Wegen Dieselskandal um manipulierte Abgaswerte: Deutsche Staatsanwaltschaft lässt Arboner Firma durchsuchen

Wegen des Verdachts auf Abgasmanipulationen geht die deutsche Justiz weiter gegen Autokonzerne und deren Tochterfirmen vor. Am Mittwoch fand deshalb auch im Thurgau eine Durchsuchung statt.

Silvan Meile
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Manipulation der Abgaswerte stehen im Fokus der Ermittler.

Manipulation der Abgaswerte stehen im Fokus der Ermittler.

Bild: Kenneth Nars / BLZ

Am Mittwoch durchsuchten Ermittler an mehreren Standorten Firmenräume der Automobilindustrie in Deutschland und Italien. Auch an die Schweizer Behörden richtete die federführende Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein Rechtshilfegesuch.

Dabei geht es um eine Firma am Standort Arbon, wie Nadja Niesen, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main, auf Anfrage bestätigt. Auch in der Thurgauer Stadt fand demnach am Mittwoch eine Durchsuchung statt. Beim betroffenen Unternehmen will man sich zum Fall nicht äussern.

Arboner Motorenforschung aus der Saurer-Zeit

Bei diesen Ermittlungen steht gemäss Medienmitteilung der deutschen Behörden der Verdacht im Raum, dass in verschiedenen Modellen der Marken Alfa Romeo, Fiat, Jeep, und Iveco Dieselmotoren verbaut wurden, die mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen sind, um so die Abgaswerte zu manipulieren.

«Während die Fahrzeuge im Testbetrieb die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide einhalten, soll die Abschalteinrichtung die Abgasreinigung im Realbetrieb weitgehend abschalten.»

Ermittelt wird wegen des Verdachts des Betrugs gegen verantwortliche Personen der Konzerne Fiat Chrysler und CNH Industrial, unter anderem Produzent von Nutzfahrzeugen der Marke Iveco. Betroffen seien auch Tochterunternehmen, wie offenbar jenes in Arbon, wo seit Saurer-Zeiten bis heute Motorenforschung betrieben wird.