Warm ums Herz: Das wird einem beim Konzert des Frauenfelder Oratorienchors

Der Oratorienchor hat in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld Händels «Messiah» dargeboten.

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Künstlerinnen und Künstler freuen sich über den Applaus.

Künstlerinnen und Künstler freuen sich über den Applaus.

(Bild: PD)

(red) Ob es am Corona-Virus lag, dass die Bänke am Sonntagabend in der evangelischen Stadtkirche erkennbare Lücken aufwiesen, sei an dieser Stelle für einmal gemutmasst. Doch alle, welche dem Spektakel beiwohnten, hatten sich spätestens nach zweieinhalb Stunden mit einem anderen Virus infiziert: nämlich mit jenem des schönen und ausdrucksstarken Chorgesangs.

Denn der Frauenfelder Oratorienchor unter der musikalischen Leitung von Christian Dillig verstand es, das so bekannte wie auch vom Ausdruck her «tänzerische» Oratorium Händels mit einer Mischung aus klanglicher Leichtigkeit und atmosphärischer Grazie so darzubieten, dass einem ganz warm ums Herz wurde.

Der Chor sang engagiert und begeisterte oft bei jenen Stellen, an denen die Register ganz fein aufeinander abgestimmt agieren mussten.
Dirigent Christian Dillig.

Dirigent Christian Dillig.

(Bild: PD)

Gesanglich vermochten auch die Solistinnen Mechthild Bach (Sopran) und Susanne Gritschneider (Alt) sowie die Solisten Dino Lüthy (Tenor) und Peter Brechbühler (Bass) zu überzeugen. Sie alle brachten in ihren Arien die opernhafte Struktur des «Messiah» hervorragend zur Geltung. Das «Rejoice greatly» gelang Bach so, wie es der Titel suggeriert: freudvoll für die Ohren. Gritschneiders wunderbar tragender Alt gestaltete die Seufzer des «He was despised» beklemmend und somit authentisch. Lüthy wiederum sang ausgewogen und leicht – und setzte schon zu Beginn bei «Every valley shall be exalted» ein Ausrufezeichen. Von diesen hatte auch Brechbühler zu bieten – insbesondere bei «The trumpet shall sound».

Weiteres Darbietung am kommenden Wochenende

Dazu wurden Chor und Solisten vom fein und transparent aufspielenden Capriccio-Barockorchester begleitet, das nicht nur die Sängerinnen und Sänger unterstützte, sondern zuweilen in den kleinen Instrumental-Soli für ebenso markante wie auch eigenständige Momente besorgt war, die zu bezaubern wussten. Am Ende dankte das Auditorium den Künstlerinnen und Künstlern mit einem langen Applaus.

Wer die erste Aufführung verpasst hat, erhält am kommenden Sonntag, 8. März, um 17 Uhr noch einmal in der evangelischen Stadtkirche Frauenfeld die Gelegenheit.

Oratorienchor Frauenfeld legt grossen Wert auf romantischen Fluss

An seinen Jahreskonzerten führt der Frauenfelder Oratorienchor mit Antonin Dvoraks «Stabat Mater» ein für die Besucher attraktives und für den Chor anspruchsvolles Werk auf. Dirigent Christian Dillig schaut der ersten Aufführung diesen Sonntag erwartungsfroh entgegen.