WAHLSONNTAG
Ein zweiter Wahlgang muss über das neue Hüttwiler Gemeindepräsidium entscheiden

Auf der offiziellen Namensliste stand niemand. Das könnte mit ein Grund sein, weshalb die beiden von der Findungskommission vorgeschlagenen Kandidaten, nämlich Bruno Kaufmann und Roland Schnider, beide parteilos, das absolute Mehr klar verpasst haben.

Mathias Frei
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Der amtierende Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder mit den beiden Herren, die seine Nachfolge antreten wollen, vor der Hüttwiler Gemeindekanzlei: links Bruno Kaufmann, rechts Roland Schnider.

Der amtierende Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder mit den beiden Herren, die seine Nachfolge antreten wollen, vor der Hüttwiler Gemeindekanzlei: links Bruno Kaufmann, rechts Roland Schnider.

Bild: Kevin Roth

Ultraknapp ging der erste Wahlgang um das Hüttwiler Gemeindepräsidium aus. Entschieden ist aber nichts, denn die beiden von der Findungskommission vorgeschlagenen Kandidaten verpassten das absolute Mehr klar. Der amtierende Hüttwiler Gemeinderat Bruno Kaufmann konnte 142 Stimmen auf sich vereinen. Mitbewerber Roland Schnider, der in Andelfingen lebt und sich aufgrund eines Inserats der Findungskommission zur Wahl stellte, holte nur zwei Stimmen weniger. Die offizielle Namensliste war leer geblieben, denn beide Kandidaturen wurden erst nach Ablauf der entsprechenden Frist bekannt. Das mag auch ein Grund gewesen sein, weshalb sowohl Kaufmann als auch Schnider für das absolute Mehr von 252 Stimmen einiges fehlte. Der Hüttwiler Landwirt Thomas Keller kam auf 57 Stimmen, 30 Hüttwiler wählten den aktuellen Vizepräsidenten Daniel Bauer. 134 Stimmen gingen an Vereinzelte.

Hanspeter Zehnder mit Bruno Kaufmann und deren Lebenspartnerin.

Hanspeter Zehnder mit Bruno Kaufmann und deren Lebenspartnerin.

Bild: Kevin Roth

Nun muss also ein zweiter Wahlgang am 2. Juni um die Nachfolge von Gemeindepräsident Hanspeter Zehnder entscheiden, der schon frühzeitig seinen Rücktritt auf Ende Juli 2021 angekündigt hatte. Zehnder wird dann über sechs Jahre im Amt gewesen sein. Im zweiten Wahlgang, der auf einen eidgenössischen Abstimmungssonntag gelegt ist, reicht das relative Mehr für eine Wahl.

Schwierig, weil Namensliste leer war

Als am Sonntagmittag kurz vor 13 Uhr die letzten Urnenoffizianten den Heimweg antraten, kamen Zehnder, Gemeinderätin Evelyne Hagen, die beiden Kandidaten mit ihren Lebenspartnerinnen und Findungskommissionspräsident Patrick Siegenthaler für die coronakonforme Bekanntgabe der Wahlresultate zusammen. Bruno Kaufmann (68) zeigte sich nicht überrascht über den Ausgang des ersten Wahlgangs. Es sei klar gewesen, dass es mit einer leeren Namensliste schwierig werden könnte.

«Das knappe Wahlresultat zeigt aber auch, dass beide Kandidaten absolut wählbar sind. Abgesoffen ist keiner von uns.»
Roland Schnider und Findungskommissionspräsident Patrick Siegenthaler, links Schniders Lebenspartnerin.

Roland Schnider und Findungskommissionspräsident Patrick Siegenthaler, links Schniders Lebenspartnerin.

Bild: Kevin Roth

Der parteilose Kaufmann, der seit vier Jahren dem Hüttwiler Gemeinderat angehört, tritt nochmals an am 2. Juni. Ihm gleich tut es Roland Schnider. Auch er will im zweiten Wahlgang sein Glück erneut versuchen. Der 62-jährige Parteilose indes ist erstaunt ob der Pattsituation. «Ich war offen, was der Wahlsonntag bringt», sagte er. Schnider war nach eigenen Angaben während zweier Tage in der Gemeinde unterwegs, um Flyer zu verteilen.

«Ich hatte nur positive Eindrücke.»

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