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Der Direktor des Plättli-Zoos ist ein Tierflüsterer

Er spricht immer zu seinen Tieren. Der Direktor des Plättli-Zoos in Frauenfeld, Walter Mauerhofer, schätzt an seinem Lieblingstier Löwe dessen Ehrlichkeit. Er mag keine Handys, und seine Asche soll im Löwengehege verstreut werden.
David Grob
Walter Mauerhofer mit seinen Wildschweinen Franky und Charlotte. (Bild: Reto Martin)

Walter Mauerhofer mit seinen Wildschweinen Franky und Charlotte. (Bild: Reto Martin)

Gibt es einen Lieblingsort für Sie im Thurgau?

Der Plättli-Zoo. Hier habe ich meine Tiere, hier habe ich meine Freunde – das ist meine Umgebung. Auswandern, wie das etwa andere Pensionierte machen, käme für mich nie in Frage.

Was lieben Sie am Sommer?

Ich mag es, am Morgen aufzustehen, wenn es noch kühl ist. Dann besuche ich die Tiere, die dann noch wach und aktiv sind. Am Mittag, wenn es heiss ist, liegen sie oft nur faul da. Mir käme es nicht in den Sinn, im Sommer in den Süden in die Ferien zu fahren. Hier ist es ja warm genug.

Haben Sie ein Lieblingstier, und was bewundern Sie an ihm?

Der Löwe. Er ist eines der ehrlichsten Raubtiere. Der Löwe ist viel ehrlicher als etwa Tiger, die ziemlich hinterlistig sein können. Man nennt ihn nicht umsonst den König der Tiere.

Zur Person

Walter Mauerhofer ist seit seiner Kindheit praktisch täglich im Plättli-Zoo. Er übernahm die Leitung des Tierparks von seinem Vater. Der 68-Jährige tritt seit 2015 etwas kürzer und gibt einen Teil der Verantwortung an einen ehemaligen Lehrling ab. Mauerhofer schätzt aber weiterhin den engen Umgang mit den Tieren.

Was machen Sie, um gesund zu bleiben?

Ich trinke während des Tags genügend Wasser und abends immer ein Glas Wein.

Welches ist ihre liebste ­Glace-Sorte?

Kaffeeglace.

Bratwurst mit oder ohne Senf?

Eine gute Bratwurst braucht keinen Senf.

Die beste App auf Ihrem Handy?

Ich habe gar nichts auf dem Handy. Ich brauche es nur zum Telefonieren. In dieser Hinsicht bin ich ein bisschen eine Flasche. Wenn ich in die Ferien gehe, dann gebe ich mein Handy meinem Stellvertreter. Ich hasse es, wegen jedem ‹Schissdreck› zu telefonieren.

Was nehmen Sie immer mit, wenn Sie aus dem Haus gehen?

Mein Sackmesser.

Walter Mauerhofer mit seinen Ara-Papageien. (Bild: Reto Martin)

Walter Mauerhofer mit seinen Ara-Papageien. (Bild: Reto Martin)

Was ist ihr gefühltes Alter?

(Das Handy klingelt) – Sehen Sie, jetzt geht’s schon los ... Also ich fühle mich schon noch nicht so alt, wie ich bin. Aber ich merke schon, dass ich nicht mehr zwanzig bin. Ich kann nicht mehr gleich lang pickeln wie früher. Auch mache ich, seit ich etwas Herzprobleme habe, vermehrt ein kurzes Mittagsschläfchen.

Lügen Sie manchmal?

Nein, eigentlich nicht. Ehrlich währt am längsten. Lügen bringt nichts. Natürlich schwindelt man manchmal. Wenn mich etwa Kinder fragen, was mit den jungen Wildschweinen passiert, dann sage ich, dass sie in einen anderen Zoo kommen. Ich kann ja nicht sagen, dass wir ihnen den ‹Grind› abschlagen und sie in die Pfanne hauen. Das kann man kleinen Kindern ja nicht sagen. Erwachsenen teile ich das während Führungen aber schon mit.

Ihr erster Traumberuf war?

Ich wollte immer Landwirt werden. Aber dann hat mein Vater den Plättli-Zoo eröffnet. Und eine gewisse Zeit lang wollte ich auch Mechaniker werden. Ich repariere auch heute noch viel selbst.

Haben Sie ein Vorbild?

Meine Vorbilder waren meine Eltern. Meine Mutter sorgte sich um die Sauberkeit und ging wirtschaftlich mit dem Geld um. Mein Vater war der Unternehmer, der alles Mögliche machte in seinem Leben. Er arbeitete als Landwirt, auch hatte er einen Circus, und er war Akkordholzer. Von meiner Mutter habe ich definitiv den Sinn für Sauberkeit geerbt.

Was schätzen Sie an Ihrer Partnerin besonders?

Sie ist eigentlich immer da. Für mich, für den Zoo. Sie hilft immer mit. Wir haben’s gut miteinander. Wir sind seit 25 Jahren zusammen und hatten noch nie ernsthafte Probleme.

Walter Mauerhofer mit einem seiner Kamele. (Bild: Reto Martin)

Walter Mauerhofer mit einem seiner Kamele. (Bild: Reto Martin)

In welchem Job wären Sie eine Fehlbesetzung?

In einem Bürojob. Ich bin sowieso gerne draussen an der frischen Luft. Klar wäre es manchmal im Winter schön, an der Wärme zu sein. Aber nur in einem Büro auf einem Stuhl hocken könnte ich nicht. Dann lieber etwas an den ‹Ranzen› frieren.

Wie lautet der Filmtitel Ihres Lebens?

«Vom Bauern zum Zoodirektor».

Warum sind Sie kein Vegetarier?

Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht. Ich bin sogar ein starker Fleischesser. Ein Essen ohne Fleisch ist für mich kein richtiges ­Essen. Ich bin auch damit aufgewachsen.

Was finden Sie gut an sich?

Ich sage immer, man muss ehrlich sein. Und sich gegenseitig in die Augen schauen. Ich hasse es, wenn mein Gegenüber beim Gespräch in die andere Richtung schaut. Das sind falsche Leute. Wenn mir jemand bei der Begrüssung nicht in die Augen schauen kann, dann ist er falsch. Und mir wird immer gesagt, dass mein Umgang mit den Tieren gut ist. Ich rede immer mit den Tieren. Das gebe ich auch meinen Lehrlingen weiter. Ich gehe manchmal auch zu den Tieren, wenn ich nichts erledigen muss. Man muss einen Bezug zu ihnen haben. Sie kommen meist auch sofort zu mir, wenn ich ein Gehege betrete.

Wann können Sie ruhig ­einschlafen?

Am besten schlafe ich, wenn ich von der Arbeit heimkomme. Oft schlafe ich dann während des Wetterberichts für etwa eine halbe Stunde ein, bin danach aber wieder wach. In der Regel schlafe ich nachts sehr gut. Ausser ich plane einen Bau oder Umbau. Dann bin ich am Hirnen. Meine Partnerin meint dann immer: ‹Bist du wieder am Bauen?›

Unter welchem Spitznamen kennen Ihre Freunde Sie?

Seitdem ich ein kleiner Junge war, heisse ich Boy. Eigentlich nennen mich alle so. Meine Eltern waren Bauern in Altikon. Eine Magd, eine Italienerin, die nicht so gut deutsch sprach, nannte mich Boy. Und der Name blieb. Alle nennen mich so. Kollegen, meine Geschwister. Auch meine Eltern. So gab es keine Verwechslungen mit meinem Vater, der ebenfalls Walter hiess. Und ich wurde zum Glück nicht «Walterli» gerufen.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrem Vater?

Klar den Bezug zu den Tieren. Mein Vater war als Mann des Zirkusses zwar mehr der Showman. Das ist aber nicht so meines. Ich suche die Öffentlichkeit nicht.

Welche Eigenschaft haben Sie von Ihrer Mutter?

Sauberkeit und Pünktlichkeit.

Was soll auf Ihrem Grabstein stehen?

Ich brauche keinen. Verbrennen ist umweltfreundlicher. Meine Asche kann im Löwengehege verstreut werden.

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