Wahrzeichen unter neuer Leitung: Roman Pulfer übernimmt das Präsidium des Turmhofs Steckborn von Roger Forrer

Der Stiftungsrat des Steckborner Turmhofs hat einen neuen Präsidenten und weitere neue Mitglieder.

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Der Turmhof Steckborn ist fertig renoviert.

Der Turmhof Steckborn ist fertig renoviert.

(Bild: PD)

(red) 2019 stand der Turmhof Steckborn unter einem besseren Stern als die Jahre davor. Vorbei der Staub und der Lärm; verschwunden die Baugerüste, die Handwerker und die Baumaschinen, welche im Jahr zuvor noch den Platz, die Fassaden und Dächer der historischen Bauten umgestalteten. Und vorbei auch der Zwist um das Museum; nach den Querelen trat erst eine Phase der vorsichtigen Koexistenz ein, die schliesslich doch noch in eine vertrauensvolle Partnerschaft mündete. Die Stiftung Turmhof steht heute so gesund da wie die Bauten um den schönen Platz seit der Renovation.

Dass sich auch die öffentliche Wahrnehmung gewandelt hat und die Unkenrufe verstummt sind, erklärt sich aus dem erfolgreichen Wirken des Stiftungsrates und den guten Rechnungsabschlüssen. «Dank dem Einsatz und der Solidarität vieler Menschen haben wir es geschafft, das Turmhofprojekt im Sinne der Stifter zu realisieren, und sind überglücklich, dass es zurzeit auch finanziell aufgeht», erklärt Roger Forrer, der scheidende Stiftungspräsident, und bedankt sich im Jahresbericht bei allen, die dazu beigetragen haben, dass Steckborns Wahrzeichen zu einem neuen Gesicht und einer neuen Identität gefunden haben.

Der Steckborner Stadtpräsident Roman Pulfer sitzt neu auch dem Stiftungsrat des Turmhofs Steckborn vor.

Der Steckborner Stadtpräsident Roman Pulfer sitzt neu auch dem Stiftungsrat des Turmhofs Steckborn vor.

(Bild: Reto Martin)

Der Alt-Steckborner Sven Bradke hat sich, obschon längst fern vom Städtli zu Hause, während einiger Jahre um die Imagepflege der Stiftung und um die Kommunikation gekümmert. Nun, da das Schiff in ruhigere Gewässer gefunden hat, fand er es verantwortbar, dass er sich aus dem Stiftungsrat zurückzog. Auch Bruno Rhiner, der aus Steckborn weggezogen ist, gab seinen Rücktritt per Ende Jahr. Neu in den Stiftungsrat gewählt wurden Ingrid Schwarzer als Finanzexpertin und Roman Pulfer als Vertreter der Stadt, dem in der Nachfolge von Roger Forrer auch gleich das Präsidium aufgebürdet wurde.

Die bisherige Geschichte der Stiftung ist auch die Geschichte eines Finanzabenteuers. Das war in den verschiedenen Phasen spannend bis sehr anspannend. Heinz Kasper, scheidender Präsident der Finanzkommission: «Von einer sehr schwierigen ersten Phase, Geld zu beschaffen, bis zum glücklichen Abschluss nach der Bauabrechnung war es ein Wechselbad der Gefühle. Dann die immer bange Frage, können wir vermieten, damit das ganze Projekt für die Stiftung auch tragbar und bezahlbar wird? Nach dem Abschluss darf nun aber festgestellt werden, dass die Hoffnung erfüllt wurde.»

Erfolg und Misserfolg bei den Vermietungen wechseln sich ab. Peter Röthlisberger, der sich im Stiftungsrat in wachsendem Masse um den Unterhalt und die Vermietung der Gebäude gekümmert hat, sagt dazu: «Zurzeit sind zwei Drittel der Wohnungen und die beiden Ladenlokale vermietet. Von der Lage am See, der Symbiose von alt und neu und dem Ausbaustandard sind viele begeistert. Die Höhe der Mietzinse wird von Auswärtigen als normal bis günstig, von Einheimischen als eher hoch wahrgenommen. Als wesentlichen Nachteil führen viele das Fehlen von Liften und Parkplätzen ins Feld.»

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