Warten auf Bewerbungen für das Gemeindepräsidium Warth-Weiningen

Am 25. November sind Behörden-Gesamterneuerungswahlen. Für das frei werdende Gemeindepräsidium hält sich das Interesse bis jetzt in Grenzen.

Evi Biedermann
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Ortseingangstafel Weiningen: Hier wird ein Gemeindepräsidium gesucht. (Bild: Nana do Carmo)

Ortseingangstafel Weiningen: Hier wird ein Gemeindepräsidium gesucht. (Bild: Nana do Carmo)

Es war absehbar, dass die Suche nicht einfach werden würde, denn frühzeitige Abklärungen im Gemeinderat von Warth-Weiningen hatten ergeben, dass keines der sechs Mitglieder das Präsidium übernehmen will. Deshalb wurde mit Bruno Fehr und Heinz Scheidegger eine Findungskommission eingesetzt, die sich seither intensiv um die Nachfolge von Hans Müller bemüht, der Ende Mai 2019 zurücktritt.

So wurden innerhalb der Gemeinde Gespräche geführt mit verschiedenen potenziellen jüngeren und älteren Anwärterinnen und Anwärtern. Präsident Bruno Fehr sagt:

«Leider lange Zeit erfolglos.»

Auch ein Zeitungsinserat brachte nicht den erhofften Effekt. Immerhin: Eine Bewerbung ist nun eingegangen. Von wem oder woher sie stammt, gibt die Findungskommission nicht bekannt. Zuerst müssten der Gemeinderat und die Bevölkerung informiert werden. Zudem sei die Bewerbungsfrist erst vor ein paar Tagen abgelaufen.

Bis 1. Oktober auf die offizielle Kandidatenliste

Die bescheidene Resonanz überrascht die Findungskommission nicht. Man habe jedoch klar mehr erwartet, räumt Bruno Fehr ein. Aber noch sei alles offen.

«Wir erhoffen uns weitere Bewerbungen.»
Hans Müller, abtretender Gemeindepräsident von Warth-Weiningen. (Bild: Evi Biedermann)

Hans Müller, abtretender Gemeindepräsident von Warth-Weiningen. (Bild: Evi Biedermann)

Die Wahl ist auf den 25. November angesetzt. Bewerben kann man sich noch bis kurz davor. Auf die offizielle Kandidatenliste der Gemeinde kommt allerdings nur, wer sich bis 55 Tage vor der Wahl bewirbt. Das ist in diesem Fall der 1. Oktober. Angeschrieben wurden kürzlich auch die Mitglieder des Projekts «Umsorgt älter werden in Weiningen». Von den insgesamt 28 Personen erhofft sich die Findungskommission einen Tipp, wo sie noch anklopfen könnte. Dass die Wunschperson jemand aus der Gemeinde ist, liegt auf der Hand, denn bis anhin ist man damit gut gefahren. Mit Max Arnold und Hans Müller führten lediglich zwei Präsidenten die politische Gemeinde seit deren Gründung im Jahr 1995. Und auch im Gemeinderat sitzen zum Teil langjährige Mitglieder. Das bedeutet Stabilität und Kontinuität. Dem müsse man unbedingt Sorge tragen, sagt Heinz Scheidegger. «Konstanz macht den Wert unserer Gemeinde aus.»

Damit es eine Auswahl gibt: Je mehr, desto besser

Das soll aber niemanden ausserhalb der Gemeinde davon abhalten, sich zu bewerben, betonen Scheidegger und Fehr. Ziel sei, engagierte, kommunikative und führungsstarke Persönlichkeiten zu finden. Deshalb freue man sich über jede weitere Bewerbung. Je mehr, desto besser, denn das ermögliche den Stimmbürgern, zwischen mehreren Kandidaten zu wählen. «Dafür setzen wir uns mit allen Mitteln ein», sagt Bruno Fehr. Das heisst auch, die Einwohner von Warth und Weiningen zu involvieren.

«Wir sind froh um jeden Hinweis.»

Auf die Person würden er oder Heinz Scheidegger dann selber zugehen, versichern sie. Bei so viel Engagement drängt sich die Frage auf, warum die beiden Herren nicht selber kandidieren. Ihm fehle schlicht die Zeit dazu, sagt Heinz Scheidegger, Procurator der Kartause Ittingen. Bruno Fehr verweist auf sein Alter und meint mit einem Augenzwinkern: «Mit meinen 72 Jahren fühle ich mich ein bisschen zu jung.»

WARTH-WEININGEN: Steuerfüsse auf Talfahrt

Die Einwohner dürfen sich freuen. 2018 sinken die Steuern. Die Gemeinde legt ein Budget vor mit einem um drei Punkte tieferen Steuerfuss, bei der Schulgemeinde sind es sogar fünf Prozentpunkte weniger.
Evi Biedermann