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«Was undenkbar schien, wurde möglich»: Pakistanisches Paar darf doch in der Ostschweiz bleiben

Dreieinhalb Jahre lang kämpfte eine Familie aus Oberwangen für eine Aufenthaltsbewilligung der kranken Schwiegereltern. Jetzt haben es Elvina und Kushia Patrick endlich geschafft – sie dürfen bleiben.
Florian Beer
Kushia und Elvina Patrick vor ihrem Zuhause in Oberwangen. (Bild: Reto Martin)

Kushia und Elvina Patrick vor ihrem Zuhause in Oberwangen. (Bild: Reto Martin)

Die Erleichterung ist der Familie anzusehen. Vergnügt sitzen Elvina und Kushia Patrick auf der Veranda des Hauses ihres Schwiegersohns und ihrer Tochter und schauen den Enkelkindern beim Spielen zu.

Patrick Schenk kommt soeben von der Arbeit, seine Frau Amber bereitet in der Küche das Abendessen vor. Es scheint sich hier um eine ganz gewöhnliche Familie zu handeln, doch ihre Geschichte ist es nicht.

Schenks Schwiegereltern sind Christen und stammen aus Pakistan, einem muslimischen Land, in dem Andersgläubigen an jeder Ecke der Tod droht. Zu allem Überfluss sind Elvina und Kushia Patrick beide schwer krank. Seit einem Verkehrsunfall vor dreieinhalb Jahren ist Vater Kushia Patrick psychisch stark angeschlagen und physisch beeinträchtigt. Seine Frau Elvina hat Brustkrebs und kann ihren Mann nicht alleine behandeln.

Der Familiennachzug über den Kanton St.Gallen war die letzte Chance

Im November des vergangenen Jahres wurde ein Asylantrag vom Staatssekretariat für Migration abgelehnt. Patrick Schenk sagte damals unserer Zeitung:

«Wir können es einfach nicht verantworten, meine schwerkranken, christlichen Schwiegereltern in ein Land zurück zu schicken, wo sie der sichere Tod erwartet.»

Das Gespräch mit den Behörden sei sehr freundlich und lösungsorientiert verlaufen. Schlussendlich entschied die Familie, einen letzten Versuch mit einem Familiennachzug über den Kanton St.Gallen zu wagen, in dem zwei Söhne von Elvina und Kushia mit ihren Familien leben.

«Wir mussten das Schreiben mehrfach lesen»

Seit der Vorladung im Februar habe man nichts mehr von den Behörden gehört. Knapp drei Monate nach dem Einreichen des Gesuchs um einen Familiennachzug sei ein Brief gekommen, in dem stand, dass der Antrag überprüft und bewilligt worden sei. «Wir mussten das Schreiben mehrfach lesen, denn wir suchten nach einem ‹Nein›, fanden aber keines», sagt Amber Schenk. Irgendwann habe man dann gemerkt, dass es sich bei dem Brief nicht um ein Todesurteil für die Eltern, sondern um ihre Rettung handelte. «Endlich erhielten die beiden ihre Aufenthaltsbewilligung!» Es war das Ende einer langjährigen psychischen Tortur für die ganze Familie.

Die Aufenthaltsbewilligung B für Drittstaatsangehörige erlaubt denjenigen Ausländern einen Aufenthalt, die sich für einen bestimmten Zweck längerfristig mit oder ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz aufhalten. Die Gültigkeitsdauer ist zunächst auf ein Jahr befristet, wird aber im Normalfall jährlich erneuert, sofern keine Gründe dagegen sprechen.

Dankbar für Solidarität und Anteilnahme

Die Niederlassungsbewilligung erhielten Elvina und Kushia Patrick in den Sommerferien. «Was wir kaum mehr zu hoffen gewagt hatten, wurde möglich», freuen sich alle. Sie seien sehr dankbar für die Solidarität und Anteilnahme von Personen aus ihrem Umfeld, die sich stets mit Briefen oder persönlich nach dem Schicksal der Familie erkundigt hatten.

Der Zustand von Elvina und Kushia Patrick ist unverändert. Vor allem ihr ist aber mit dem Erhalt des Visums ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Ob der psychisch angeschlagene Vater es registriert, könne man nicht sagen, meint Schenk. «Wir sind einfach froh, dass die beiden jetzt definitiv in Sicherheit sind.»

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