Was noch nicht smart ist in Frauenfeld, soll es noch werden

Ämter und Abteilungen der Stadt Frauenfeld verfolgen manche Projekte zur Digitalisierung. Was noch fehlt, ist die Koordination.

Stefan Hilzinger
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Verkabelung von Glasfasern in einem Verteilkasten. Laut dem Frauenfelder Stadtrat sind 80 Prozent der Haushalte und des Gewerbes mit Breitbandanschlüssen erschlossen.

Verkabelung von Glasfasern in einem Verteilkasten. Laut dem Frauenfelder Stadtrat sind 80 Prozent der Haushalte und des Gewerbes mit Breitbandanschlüssen erschlossen.

(Bild: Martin Toengi)

Wie digital, wie «smart» ist die Stadt Frauenfeld? Dies wollte der FDP-Gemeinderat Stefan Vontobel diesen Frühling vom Frauenfelder Stadtrat wissen. Nun hat der Stadtrat die Antworten auf Vontobels Einfache Anfrage veröffentlicht. Die Beantwortung zeigt: Die Stadt ist noch keine «Smart City» im engeren Sinn, jedoch auf dem Weg da hin. So sieht es zumindest der Stadtrat selbst.

Nicht nur die Verwaltung, sondern überhaupt alles soll smarter sein

Als «Smart Citys» werden Kommunen bezeichnet, die ein Entwicklungskonzept verfolgen, um effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu werden. Die Strategie «Digitale Schweiz» aus dem Jahr 2018 ist die Richtschnur der Frauenfelder Stadtverwaltung auf dem Weg zu einer Smart City. Der Begriff schliesse mehr ein als etwa nur die Bereiche von Stadtverwaltung und Werkbetrieben, sondern betreffe Wirtschaft, Gesellschaft, Mobilität und Umwelt gleichermassen, heisst es in der Beantwortung.

Wichtig sei da etwa eine zuverlässige und leistungsfähige Infrastruktur. Seit acht Jahren treibe der Stadtrat die Erschliessung mit Breitbandleitungen (Glasfaser) voran. Dazu heisst es in der Beantwortung:

«Mittlerweile sind mehr als 80 Prozent der Geschäfte und Wohnungen in Frauenfeld ans Glasfasernetz angeschlossen.»

Punkto Digitalisierung der Stadtverwaltung und Werkbetriebe listet der Stadtrat eine Reihe von Einzelprojekten in verschiedenen Ämtern und Abteilungen auf. Um die Massnahmen und Strategie zu koordinieren, hat der Stadtrat einen Lenkungsausschuss «Smart City Frauenfeld» eingesetzt unter der Leitung des Stadtpräsidenten. Die Rolle der Stabsstelle kommt dem neuen Amt für Wirtschaft und Kommunikation zu.

Neues Amt koordiniert Digitalisierung

Auf dem Weg der Stadt Frauenfeld zu einer sogenannten Smart City kommt dem neu geschaffenen Amt für Kommunikation und Wirtschaft (AKW) die Rolle der Koordinationsstelle zu. So steht es in der Antwort des Stadtrates zur Einfachen Anfrage von Gemeinderat Stefan Vontobel (FDP). Der Leitung des AKW obliegt die «inhaltliche und administrative Gesamtverantwortung für das Projekt». Seit dem Weggang von Heinz Egli ist die Leitung vakant. Die Stelle für die Leitung des Amtes für Kommunikation und Wirtschaftsförderung wurde im April ausgeschrieben. «Es haben sich einige interessante Kandidatinnen und Kandidaten beworben», ist von Stadtpräsident Anders Stokholm zu erfahren. Das Bewerbungsverfahren läuft noch. (hil)

Fünf Firewalls schützen Server und Daten

Weiteres Thema der Einfachen Anfrage war die Sicherheit der städtischen Netzwerke und Daten. Laut Beantwortung schützen fünf elektronische Barrieren (Firewalls) die Informatikanlagen vor unerwünschten Zugriffen. Dazu gehören interne Firewalls der Stadtverwaltung und externe – von Providern nach Vorgaben der Stadt errichtete – Barrieren. Es würden zwar täglich verdächtige Datenströme und E-Mails detektiert und blockiert. «Bisher gab es keine erfolgreichen Angriffe auf die städtischen Systeme», heisst es in der Antwort.

Hinweis
Die Beantwortung der Einfachen Anfrage Vontobels im Wortlaut findet sich auf der Website der Stadt Frauenfeld www.frauenfeld.ch unter «Politik & Verwaltung».