Wagenhausen
«Sie sollen sich online kennen lernen und offline verlieben»: Laura Matter hat eine unkonventionelle Dating-App entwickelt

In den vergangenen 100 Tagen drehte sich bei Laura Matter alles um die Liebe. Im Rahmen des Mehrgenerationenprojekts «Silver Ox» in Wagenhausen hat sie eine eigene Dating-App kreiert.

Rahel Haag
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Laura Matter stellt per Videochat ihre Dating-App «Noii» vor, die sie im Rahmen des Mehrgenerationenprojekts «Silver Ox» in Wagenhausen entwickelt hat.

Laura Matter stellt per Videochat ihre Dating-App «Noii» vor, die sie im Rahmen des Mehrgenerationenprojekts «Silver Ox» in Wagenhausen entwickelt hat.

Bild: Rahel Haag

Laura Matter hat es geschafft. Sie hat im Rahmen des Mehrgenerationenprojekts «Silver Ox» in Wagenhausen einen Prototyp für ihre Dating-App «Noii» entwickelt. Das Ergebnis hat die 20-Jährige am Montagabend virtuell präsentiert.

Eine Idee vorantreiben

Das Mehrgenerationenprojekt ermöglicht es einem jungen Team, 100 Tage lang kostenlos die Wohnung und den Arbeitsraum im «Ochsen» in Wagenhausen zu nutzen, um dort ein Projekt voranzutreiben. Hierbei wird das Team von sogenannten «Silvers», Vertretern der älteren Generation, die in den Mietwohnungen im «Ochsen» leben, unterstützt. (red)

Das Besondere an Matters App: Sie fokussiert nicht auf Äusserlichkeiten. «Studien zeigen, dass die Nutzer einer Dating-App anhand eines Fotos innert 30 Millisekunden entscheiden, ob sie das Gegenüber kennen lernen wollen oder nicht», sagt sie. Bei «Noii» sollen sich die Nutzer dagegen zuerst kennen lernen, bevor sie Bilder voneinander sehen. Das Ziel:

«Sie sollen sich online kennen lernen und offline verlieben.»

Telefonieren statt chatten

Um dieses Kennenlernen so erfolgreich wie möglich zu gestalten, müssen die Nutzer zuerst Fragen zu ihren Interessen, Wertvorstellungen und der eigenen Persönlichkeit beantworten. Anhand dieser Informationen werden die User «gematcht», sprich zusammengeführt. Dazu sagt Matter:

«‹Noii› ist wie der beste Freund, der dich verkuppelt.»

Anschliessend folgt ein erstes Voice-Date, also ein Telefonat. Eine Chatfunktion gibt es bei «Noii» dagegen nicht. Der Grund: Sie verleite dazu, sich ewig hin und her zu schreiben, ohne dass es zu einem Treffen kommt. Das Telefonat sei zeitlich begrenzt, sagt Matter, und habe zum Ziel, herauszufinden, ob man den andern sympathisch findet. Ist dies der Fall, werden danach von beiden Personen drei Bilder freigeschaltet. Zum Schluss kann mittels der App ein Date vereinbart werden.

Teilzeit arbeiten und «Noii» weiter vorantreiben

Nach der Präsentation berichtet Matter davon, wie es ihr in Wagenhausen ergangen ist. Die Zusammenarbeit mit den ‹Silvers› sei unkompliziert gewesen, sagt sie. Zudem habe sie sich voll auf ihre Idee fokussieren können.

«Das Projekt hält, was es verspricht.»

Und wie soll es mit «Noii» nun weitergehen? Künftig wolle sie Teilzeit arbeiten und das Projekt weiter vorantreiben, sagt die Marketing- und Social-Media-Managerin. Gleichzeitig stelle sich die Frage, ob sie das allein oder in einem Team machen wolle. Während der ersten 50 Tage in Wagenhausen war Matter noch von Michael Hörnlimann unterstützt worden. «Doch dann haben wir festgestellt, dass unsere Ziele und Ambitionen nicht übereinstimmen.»