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Was in Hüttwilen nicht leuchtet, sieht man nicht

Glühwürmchen sind Käfer, und es glühen ausschliesslich Weibchen. Das lernten die Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins Seebachtal anlässlich der Jahresversammlung.
Margrith Pfister-Kübler
Ein Glühwürmchen bei der Tat. (Bild: PD)

Ein Glühwürmchen bei der Tat. (Bild: PD)

Das Interesse war gross am öffentlichen Vortrag im Anschluss an die Jahresversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins, denn Glühwürmchen faszinieren einfach. Aufenthaltsgebiete im Seebachtal? «40 Standorte im Thurgau und 900 im Kanton Zürich. Sind die Glühwürmchen im Thurgau am Aussterben und in Zürich nicht?», fragte sich der Referent Ingo Rieder. Der Zoologe erklärte, dass es dem im Sommer 2002 in Zürich gegründeten Verein Glühwürmchen-Projekt darum gehe, Daten für die Erforschung und Förderung von Leuchtkäfern zu erheben.

Tobias Schmid, Präsident NV Seebachtal. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Tobias Schmid, Präsident NV Seebachtal. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Er zeigte eine Karte mit Fundorten im Raum Seebachtal mit ganz wenigen Punkten darauf. Daraus den Schluss zu ziehen, dass das Seebachtal ein Glühwürmchen-Notstandsgebiet sei, wäre aber falsch. Noch fehlen die Meldungen, damit diese in die Kartierung aufgenommen werden können. «Es ist auch für Jugendliche spannenden, die mit ihren Smartphones fotografieren und so gleich geografische Koordinaten mitliefern können», sagte Rieder.

Mehr Grasfrösche am Hasensee

Gewählt wurde er an der Jahresversammlung am Donnerstagabend im Hüttwiler Schulhaus Geeren mit Applaus und einstimmig, Tobias Schmid, der neue Präsident des Natur- und Vogelschutzvereins Seebachtal. Schon während des vergangenen Jahres hatte Schmid mitgewirkt, weil Präsident Sandro Bauer wegen Weiterbildung kürzer getreten war.

Nun leitete Schmid, Experte für Turmfalken und Schleiereulen, auch die Jahresversammlung. Die Nistkästen seien gut besetzt, sagte Tobias Schmid. Er sprach von 40 Turmfalken und 11 Schleiereulen. «134 Nistkästen wurden gesamthaft kontrolliert,» sagte Markus Bauer, zuständig für den Vogelschutz.

Bruno Friedrich hängte im Steimürli, in den Rebbergen und im Wald neue Nistkästen auf und kontrollierte diese. Darin brüteten: 51 Meisen, 4 Kleiber, 1 Trauerschnäpper, 1 Star, 4 Haussperlinge, 3 Mehlschwalben, 7 Turmfalken und 2 Schleiereulen. Weitere Bewohner waren Mäuse, Siebenschläfer, Wespen und Hornissen.

Kinder früher für Naturschutz gewinnen

«Wir müssen den Kindern zeigen, wie lohnenswert es ist, beim Naturschutz mitzumachen», sagte Markus Bauer und wies auf Schnupperkurse und Nistkastenbau hin (Infos unter: www.nvseebachtal.ch). Lynne Stutz, zuständig für den Amphibienschutz, berichtete von ehrenamtlichen Grosseinsätzen mit 26 Freiwilligen. Gerettet wurden 3455 Amphibien: Am Hasensee wurde ein Zuwachs von Grasfröschen registriert, aber keine Springfrösche gesichtet. Im Gebiet Stammheim/Etzwilen dagegen wurden 933 Springfrösche gezählt.

Anlass zu Diskussionen gaben die Amphibienschutznetze und -hägli aus Kunststoff. Hier bestehe Handlungsbedarf. Zustimmung bekam der Vorschlag von Hans Bachmann, gemeinsam mit allen Amphibiensammelregionen den optimalen Weg zu suchen. Kassierin Waltraut Kliem wurde für ihre Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt; sie führt das Amt interimsweise weiter. Die Rechnung weist einen Gewinn von 448 Franken aus. (kü)

In ein Glas hatte Rieder ein kleines LED-Licht gesetzt. Das Publikum glaubte, ein Glühwürmchen zu sehen. «Damit können sie ein Männchen anlocken, denn es glaubt, da leuchte ihn ein Weibchen entgegen.» Es glühen nur die Weibchen, die geflügelten Männchen dagegen nicht. Und wenn das Männchen beim Weibchen gelandet ist, löscht das Weibchen das Lämpchen.

Mit wenigen Worten liess er die mehrjährige Entwicklung der Glühwürmchen passieren, vom Ei zum Käfer. Vier Arten gibt es in der Schweiz, weltweit gibt es 2000 Arten. In Brasilien sind die Leuchtkäfer riesig hell und gross. «Die Mädchen tragen sie in den Haaren, wenn sie zum Tanz gehen», sagte Ingo Rieder und vermittelte den Eindruck, dass das Beobachten, Melden und Fördern dieser leuchtenden Insekten nichts mit lehrhafter Langeweile zu tun hat.

Für Meldungen und weitere Infos siehe www.gluehwuermchen.ch

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