitengraden kein neues Phänomen. Einerseits wegen des Klimawandels und entsprechend wärmeren und trockeneren Sommern. Andererseits gibt es im Pfaffenholz einen grossen Anteil an Nadelholz. Rickenbach sagt:

«Vor allem für die Rottannen wird es zunehmend problematisch.»

Umsonst war der Kahlschlag jedoch nicht: «Das geschlagene Holz kann genutzt werden», sagt er. Diese Waldparzellen liegen im Eigentum des Kantons, der das Käferholz für den Ende September bewilligten Erweiterungsbau beim Regierungsgebäude in Frauenfeld oder den neuen Milchviehstall auf dem Arenenberg in Salenstein einsetzt.

Eichen werden gepflanzt

Nach der Abholzung folgt die Aufforstung. Wegen der üppigen Brombeeren- und Kräutervegetation kann laut Revierförster Rickenbach nicht auf Naturverjüngung gewartet werden. Deshalb werden nachhaltig Eichen gepflanzt. «Den Zaun haben wir aufgestellt, damit der Wald wieder nachwächst», sagt Rickenbach.

So seien die Jungbäume einerseits vor Rehen geschützt. Andererseits müssten nicht Dutzende Einzelschütze aus Plastik aufgestellt werden. So sollen in den nächsten Jahren wieder standortgerechte Baumarten zu einem neuen Wald heranwachsen.