Schutzanordnung für Waldreservate gibt an Berlinger Gemeindeversammlung zu reden

An der Berlinger Gemeindeversammlung diskutierten Waldeigentümer mit dem Kreisforstingenieur.

Manuela Olgiati
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Kreisforstingenieur Ulrich Ulmer informiert über die geplante Schutzanordnung des Waldreservates.

Kreisforstingenieur Ulrich Ulmer informiert über die geplante Schutzanordnung des Waldreservates.

Bild: Manuela Olgiati

Für reichlich Diskussionen unter Waldeigentümern sorgte an der Gemeindeversammlung von Berlingen die Schutzanordnung des Waldreservates Heeristobel und Funkenplatz. «Ein solcher Schutz gilt für mindestens 50 Jahre», sagte Ulrich Ulmer am Montagabend in der Unterseehalle.

Der Kreisforstingenieur informierte über den Verzicht für solche Flächen und dessen Nutzung. Geplant ist die Umsetzung dieser Anordnung durch den Regierungsrat im Sommer 2021. Im Thurgau werden 30 Waldreservate von insgesamt 1880 Hektaren gezählt. Das «Althau» in Berlingen sei schützenswert und umfasse 28 Hektaren Wald, sagte Ulmer. Waldreservate bieten besseren Schutz für Pflanzen und Tiere. Die Berlinger Waldeigentümer wurden 2018 erstmals informiert. Ein Jahr später folgte ein Waldumgang mit der Bevölkerung. Eine öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeiten ist im ersten Quartal 2021 vorgesehen.

Die Finanzen der Gemeinde Berlingen sind im Lot. Nebst der Abnahme der Rechnung 2019 gab Gemeindepräsident Ueli Oswald viele Informationen ab. Applaus gab es für einen anonymen Spender, der der Gemeinde für den Werkleitungsbau eine Million Franken vermacht. «Eine umsichtige Finanzplanung mache Sinn», sagte Oswald. Der kürzlich eingetretene Stromausfall im ganzen Dorf käme die Gemeinde teuer zu stehen. Die Steuerkraft liegt Ende 2019 bei 2434 Franken pro Einwohner.

Kleiner Gewinn fliesst ins Eigenkapital

Die Rechnung 2019 schliesst bei einem Aufwand von 5,359 Millionen Franken und einem Ertrag von 5,393 Millionen Franken mit einem Gewinn von 34'019 Franken ab. Die Rechnung und die Zuweisung des Gewinnes zum Eigenkapital hiessen die 68 Stimmberechtigten ohne Diskussion gut. Auch das überarbeitete Bestattungs- und Friedhofreglement wurde gutgeheissen.

Gemeindepräsident Ueli Oswald informierte auch über notwendigen Investitionen, die im 2021 vorgesehen sind. Der Gemeinderat setzt sich für eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Unterseehalle ein, die für die Berlinger Einwohner den Nutzen bringen soll, mit einer Solargemeinschaft den eigenen Strom zu produzieren. Alexander Stietz von der Firma Abonax sprach von einer Wertschöpfung in der Energieversorgung. Gemäss Gemeindepräsident stimmen die Berlinger an der Budgetgemeindeversammlung über einen Kreditantrag ab. Die Investitionskosten einer FV-Anlage werden mit rund 140'000 Franken beziffert. Das Projekt käme zu Stande mit einer 50-Prozent-Beteiligung an Solargemeinschaften.

Gemeinderatsmitglied und Schulpräsidentin Jolanda Lenherr informierte noch zur Schule Berlingen, die mit aktuell 51 Primarschulkindern in pandemiebedingten Zeiten gut unterwegs sei.

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