Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wegen angeblich schlechtem Verhalten der Kinder steht die Einbürgerung einer Thurgauer Familie auf der Kippe

Eine Minderheit im Grossen Rat des Kantons Thurgau wollte einer fünfköpfigen Familie das Kantonsbürgerrecht verwehren. Die Kinder würden Angst und Schrecken verbreiten, hiess es auf der einen Seite. Ein Parlament müsse aufgrund von Fakten entscheiden, auf der anderen.
Larissa Flammer
Der Grosse Rat tagte am Mittwoch in Weinfelden. Traktandiert waren unter anderem die Kantonsbürgerrechtsgesuche. (Bild: Donato Caspari)

Der Grosse Rat tagte am Mittwoch in Weinfelden. Traktandiert waren unter anderem die Kantonsbürgerrechtsgesuche. (Bild: Donato Caspari)

Der Thurgauer Grosse Rat stimmte am Mittwoch im Rathaus Weinfelden über die Kantonsbürgerrechtsgesuche von 224 ausländischen sowie zwei Schweizer Personen ab. Über den Antrag einer fünfköpfigen Familie wollte EDU-Kantonsrat Iwan Wüst (Tuttwil) separat abstimmen lassen. Er sei bereits nach dem Verleihen des Gemeindebürgerrechts an die Familie von «verschiedenen besorgten Bürgern» angesprochen worden. Die drei Kinder würden Gewalt ausüben und nicht nur bei anderen Kindern Angst und Schrecken verbreiten.

Justizkommissionspräsident Urs Martin. (Bild: Andrea Stalder)

Justizkommissionspräsident Urs Martin. (Bild: Andrea Stalder)

Justizkommissionspräsident Urs Martin (SVP, Romanshorn) plädierte, den Antrag abzulehnen. Die Kommission habe das Gesuch intensiv diskutiert, den Vater persönlich angehört und mit dessen Einwilligung Akten der Schule eingesehen. Der Arbeitgeber und der Sportclub, wo der Vater ehrenamtlich als Trainer wirke, hätten sich positiv zum Gesuchsteller geäussert. Schliesslich habe die Kommission sich entschieden, das Bürgerrechtsgesuch zur Annahme zu empfehlen.

«Wir arbeiten nicht mit Gerüchten, sondern mit Fakten», sagte Alban Imeri (SP, Romanshorn). Die geäusserten Vorwürfe kämen alle vom Hören-Sagen und würden an Rufschädigung grenzen. Auch Peter Bühler (CVP, Ettenhausen) war nicht einverstanden damit, dass über Hören-Sagen diskutiert werde. Er fragte in die Rund:

«Ist das eines Parlaments würdig?»

Familie erhält Bürgerrecht in separater Abstimmung

Hermann Lei (SVP, Frauenfeld) und FDP-Fraktionspräsident Anders Stokholm (Frauenfeld) wiesen schliesslich darauf hin, dass es vorderhand nicht darum gehe, inhaltlich über das Bürgerrechtsgesuch der Familie zu diskutieren sondern lediglich darum, ob separat über dieses Gesuch abgestimmt werden sollte.

Die Mehrheit des Grossen Rats war schliesslich dafür, den Antrag der Familie separat zu behandeln. Ohne weitere Diskussion verlieh dann jedoch eine Mehrheit der Kantonsräte der Familie das Bürgerrecht. Den beiden Gesuchen von Schweizer Bürgern stimmte der Grosse Rat ohne Gegenstimme zu, den übrigen Gesuchen von ausländischen Personen mit wenigen Gegenstimmen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.