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Wagenhausen verweigert Deutschen
und ihrem Sohn den Schweizer Pass

Die Gemeindeversammlung lehnt die Einbürgerung mit zwei Stimmen Unterschied ab. Votanten kritisierten, dass der Sohn im Deutschen Oehningen zur Schule geht.
Margrith Pfister-Kübler
Den Schweizer Pass bekommt die Deutsche nicht überreicht. (Bild: Michel Canonica)

Den Schweizer Pass bekommt die Deutsche nicht überreicht. (Bild: Michel Canonica)

Die Ingenieurin aus Deutschland wohnt seit August 2010 in Wagenhausen, ebenfalls ihr Sohn, der im Dezember 2008 in Winterthur zur Welt kam. Sie lebt mit dem Kindvater, einem Schweizer, in einem Einfamilienhaus in Wagenhausen.

Die Wagenhauser Stimmbürger haben am Donnerstagabend mit 36 Nein- und 34 Ja-Stimmen das Gesuch der Deutschen und ihres Sohnes abgelehnt. Die Gesuchstellerin war persönlich an der Gemeindeversammlung anwesend und erklärte, dass mit dem Bau des Einfamilienhauses Wagenhausen zum Lebensmittelpunkt geworden ist und sie sich gut integriert fühle. In der Botschaft für die Gemeindeversammlung steht unter Motivation zur Einbürgerung: "Mein Kind wurde bereits in der Schweiz geboren. Es ist wunderbar, ihn hier in der friedlichen Demokratie aufwachsen zu sehen."

Gemeindepräsident Harry Müller: «Es gibt auch Schweizer, die ihre Kinder in Oehningen zur Schule schicken»

Gemeindepräsident Harry Müller: «Es gibt auch Schweizer, die ihre Kinder in Oehningen zur Schule schicken»

«Schweizer Kultur wird mit Füssen getreten»

Wie üblich verliess die Gesuchstellerin nach der Vorstellungsrunde den Saal. Bei der anschliessenden regen Diskussion äussersten Votanten ihr Befremden darüber, dass das Kind die Grundschule in Oehningen, im benachbarten Deutschland, besucht. Den Kindergarten besuchte der Bub von 2013 bis 2015 noch in Wagenhausen. Gemeindepräsident Harry Müller sagte dazu: «Es gibt auch Schweizer, die ihre Kinder in Oehningen zur Schule schicken.» Dort werden die Kinder über den Tag länger betreut, was berufstätigen Eltern entgegenkomme. Ein Votant meinte: «Da wird die Kultur der Schweiz mit Füssen getreten. Das Kind lernt in Oehningen nicht, sich in der Schweiz einzufügen.»

Auch sehe man die Frau nie im Volg, von ihr seien Worte gefallen wie «scheiss Schweizer Schule». Das Gesuch sei keine Herzenssache. «Wir Schweizer sagen auch schiiss Schwobe», sprang eine Votantin der Deutschen zur Seite. Weiter Voten pro Einbürgerung zeigten, dass die Ansichten geteilt waren.

Dies spiegelte auch das knappe Ergebnis der geheimen Abstimmung: Von 71 anwesenden Stimmbürgern stimmten 36 Nein, 34 Ja und ein Stimmbürger leer. Die Einbürgerungswillige nahm den demokratischen Entscheid mit Fassung zur Kenntnis und verliess den Saal, zusammen mit ihrem Lebenspartner.

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