Noch drei Wochen Fernunterricht: Was ist im Thurgau mit Schulreise, Schulbus und Schnupperlehre?

Die Bildungsverantwortlichen müssen in den nächsten Wochen viele Fragen rund um die Rückkehr in die Schule klären.

Sebastian Keller
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Ab 11. Mai soll an der Volksschule wieder Präsenzunterricht stattfinden.

Ab 11. Mai soll an der Volksschule wieder Präsenzunterricht stattfinden.

Laurent Gillieron /key

Am Dienstag nach Ostern ging an den Thurgauer Volksschulen das Lehren und Lernen wieder los. Wie vor den Ferien als Fernunterricht: Schüler und Lehrer sehen oder hören sich meist nur über digitale Kanäle.

Dieser Fernunterricht soll noch drei Wochen dauern. Der Bundesrat machte vergangene Woche seine Absicht bekannt: Die obligatorischen Schulen sollen am 11. Mai wieder öffnen dürfen. Der entsprechende Entscheid aus Bern wird am 29. April erwartet.

Dann geht es auch im Thurgau Schlag auf Schlag: Am Folgetag wird der Entscheid des Departementes für Erziehung und Kultur erwartet, wie einer Information des Amtes für Volksschule zu entnehmen ist. Darin heisst es auch, dass man bei der Planung unter «Einhaltung der Hygienevorschriften von einem ansonsten uneingeschränkten Präsenzunterricht ab 11. Mai 2020» ausgehe. Das heisst auch: kein Halbklassen-Unterricht und keine gestaffelte Beschulung. Das ist freilich nur so verbindlich, wie Verbindlichkeit in der aktuellen Pandemie möglich ist.

Sportvereine wollen wieder in die Turnhallen

Die Taskforce Schule, die aus Regierungsrätin Monika Knill, der Verwaltung und der Präsidien der Bildungsverbände besteht, trifft sich in dieser und der nächsten Woche zu Sitzungen. Laut Informationen müssen – auch abhängig vom Entscheid des Bundesrates – etwa folgende Fragen geklärt werden: Benotung und Zeugnisse, Durchführung von Konventen und Teamsitzungen, Religionsunterricht, Musikschulunterricht.

Auch Fragen betreffend Mittagstischen und weiteren familienergänzenden Angeboten gilt es zu erörtern. Noch zu regeln ist zudem, wann Schulreisen wieder möglich sind und wie der Schulbus künftig fährt. Ungeklärt ist weiter die externe Nutzung der Schulinfrastruktur. Das ist vor allem für Sportvereine zentral, die in Turnhallen trainieren.

Noch mehr als 700 Lehrstellen offen

Für Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, geht es auch in der Coronazeit um die Berufswahl. Wie einer Information aus dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB) zu entnehmen ist, konnten bis anhin über 1700 Lehrverhältnisse abgeschlossen werden. «Das entspricht dem Stand vom Vorjahr», heisst es. Derzeit seien noch etwas über 700 Lehrstellen im Kanton offen.

Wie das ABB weiter schreibt, sei es in gewissen Berufen aktuell schwierig oder gar unmöglich, Schnupperlehren zu machen. So etwa im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei Coiffeuren und im Detailhandel. Doch das ABB skizziert hierfür einen Plan: Schnupperlehren können nachgeholt werden. Zudem ist es möglich, Lehrverträge noch bis zu den Herbstferien abzuschliessen.