Wängi
Zwei Wochen vor Abstimmung: «Wartheim»-Abriss bewegt Wängemer Schulbürger

An den Infoanlässen über die Wängemer Schulerweiterung hatten die wenigen Besucher einige Fragen.

Christof Lampart
Merken
Drucken
Teilen
Rund 40 Interessierte sind am Samstagmorgen der Einladung der Schulbehörde gefolgt.

Rund 40 Interessierte sind am Samstagmorgen der Einladung der Schulbehörde gefolgt.

(Bild: Christof Lampart)

Dass die «Messe» bereits vor dem Urnengang vom 13. Juni, an dem der Wängemer Souverän über das 17,83 Millionen Franken schwere Bauprojekt zu befinden hat, gelesen sein könnte – dieser Eindruck verstärkte sich am Samstagvormittag in der Mehrzweckhalle Dammbühl.

Dorthin hatten die Schulbehörde Wängi um Präsident Jörg Kobelt und Baukommissionspräsident Thomas Marti eingeladen, um über das Projekt, dessen Namen malerisch-verspielt «am Wäldli und bim Bächli» lautet, zu informieren. Doch anstatt wie ursprünglich vorgesehen drei mussten nur zwei Info-Blöcke abgehalten werden, zu denen sich etwas mehr als 40 Personen angemeldet hatten.

Marti, der nicht nur als Baukommissionspräsident amtet, sondern auch in der Schulbehörde das Ressort Liegenschaften bekleidet, legte dar, dass die bestehenden Gebäude den heutigen Anforderungen an einen Schulbetrieb – zum Beispiel, weil die Klassenzimmer zu klein oder die Gruppenräume ungünstig angeordnet seien – nicht mehr genügten.

Unter anderem zwei Neubauten

Ein dreigeschossiger Neubau soll das «Wartheim» ersetzen.

Ein dreigeschossiger Neubau soll das «Wartheim» ersetzen.

(Bild: ZVG)

Das Projekt beinhaltet vor allem zwei Neubauten: Zum einen soll ein dreigeschossiger Holzbau mit Betonkern das ehemalige Abwartswohnhaus «Wartheim» ersetzen. Und zum anderen soll das Schulhaus Imbach II einen Anbau erhalten. Daneben sind strukturelle Anpassungen in den bestehenden Schulhäusern Steinler und Imbach I vorgesehen.

Das Schulhaus Imbach II mit dem geplanten Anbau (links).

Das Schulhaus Imbach II mit dem geplanten Anbau (links).

(Bild: ZVG)

Zu reden gab nach der Vorstellung des Projektes weniger die neue Bausubstanz als vielmehr der vorgesehene Abriss des Wartheims. Einige Votanten fanden es «schade, dass das schöne Wartheim wegmuss», stellten die Nachhaltigkeit eines Abrisses in Frage oder bemerkten fatalistisch, «es tut einfach weh». Marti stellte klar, dass die Behörde «anfangs ähnlich dachte», doch gehe es in erster Linie darum, den Kindern gute Lernbedingungen zu ermöglichen – was beim Neubau viel besser möglich sei, denn die alte Abwartswohnung sei nie als Schulhaus konzipiert gewesen. Ausserdem ermögliche ein Neubau, so Architekt Nino Soppelsa, einen wirklich nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, denn «mit dem Rückbau des Gebäudes schützen wir die anderen vorhandenen Grünflächen. Ohne dies würden wir mehr anderen Raum verbauen», so Soppelsa.

Kubikmeterpreise kaum vergleichbar

Auch energetisch sei man mit den Neubauten weitaus ökologischer unterwegs, als man es mit dem Wartheim je sein könnte. «Wenn man in die Zukunft schaut, dann ist das ein sehr nachhaltiges Projekt», so der Architekt aus Zürich.

Innenansicht des geplanten Holzbaus.

Innenansicht des geplanten Holzbaus.

(Bild: ZVG)

Eine Dame hakte nach und fragte, warum die Baukosten fürs neue Wartheim im Vergleich zu anderen modernen Schulbauten, wie beispielsweise die Pädagogische Hochschule in Kreuzlingen, massiv teurer sei. Laut Karlpeter Trunz, Oberuzwil, welcher bei der Schulerweiterung Wängi die Bauherren vertritt, müsse man bei den reinen Kubikmeterpreisen differenzieren, denn eine grosse Schulanlage könne man nur schwer mit dem Wartheim vergleichen, da die Voraussetzungen anders seien. «Das Untergeschoss des Wartheims ist komplett ausgebaut und isoliert und wird zu 100 Prozent für die Arbeit, für die Küche und anderes gebraucht. Bei einer grossen Schulanlage gibt es jedoch auch einen grossen Anteil an billigen Kubikmetern wie Abstellräume. Das Wartheim hingegen wird zu 100 Prozent, vom Unter- bis zum Obergeschoss, genutzt werden», so Trunz. Hinzu komme, dass das Wartheim ein Holzbau sei; und ein solcher sei nun einmal «fünf bis neun Prozent teurer» als ein konventioneller Bau.

Innenansicht der Imbach II-Erweiterung.

Innenansicht der Imbach II-Erweiterung.

(Bild: ZVG)