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Thurgauer National- und Ständerats-Kandidaten auf Instagram: Like mich, abonniere mich, wähle mich

Einige Thurgauer Politiker zeigen sich auf Instagram. Andere präsentieren ihre Aktivitäten auf Facebook oder Twitter. Können authentische Einblicke ins Privatleben zusätzliche Wählerstimmen sichern?
Janine Bollhalder
Diana Gutjahr (SVP) ist sportlich unterwegs, um ihren Geist fit und agil zu halten – hier am #cityrun. Bild: Instagram / Diana GutjahrDiana Gutjahr (SVP) ist sportlich unterwegs, um ihren Geist fit und agil zu halten – hier am #cityrun. Bild: Instagram / Diana Gutjahr
Hansjörg Brunner (FDP) posiert mit seinem Hund Faro bei einer Wanderung auf der #Schwägalp. Bild: Instagram / Hansjörg BrunnerHansjörg Brunner (FDP) posiert mit seinem Hund Faro bei einer Wanderung auf der #Schwägalp. Bild: Instagram / Hansjörg Brunner
Christian Lohr (CVP) ist immer am Ball - das will er auch im #Nationalrat beibehalten – #teamlohr. Bild: Instagram / Christian LohrChristian Lohr (CVP) ist immer am Ball - das will er auch im #Nationalrat beibehalten – #teamlohr. Bild: Instagram / Christian Lohr
Kurt Egger will als Grüne Stimme in den Nationalrat. Instagram verwende er nur für gutes Fotomaterial. Bild: Instagram / Kurt EggerKurt Egger will als Grüne Stimme in den Nationalrat. Instagram verwende er nur für gutes Fotomaterial. Bild: Instagram / Kurt Egger
Manuel Strupler (SVP) erntet auf den Breitenhof in Weinfelden Aprikosen – mit: #rotibäggli. Bild: Instagram / Manuel StruplerManuel Strupler (SVP) erntet auf den Breitenhof in Weinfelden Aprikosen – mit: #rotibäggli. Bild: Instagram / Manuel Strupler
Pascal Schmid (SVP) mit seiner Partnerin Rahel Huber beim #Sommernachtsball der Bodensee-Offiziere. Bild: Instagram / Pascal SchmidPascal Schmid (SVP) mit seiner Partnerin Rahel Huber beim #Sommernachtsball der Bodensee-Offiziere. Bild: Instagram / Pascal Schmid
Nina Schläfli «no bitzli agspannt» beim Dreh der Wahlclips im Frauenfelder Murg-Auenpark - #spwählen. Bild: Instagram / Nina SchläfliNina Schläfli «no bitzli agspannt» beim Dreh der Wahlclips im Frauenfelder Murg-Auenpark - #spwählen. Bild: Instagram / Nina Schläfli
Peter Dransfeld (links) von der Grünen Partei analysiert die Örtlichkeiten der Staaderchilbi. Bild: Instagram / Peter DransfeldPeter Dransfeld (links) von der Grünen Partei analysiert die Örtlichkeiten der Staaderchilbi. Bild: Instagram / Peter Dransfeld
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«Ich möchte mich einem eher jungen Publikum sichtbar und bemerkbar machen, sagt FDP-Politiker Hansjörg Brunner. Sein Vorhaben setzt er erfolgreich um: Mit rund 1400 Abonnenten auf Instagram ist er führend unter den Hauptlisten-Kandidierenden für die Nationalratswahlen. Zum Vergleich: Tennisprofi Roger Federer hat fast sieben Millionen Abonnenten.

Etwas mehr als jeder zweite Schweizer ist auf Instagram anzutreffen. Die Plattform bietet ihren Benutzern die Chance, Bilder und Videos mit der Welt zu teilen. Beiträge von anderen Benutzern können positiv bewertet, kommentiert und deren tägliche Aktivitäten verfolgt werden. Instagram zählt weltweit 500 Millionen Nutzer, die täglich auf der Plattform aktiv sind.

Bei Brunners Zielgruppe, dem jungen Publikum, ist Instagram aber besonders beliebt. Die Bilder-App gibt den Politikerinnen und Politikern die Chance, den Thurgauer Wählern einen Einblick in ihr Privatleben zu bieten. Manuel Strupler, SVP-Politiker, sagt:

«So erfährt man etwas über mich und wie ich bin und was ich mache».

Er zeigt sich sowohl bei politischen Anlässen, wie auch auf seinem Landwirtschaftsbetrieb, dem Breitenhof in Weinfelden. Zudem erläutert Strupler seinen rund 1100 Abonnenten in kurzen Videos seine politischen Engagements.

Auch Diana Gutjahr, ebenfalls SVP-Politikerin, hat sich vor knapp einem Jahr für einen Instagram-Account entschieden. «Es ist leichtere Kost im Vergleich zu Facebook und LinkedIn, wo hauptsächlich der Text und weniger das Bild im Zentrum steht», sagt sie. Gutjahr zeigt ihren rund 1050 Abonnenten Bildsujets aus ihrem Alltag sowie von ihren politischen und unternehmerischen Engagements. Gerne zeigt sie sich auch beim Sport, beim Joggen, Tennis oder Fussball.

Während die SVP sich zahlreich auf Instagram tummelt, ist die EDU Thurgau nur mit Peter Schenk auf Instagram vertreten. Vizepräsident Marcel Wittwer sagt:

«Der Grund dafür dürfte sein, dass die Leute vom mittelalterlichen oder älteren Schlag, selbst wenn sie nicht Politiker sind, nicht immer Schritt halten mit dem Wandel».

Vorgaben, wie Parteimitglied Schenk sich auf Instagram zu verhalten habe, gäbe es nicht. Aber natürlich gilt: «Was die Vertreter der EDU auf den Sozialen Plattformen treiben, muss selbstverständlich mit der Strategie der Partei im Einklang stehen.»

Facebook geniesst den Vorzug

Jürg Schumacher, Kantonalpräsident der BDP, erklärt die Abwesenheit seiner Parteikollegen auf Instagram folgendermassen: «Als Partei, aber auch als Kandidierende pflegen wir mehrheitlich nur entweder ein Facebook-Konto oder allenfalls einen Twitter-Account. Weil zeitlich einfach nicht mehr möglich ist.» Die Mitglieder der CVP Thurgau sind ebemfalls primär auf Facebook vertreten. «Einige sind auch zusätzlich auch auf Twitter und eben: auf Instagram», sagt Geschäftsstellenleiterin Marlise Bänziger. Der auf Instagram erfolgreichste CVP-Politiker ist Christian Lohr. Er bietet seinen über 600 Abonnenten Einblicke in sein Leben mit einem Rollstuhl – dies stets mit einer Prise Humor.

Privat oder für die Partei?

«Die Kandidierenden der GLP-Stammliste sind auf Facebook vertreten und dort mehr oder weniger aktiv», sagt Andreas Schelling, Vorstandsmitglied der GLP Thurgau. Einige sind aber auch auf Instagram aktiv – wie etwa Irina Meyer, die unter dem Namen madame_meyer Reisefotos, Landschaftseindrücke sowie Bilder von und mit ihrem Freund postet. «Ich benötige dieses Medium nicht, um Werbung zu betreiben. Aber wenn jemand wissen will, was ich ausserhalb der Politik so treibe, bin ich auf Instagram zu finden», sagt sie. Weniger private Einblicke bietet SP-Politikerin Nina Schläfli:

«Bei meinem Instagram-Account stehen tatsächlich politisch motivierte Inhalte im Vordergrund, hin und wieder teile ich auch etwas Halbprivates».

Und so postet sie oft: #spwählen. Die Partei werde sogar von der Wahlkampfleitung ermutigt, auf Plattformen wie Instagram, Twitter und Facebook aktiv zu sein. Schläfli selbst postet auch auf Facebook und nutze ihren Twitteraccount regelmässig.

Insgesamt seien vermutlich nicht sehr viele Mitglieder der Grünen Partei auf Instagram aktiv, aber: «Wir arbeiten daran, dass sich das ändert», sagt der Thurgauer Präsident Kurt Egger. Einige Kandidierende der Hauptliste sind doch schon auf der Plattform aktiv. Auch für sie gibt es keine Regeln bezüglich der Verwendung. Egger sagt:

«Bis jetzt gab es keinen Anlass dazu. Wir gehen davon aus, dass alle erwachsen sind und vernünftig mit den Medien umgehen».

Auch die JUSO Thurgau ist auf Instagram aktiv - die Partei hat als Ganzes einen Instagram-Account. Denn: «Es nützt unserer Sache mehr, an einem Strang zu ziehen, als die Profilierung einzelner Karrieristen zu fördern», sagt JUSO Thurgau-Präsident Joël Reichelt.

Die Kontaktpersonen der EVP Thurgau haben keine Stellung bezogen.

«Facebook als Ergänzung»

Thomas Hutter ist Geschäftsführer von Hutter Consult in Aadorf. Das Unternehmen berät Firmen, Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens zu Fragen bezüglich digitalem Marketing mit Schwerpunkt auf Social Media.

Würden Sie den kandidierenden Politikern Instagram empfehlen – oder ist eine andere Plattform wie etwa Facebook geeigneter?

Thomas Hutter: Mit einer passenden und gut umgesetzten Werbestrategie ist Instagram für politische Zwecke geeignet. Ergänzend sollte Facebook eingesetzt werden, denn dahinter befindet sich das gleiche Werbenetzwerk. Mit Facebook sind mehr Thurgauer und insgesamt mehr Schweizer erreichbar als via Instagram.

Wie sollte ein Politiker seinen Instagram Account führen?

Es gibt kein Richtig und Falsch. Ein Politiker sollte sich volksnah zeigen, wozu auch Einblicke ins Privatleben gehören. Dies bietet natürlich aber auch Angriffsfläche für Kritik. Wie viel ein Politiker von seinem Privatleben in den Wahlkampf und in Social Media einbringen möchte, ist eine Frage der Strategie dieser Person.

Wie wichtig ist die Anzahl der Abonnenten?

Generell macht es heute keinen Sinn mehr, Fans und Follower zu jagen. Alle erfolgreichen Social Media Strategien setzten auf bezahlte Werbung. Mit dieser kann man relevante Reichweite erreichen. (jab)

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