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Wegen Gesundheit und Ortsbild: Einwohner von Nussbaumen setzen sich gegen 5G-Antenne zur Wehr

Alles andere als Funkstille im Funkloch: In Nussbaumen lässt ein Baugesuch für eine 5G-Anlage der Swisscom aufhorchen. Dutzende Anwohner opponieren dagegen.
Samuel Koch
Lediglich ein Kran und das Visier für die Mobilfunkanlage überragen derzeit das 600-Seelen-Dorf. (Bild: Andrea Stalder)

Lediglich ein Kran und das Visier für die Mobilfunkanlage überragen derzeit das 600-Seelen-Dorf. (Bild: Andrea Stalder)

Von Funkstille kann keine Rede sein. Zu initiativ und aufgebracht zeigen sich die Anwohner der geplanten 5G-Mobilfunkanlage in Nussbaumen. «Bis jetzt stehen im Dorf keine Mobilfunkanlagen, die Bewohner haben sich mit der suboptimalen Netzabdeckung arrangiert», sagt Urs Egli.

Nun befürchten er und seine Familie aber den Bau einer 5G-Antenne in Altwingerten am südwestlichen Dorfrand, weshalb er sich dagegen zur Wehr setzt. Egli sagt:

«Wir wohnen 50 Meter vom geplanten Standort entfernt, was mich schon wachgerüttelt hat.»

Infoanlass mit knapp 100 Antennengegnern

Innert Kürze konnte er Dutzende Antennengegner hinter sich scharen, die gegen die Pläne der Swisscom opponieren. Der Mobilfunkriese hat Ende Oktober das Gesuch für die rund 25 Meter hohe 5G-Antenne eingereicht, das noch bis 14. November auf der Bauverwaltung in Hüttwilen öffentlich aufliegt. Ein Visier zeigt die Dimensionen der Antenne im 600-Seelen-Dorf im Seebachtal.

Mittlerweile haben Anwohner über 200 Unterschriften gesammelt, um sich gegen den Bau der 5G-Antenne zu wehren. Zudem suchte Egli das Gespräch mit Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder, was in einem Infoabend im Sitzungssaal der Alterswohnungen mündete.

Hanspeter Zehnder, Gemeindepräsident Hüttwilen. (Bild: Mathias Frei)

Hanspeter Zehnder, Gemeindepräsident Hüttwilen. (Bild: Mathias Frei)

Anwesend waren schliesslich knapp 100 Einwohner, weshalb der Saal aus allen Nähten platzte. Auf Wunsch der Gemeinde wohnten dem Anlass auch zwei Vertreter der Bauherrin, jemand vom Amt für Umwelt sowie der Standortgeber bei. «Trotz intensiven Diskussionen ist die Stimmung anständig und ohne persönliche Anfeindungen über die Bühne gegangen», meint Egli.

Bisher erst ein geeigneter Landeigentümer

Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder pflichtet Egli bei, der zwar dem Wunsch der Anwohner für eine Aussprache nachgekommen ist, sich jedoch beim «relativ emotionalen» Infoanlass aufs Zuhören beschränken wollte. Trotzdem zeigt Zehnder Verständnis für den Widerstand:

«Eine solche unschöne Antenne will niemand vor seinem Haus.»

Ebenso kann er das Argument des schützenswerten Ortsbildes mit nationaler Bedeutung nachvollziehen. «Nach sorgfältiger Planung hat die Bauherrin aber bisher nur einen zustimmenden Landeigentümer gefunden», meint Zehnder, obwohl Messungen gezeigt hätten, dass Vorgaben der Strahlenbelastung entlang der Hüttwiler- und Stammheimerstrasse besser erfüllt wären – auch innerhalb der Bauzone.

Gemeinderat droht Einsprachenflut

Der Gemeinderat wird nach Ablauf der öffentlichen Auflagefrist entscheiden. «Egal, welchen Entscheid der Gemeinderat fällt, entweder fechten ihn die Gegner oder die Swisscom an», mutmasst Zehnder. Davor dürfte sich der Gemeinderat jedoch mit Einsprachen auseinandersetzen müssen.

Denn für Urs Egli ist sicher, dass er sich weiter gegen den Bau der 5G-Antenne wehrt. «Wir werden Einsprache einreichen», sagt er. Zudem weiss er von einer sich im Umlauf befindenden Petition und setzt Hoffnungen auf schweizweite Initiativen gegen 5G.

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