Wegen Blei im Zielhang: Berlinger Schiessanlage ist im Visier

Die Gemeinde Berlingen muss die Kugelfänge bei der Schiessanlage ersetzen. Doch das ist wohl noch nicht alles.

Rahel Haag
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Ein Fenstergitter beim Schützenhaus in Berlingen: Ob die Gemeinde nebst den Kugelfängen auch den Kugelfanghang sanieren muss, ist derzeit noch offen.

Ein Fenstergitter beim Schützenhaus in Berlingen: Ob die Gemeinde nebst den Kugelfängen auch den Kugelfanghang sanieren muss, ist derzeit noch offen.

Bild: Andrea Stalder

In Berlingen soll weiterhin geschossen werden können. «Deshalb hat sich die Gemeinde entschieden, die Kugelfänge der 300-Meter-Schiessanlage zu ersetzen», sagt Gemeindepräsident Ueli Oswald. Ein entsprechendes Baugesuch liegt noch bis am 6. Februar öffentlich auf.

Gemeindepräsident Ueli Oswald.

Gemeindepräsident Ueli Oswald.

(Bild: Manuela Olgiati)

Verantwortlich für das Projekt zeichnet die Leu und Helfenstein AG aus dem Kanton Luzern. «In der Schweiz gibt es nur zirka drei Firmen, die Dienstleistungen dieser Art anbieten», sagt Oswald. Insgesamt sollen in Berlingen vier Kugelfangkästen installiert werden. Deren Beschussfestigkeit liegt gemäss Hersteller bei weit mehr als 150'000 Schüssen. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund 25'000 bis 30'000Franken belaufen. Oswald sagt:

«Der Schützenverein Berlingen wird hiervon einen relevanten Betrag übernehmen.»

Nötig wird der Ersatz der Kugelfänge aufgrund einer Auflage des kantonalen Amts für Umwelt. Diese besagt, dass die Schiessanlagen im Thurgau bis Ende dieses Jahres auf künstliche, emissionsfreie Kugelfangsysteme umgerüstet werden müssen. Anschliessend ist darüber hinaus bis Ende 2025 eine Sanierung der Kugelfanghänge durchzuführen. Sprich: Altlasten wie Blei müssen aus dem Erdreich entfernt werden.

Grad knapp nicht im Wald

Ob auch die Gemeinde Berlingen ihren Kugelfanghang sanieren muss, ist derzeit noch offen. «Liegt der Kugelfanghang in der Waldzone, muss er nicht saniert werden», sagt Oswald. In Berlingen sei das ganz knapp nicht der Fall. «Er befindet sich aber in unwegsamem Gelände.» Diesbezüglich habe bereits seine Vorgängerin Annemarie Moret das Gespräch mit dem Kanton gesucht. «Das war sicher richtig», sagt Oswald.

In einem nächsten Schritt müsse die Gemeinde einen Bericht erarbeiten, aus dem ersichtlich wird, wie schädlich die Altlasten für Grundwasser, Oberflächengewässer, Luft und Boden sind. «Diesen Bericht wollen wir im Sommer dem Kanton übergeben», sagt Oswald. Er setze alles daran, dass in dieser Sache, bis Ende des Jahres ein Entscheid vorliegt. «Es ist nicht meine Art, Dinge aufzuschieben.»

Das Schützenhaus in Berlingen.

Das Schützenhaus in Berlingen.

(Bild: Andrea Stalder)

Unter Umständen mit dem Helikopter sanieren

Oswald persönlich geht davon aus, dass die Gemeinde auch den Kugelfanghang sanieren muss. «Unter dem Strich handelt es sich hierbei um eine kantonale Auflage, die wir erfüllen müssen.» Bezüglich der Kosten, die eine Sanierung verursachen würde, könne er noch nichts sagen. Das sei von verschiedenen Faktoren abhängig. «Unter Umständen müsste bei einer Sanierung ein Helikopter eingesetzt oder vorab die Strasse ausgebaut werden.»

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