Wegen guter Arbeitsmarktlage: Im Thurgau sanken 2019 die Ausgaben für die Sozialhilfe deutlich

Im Kanton Thurgau wurden 2019 erneut weniger Personen von der Sozialhilfe unterstützt als im Vorjahr. Die Sozialhilfequote ging auf 1,5 Prozent zurück. Diese Entwicklung zeigt sich auch in den Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden: Diese haben zum zweiten Mal in Folge deutlich abgenommen.

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Schalter einer Sozialversicherung.

Schalter einer Sozialversicherung.

Bild: Christian Beutler/Keystone

(red/lsf) Im Jahr 2019 – also noch vor Corona – wurde die Sozialhilfe im Kanton Thurgau erneut entlastet. Dank der damals noch guten Lage auf dem Arbeitsmarkt nahm die Zahl der Sozialhilfebezügerinnen und Bezüger gegenüber dem Vorjahr um rund 200 Personen ab. 4151 Personen bezogen mindestens einmal im Laufe des Jahres 2019 Leistungen aus der Sozialhilfe.

Die Abnahme bei der Zahl der Sozialhilfebeziehenden wirkte sich auf die ausbezahlten Leistungen aus. Die Brutto-Sozialhilfeausgaben der Thurgauer Gemeinden gingen 2019 um 6,1 Millionen Franken auf 85,2 Millionen Franken zurück. Auch die Netto-Ausgaben nahmen ab – von 33,9 Millionen Franken im Jahr 2018 auf 31,7 Millionen Franken im Jahr 2019.

Aufgrund der aktuellen Lage wird für die kommenden Jahre jedoch wieder mit einem Anstieg der unterstützen Personen und folglich mit höheren Sozialhilfeausgaben gerechnet – im Thurgau wie in der Gesamtschweiz. Dies teilen das Sozialamt und die Dienststelle für Statistik des Kantons gemeinsam mit.

Arbon hat mit Abstand höchste Sozialhilfequote

Im Jahr 2019 bezogen 1,5 Prozent der Thurgauer Bevölkerung mindestens einmal im Laufe des Jahres Sozialhilfeleistungen. Damit nahm die Sozialhilfequote im Thurgau erneut ab (2018: 1,6 Prozent). Im Vergleich zu anderen Kantonen ist sie weiterhin tief.

Die Sozialhilfequote ist in grösseren Gemeinden meist höher als in kleineren. Von den 80 Thurgauer Gemeinden hatte 2019 – wie schon in den Vorjahren – Arbon die mit Abstand höchste Sozialhilfequote (4 Prozent). Mit Ausnahme von Weinfelden lag sie aber auch in den anderen Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern über dem kantonalen Schnitt von 1,5 Prozent.

Erneut weniger Stellensuchende

Zum Rückgang der Sozialhilfebeziehenden im Kanton Thurgau hat unter anderem die günstige Arbeitsmarktlage 2019 beigetragen. Dies zeigt sich darin, dass gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Stellensuchenden in der Sozialhilfe weiter abnahm (-127 Personen oder -10 Prozent), allerdings nicht mehr so stark wie 2018. Mit einem Anteil von 38 Prozent machten Stellensuchende jedoch auch 2019 die grösste Gruppe der 15- bis 64- jährigen Sozialhilfebeziehenden aus.

Auch die Zahl der Personen, die trotz einer Arbeitsstelle auf Sozialhilfe angewiesen sind, ging im Vergleich zu 2018 zurück (-8 Prozent). Gut jede vierte unterstützte Person zählte 2019 zu dieser Gruppe. Dagegen nahm die Zahl der Sozialhilfebeziehenden, die nicht im Erwerbsleben stehen, gegenüber dem Vorjahr leicht zu (+2 Prozent). Mit einem Anteil von 36 Prozent waren sie auch 2019 die zweitgrösste Gruppe von Personen in der Sozialhilfe.

Die Publikation «Sozialhilfe der Gemeinden 2019» mit Details und weiteren Analysen kann unter www.statistik.tg.ch heruntergeladen werden.