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Der Aufschub in Eschenz hat ein Ende

Die Wellauer AG hat beim Kanton Thurgau Rekurs gegen eine Fristverlängerung zur Wiederauffüllung der Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» in Eschenz eingereicht. Die Firma will mehr Zeit, doch die Gemeinde macht Druck.
Rahel Haag
Die Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» im vergangenen Oktober. Seither konnte sie weiter aufgefüllt werden. (Bild: Thi My Lien Nguyen (10. Oktober 2017))

Die Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» im vergangenen Oktober. Seither konnte sie weiter aufgefüllt werden. (Bild: Thi My Lien Nguyen (10. Oktober 2017))

Es geht vorwärts. Nachdem die Kiesgrube «Obers Chrüüzgässli» während sieben Jahren brach lag, begann im April 2017 die Auffüllung. Ein halbes Jahr später war das Loch, das sich über zwei Parzellen erstreckt, um rund die Hälfte geschrumpft. «Unterdessen fehlt noch rund ein Viertel», schätzt der Eschenzer Gemeindepräsident Claus Ullmann.

Laut Vertrag zwischen der Gemeinde und der Wellauer AG hätten die Auffüllung und Rekultivierung der Parzelle 861 bereits Ende 2016, jene der Parzelle 862 bis Ende 2017 abgeschlossen sein sollen (die TZ berichtete). Rekultivierung meint, dass Lebensräume für Pflanzen und Tiere wiederhergestellt werden und die Parzelle wieder als Kulturland genutzt werden kann. Dann aber stellte die Abbaufirma bei der Gemeinde ein Gesuch, um die Frist um zehn Jahre zu verlängern. Dieses wurde von der Gemeinde abgelehnt. Es folgte ein Gesuch für eine Fristverlängerung um drei Jahre. Dieses wurde auch beim Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau eingereicht.

Kanton schlägt einen Kompromiss vor

Schliesslich bewilligte der Kanton eine Fristverlängerung zur Wiederauffüllung bis Ende 2018 und zur Rekultivierung bis am 30. September 2020. Für die Gemeinde, die für die Rekultivierung lediglich eine Fristverlängerung bis Ende dieses Jahres vorgesehen hatte, bedeutete dies ein Kompromiss. «Dahinter konnten wir stehen», sagt Ullmann. Auf einige Monate mehr oder weniger komme es nun auch nicht mehr an.

Standort der Kiesgrube

Gegen diesen Entscheid legte die Wellauer AG beim Kanton Rekurs ein. «Es besteht keine Sicherheit, dass wir bis Ende 2018 das nötige Material für eine vollständige Auffüllung der Grube beschaffen können», sagt Rony Wellauer, Abteilungsleiter Kieswerke bei der Wellauer AG, zur Begründung. Aktuell läuft das Verfahren noch. Die Gemeinde habe nach Rücksprache mit dem Kanton verfügt, dass der Rekurs keine aufschiebende Wirkung habe. «Das bedeutet, dass wir mit der Auffüllung weitermachen», sagt Wellauer. Momentan sehe es gut aus, sagt auch er. Dies hänge vor allem mit der guten, sprich trockenen, Witterung zusammen. «Wenn das Wetter so bleibt, und wir genügend Aushub beschaffen können, sollte die Auffüllung bis Ende Jahr abgeschlossen sein.» Doch mit Sicherheit könne er es eben nicht sagen. Im «Oberen Chrüüzgässli» wurde und wird für die Auffüllung Aushub von drei verschiedenen Baustellen aus der Region verwendet. Zwei seien nur wenige hundert Meter entfernt, sagt Ullmann. Die Gemeinde habe Druck gemacht und sei selber auf die Bauherren der entsprechenden Baustellen zugegangen.

«Jahrelang wurde die Auffüllung hinausgeschoben.» Das hätte gemäss Ullmann nicht sein dürfen. «Nun erwartet die Bevölkerung, dass das Loch endlich zugeht», sagt er. Dementsprechend sei es die Aufgabe der Gemeinde, dafür zu sorgen, dass es mit der Auffüllung vorwärtsgehe. «Ich bin überzeugt, dass die Zeit zur Wiederauffüllung bis Ende Jahr reichen würde.»

Erst begrünen, dann rekultivieren

Gleichzeitig ist Ullmann der Meinung, dass mehr gemacht werden könnte. Auch er spricht das gute Wetter an. Die trockenen Böden böten sich zurzeit bestens für die Bodenbarbeitung an. «Im östlichen Teil könnte man zudem bereits mit der Rekultivierung beginnen», fügt er hinzu.

Bei der anschliessenden Rekultivierung ist laut Rony Wellauer ein zweistufiges Verfahren vorgesehen. «Wir arbeiten mit einer Zwischenbegrünung, um den Boden aufzulockern», sagt er. Dies führe dazu, dass die eigentliche Rekultivierung erst ein Jahr später beginnen könne.

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