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Wegen Geldsorgen: Thurgauer Beratungsstelle sucht Gönner

Die Infostelle Frau und Arbeit in Weinfelden hat Geldsorgen. Der Bund streicht seine Beiträge, weshalb ab 2019 ­jährlich 100000 Franken fehlen. Um das rege genutzte Angebot zu erhalten, sind 500 Spender gesucht.
Larissa Flammer
Stellenleiterin Antonella Bizzini und Annina Villiger, Präsidentin der Frauenzentrale Thurgau. (Bild: Donato Caspari, 19. September 2016)

Stellenleiterin Antonella Bizzini und Annina Villiger, Präsidentin der Frauenzentrale Thurgau. (Bild: Donato Caspari, 19. September 2016)

Jahr für Jahr kommen mehr Frauen in die Beratung der Infostelle Frau und Arbeit in Weinfelden. «Das bringt unseren Betrieb an den Rand der Kapazitäten und verlangt den Mitarbeiterinnen viel ab», sagt Stellenleiterin Antonella Bizzini. Doch die Infostelle steht vor einer ungewissen Zukunft: Der Bund streicht seinen Beitrag über 187000 Franken. Die Kantone Thurgau, St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden haben ihre Beiträge zwar erhöht. Dadurch lässt sich der Wegfall aber nicht kompensieren (unsere Zeitung berichtete).

«Es braucht Sie!», schreibt die Infostelle deshalb auf Flyer, die in den vergangenen Tagen verteilt wurden. Bizzini, ihr Team und die Thurgauer Frauenzentrale, die als Trägerschaft fungiert, rufen den «Club der 500» ins Leben. Gesucht sind mindestens 500 Personen, Institutionen oder Gemeinden, die jährlich 200 Franken spenden. «Gelingt uns dies, kann der Betrieb der Infostelle im selben Rahmen erhalten bleiben», sagt Bizzini.

Erste Zusagen

Die ersten Gönner haben bereits zugesagt. Die meisten sind Klientinnen oder Leute aus dem persönlichen Umfeld der Mitarbeiterinnen, «die wissen, was wir alles leisten». Bizzini sagt: «Wir sind optimistisch, das Ziel zu erreichen, auch aufgrund der guten Rückmeldungen von Klientinnen und Personen, die unsere Stelle kennen.»
Willkommen sind der Infostelle auch einmalige Spenden oder Beiträge in einer anderen Höhe. Ab 2019 braucht es aber jährlich 100000 Franken. «Deshalb haben wir diesen Club gegründet, um die Leute ideell etwas an uns zu binden», sagt Bizzini. Sie hat fürs erste einen Zeithorizont von fünf Jahren im Blick. Es könne sich ja auch wieder etwas verändern. Sollte die Nachfrage an Beratungen weiter in diesem Mass ansteigen, würde die Infostelle vielleicht wieder bei den Kantonen vorstellig werden.

Überlegt haben sich Bizzini und ihr Team auch eine Tariferhöhung für die Beratungen. «Es macht uns aber gerade aus, dass wir sehr kostengünstig und niederschwellig helfen.» Viele Klientinnen bitten telefonisch um Hilfe, weil sie sich das Zugbillett nach Weinfelden im Moment nicht leisten können. Die Stellenleiterin sagt: «Wir warten jetzt mal ab, wie der ‹Club der 500› läuft.»

Die Pendenzen häufen sich

Kommen deutlich mehr als die benötigten 100000 Franken zusammen, wäre es eine Option, die Stellenprozente aufzustocken. «Wir laufen wirklich sehr am Limit», sagt Bizzini. Die vielen Beratungen können nur bewältigt werden, weil die Infostelle über langjährige Mitarbeiterinnen mit viel Erfahrung verfügt. «Die Pendenzen häufen sich aber, was weder für uns noch für die Klientinnen optimal ist.» Den Entscheid über eine allfällige Erhöhung der Stellenprozente müsste die Thurgauer Frauenzentrale fällen.

Die Infostelle feiert dieses Jahr ihr 20-Jahr-Jubiläum. Angeboten werden juristische Beratungen in Arbeits- und Gleichstellungsrecht sowie Laufbahn- und Bewerbungsberatungen. Bis am 4. Juli nahmen dieses Jahr bereits 297 Personen die juristische Beratung in Anspruch. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 279 Personen. Auch in der Berufs- und Laufbahnberatung waren bereits 20 Personen mehr als im Vorjahr, nämlich 142. Und in der Arbeitszeugnisberatung gab es vier Klientinnen und Klienten mehr (28).

Der Bund entzieht schweizweit elf Beratungsstellen zum Thema Frau und Arbeit die Finanzhilfe. Das Geld wird stattdessen für Sensibilisierungskampagnen und Projekte verwendet. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht wurde abgewiesen.

Hinweis
Informationen zum «Club der 500» unter www.frauundarbeit.ch

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