WEGEN CORONA
«Bis jetzt haben sich die üblichen Verdächtigen gemeldet»: Stadt Frauenfeld bietet öffentliche Grundstücke weiterhin gratis an, die Maskentragpflicht gilt noch

Die Stadt geht in die dritte Verlängerung und prolongiert das bestehende Regime für die kostenlose Nutzung städtischer Parzellen bis Ende Juni. Anfragen von Interessenten gibt es schon.

Samuel Koch
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Vor dem Impfzelt stand auf dem Oberen Mätteli das Riesenrad von Schausteller Hanspeter Maier.

Vor dem Impfzelt stand auf dem Oberen Mätteli das Riesenrad von Schausteller Hanspeter Maier.

Bild: Andrea Stalder (Frauenfeld,
12. August 2020)

Der Ausnahmezustand hält an. Corona verschwindet vorerst nicht aus dem Leben, auch nicht aus der Stadt Frauenfeld. Deshalb verlängert der Stadtrat die kostenlose Nutzung des öffentlichen Grundes bis Ende Juni, so wie es die Bevölkerung seit vergangenem Mai kennt. Es ist dies bereits die dritte Verlängerung des Coronaregimes, um die Innenstadt in schwierigen Zeiten mit niederschwelligen Auflagen zu beleben.

Geschehen ist das in Vergangenheit beispielsweise mit dem Bus Haltestell des Vereins Fründeskreis auf dem Unteren Mätteli und dem Crêpe-Stand Le Tilleul von Monika Keller im Lindenpark und später beim Soldatendenkmal. Oder mit dem Riesenrad von Schausteller Hanspeter Maier auf dem Oberen Mätteli. Stadtpräsident Anders Stokholm sagt aber im gleichen Atemzug:

«Wir wollen nichts, was verboten ist.»
Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld.

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld.

Bild: Donato Caspari

Denn trotz der angekündigten Verlängerung des Regimes, das sich für den Stadtrat bewährt hat, stünden derzeit viele Interessierte Gewehr bei Fuss, zumal vom Bundesrat nach den Ostertagen möglicherweise weitere Lockerungen verkündet werden dürften. Deshalb sind seit der Mitteilung aus dem Frauenfelder Stadtrat noch nicht viele Anfragen bei der Stadt eingegangen. Stokholm spricht von den «üblichen Verdächtigen» und ergänzt: «Die Schwierigkeit ist, dass bei der Gastronomie derzeit ausser Take-away noch nichts wirklich geplant werden kann.»

Drei-Phasen-Prinzip hat sich bewährt

Wie bisher läuft die Eingabe von Gesuchen und die Anmeldung von Ideen und Umsetzungswünschen im Drei-Phasen-Prinzip. Zuerst sind Erdgeschossnutzende eingeladen, ihre Ideen beim Amt für Kommunikation und Wirtschaftsförderung einzubringen. «Das Ziel dieses Angebots ist es, den Detaillisten und Gastronomen sowie allen Interessierten, die eine innovative Idee haben, Raum zu bieten für Angebote wie Take-away, Warenständer oder Warteräume im öffentlichen Raum», heisst es in einer Mitteilung des AKW vom Dienstag. In einer zweiten Phase können die bisherigen Nutzer ihre Ansprüche anmelden und zuletzt weitere Interessierte.

Mit dem bereits vorliegenden Leitfaden für die Bewilligung für öffentlichen Grund hat diese Praxis nichts zu tun, den die Stadt nach dem Knatsch um das Glühweindorf Winterzauber beim Burstelpark erarbeitet hat. Vorerst wird der Leitfaden nur als internes Arbeitspapier genutzt, ohne die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Zur Begründung sagt Stokholm:

«Wir müssen zuerst noch rechtliche Grundsatzfragen klären, etwa die Zonenordnung oder die Gebührenverordnung.»

Unabhängig von diesen Fragen auf kommunaler Ebene zu betrachten, ist die parlamentarische Initiative auf Kantonsebene, die eine Änderung der Bewilligungspflicht für mobile Bauten fordert. Laut dem derzeitigen Planungs- und Baugesetz des Kantons sind solche temporäre Bauten bewilligungspflichtig, wenn sie länger als 14 Tage stehen sollen. Der Vorstoss, unter anderem von Stokholm als FDP-Kantonsrat, ist für Ende April für eine Diskussion im Grossen Rat traktandiert.

Rayon für Maskenpflicht bleibt vorerst

Vorerst unverändert bleibt auch die Maskentragpflicht im öffentlichen Raum bestehen. Sie gilt im vorgegebenen Rayon, das vom Bahnhofplatz über die Altstadt und die Promenade bis zum Coop-Schlosspark führt, jeweils von Montag bis Samstag zwischen 8 und 20 Uhr. Stadtpräsident Stokholm sagt:

«Solange der Bund diese Regeln nicht ändert, bleibt diese Maskentragpflicht bis auf weiteres bestehen.»

Weitere Infos: Per Telefon unter 052 724 54 86 oder per E-Mail an akw@stadtfrauenfeld.ch