«Was für eine freudige Überraschung»:
St. Margarether Bildhauer holt beim renommiertesten Grabmalwettbewerb Deutschlands einmal Silber und viermal Bronze

Bildhauer Daniel Isler nahm an einem Wettbewerb für Grabmalkunst in Deutschland teil – mit Erfolg. Nach dem Lockdown darf er sich zudem wieder über mehr Aufträge freuen.

Peter Mesmer
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Daniel Isler und seine Lernende Sarah Schäfer mit den deutschen Urkunden.

Daniel Isler und seine Lernende Sarah Schäfer mit den deutschen Urkunden.

Bild: Peter Mesmer

«Ich war richtig baff, als ich letzte Woche vom Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerwerk Baden-Württemberg Post erhielt», sagt Daniel Isler. «Viermal Bronze und einmal Silber, lautete die Mitteilung. Alle meine fünf eingereichten Grabmäler haben es in die Kränze geschafft. Was für eine freudige Überraschung.» Voller Stolz präsentiert Isler mit seiner Lernenden Sarah Schäfer die fünf Urkunden, welche er beim renommiertesten Grabmalwettbewerb Deutschlands eingeheimst hat.

An Grabmalwettbewerben in der Schweiz habe er schon mehrmals mit Erfolg teilgenommen, erzählt Isler. Erstmals habe er nun auch einen Versuch «ennet der Landesgrenze» gewagt.

Den Entschluss, am Wettbewerb in Heilbronn teilzunehmen, fällte er nicht zuletzt auch wegen Corona verursachter Sorgen. Die schlechte Auftragslage im Frühjahr zwang ihn zum Nachdenken über seine Branche. Stillsitzen und Däumchen drehen kann’s sicher nicht sein, sagte sich Daniel Isler.

Nach Lockdown wieder gut gefüllte Auftragsbücher

Dass es jetzt aber gleich allen seinen fünf eingereichten Wettbewerbsarbeiten zu einer Medaille gereichte, hätte er nicht einmal im Traum gedacht. Daniel Isler sagt:

«Das ist für mich eine riesige Genugtuung und zeigt mir, dass ich mit meinen Grabmälern auch heute noch den Zeitgeist treffe.»

Seine Auftragsbücher sind inzwischen wieder sehr gut gefüllt. Die ersten Wochen nach Verordnung des Lockdowns sei das noch ganz anders gewesen: «Es sind kaum mehr Aufträge eingegangen. Geändert hat sich das dann aber glücklicherweise sofort nach den ersten Lockerungen. Momentan sind wir sehr gut ausgelastet und ich hoffe natürlich, dass das noch lange so bleibt.»

Ein von Daniel Isler geschaffener Grabstein.

Ein von Daniel Isler geschaffener Grabstein.

Bild: Peter Mesmer

Trotz momentan guter Auslastung will Daniel Isler die Augen vor der Problematik, welche der Steinbildhauerbranche immer mehr zu schaffen macht, nicht verschliessen. Viele von Schweizer Steinmetzen geschaffenen Grabmäler geniessen zwar wegen ihrer hohen Qualität einen hervorragenden Ruf.

Sie stehen aber länger je mehr in Konkurrenz mit anonymen Bestattungen, Gemeinschaftsgräbern, Baum- und Wiesengräbern sowie Massenware aus industrieller Fertigung, hauptsächlich aus Asien.

An Wettbewerben teilnehmen und Zeichen setzen

Daniel Isler, der in seiner langen Berufslaufbahn bereits über 1500 individuelle Grabmäler gefertigt hat und einen hervorragenden Ruf geniesst, versucht unter anderem mit Teilnahmen an Wettbewerben Zeichen zu setzen und ein Gegengewicht zu schaffen:

«Ich versuche damit, die Öffentlichkeit auf die hohe Qualität und Individualität kunsthandwerklich hochwertig und mit Leidenschaft gefertigter Grabmäler zu sensibilisieren.»
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