Waffenrecht: Im Thurgau schwankt die Zustimmung zwischen 19 und 71 Prozent

Raperswilen und Wilen sind die beiden Thurgauer Gemeinden mit der geringsten, beziehungsweise mit der höchsten Zustimmung zum neuen Waffenrecht. Insgesamt sagt der Thurgau mit 59 Prozent Ja.

Thomas Wunderlin
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In Wilen bei Wil befürworten besonders viele Stimmbürger das neue Waffenrecht. (Bild: Nana do Carmo)

In Wilen bei Wil befürworten besonders viele Stimmbürger das neue Waffenrecht. (Bild: Nana do Carmo)

Wilen, eine gut situierte Vorortsgemeinde von Wil, hat die Vorlage zur Angleichung ans EU-Waffenrecht mit einem Ja-Anteil von 71 Prozent angenommen. In der Bauerngemeinde Raperswilen auf dem Seerücken erreicht der Ja-Anteil nur 19 Prozent. Selten zeigt sich bei einer Abstimmung im Kanton Thurgau eine derartige Bandbreite.

Ländliche Gemeinden gegen schärferes Waffenrecht

Insgesamt sagen 26 Gemeinden Nein. Es sind alles ländliche Gemeinden, grössere Zentren fehlen. Tendenziell sind sie europaskeptisch, die SVP holt jeweils viele Stimmen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Seerücken zwischen Homburg und Kemmental, ein anderer am Nollen.

Der Stadt-Land-Gegensatz zeigt sich besonders auffällig im ehemaligen Bezirk Diessenhofen. Die Stadt Diessenhofen stimmt mit 63 Prozent zu – Schlatt und Basadingen-Schlattingen lehnen ab mit Ja-Anteilen von 46 respektive 41 Prozent.

Die Städte wollen alle den Anschluss an Schengen behalten, beziehungsweise dazu beitragen, Gewalttaten zu verhindern. Frauenfeld und Kreuzlingen stechen mit je 69 Prozent Ja heraus. Auch das Steuerparadies Horn ist auf dieser Höhe. Der allerhöchste Ja-Anteil (76) findet sich bei den im Thurgau abstimmenden Auslandschweizern.

Unter dem Strich sagt der Thurgau mit 59,11 Prozent Ja; alle Bezirke stimmen zu. Schweizweit beträgt der Ja-Anteil 64,73 Prozent.

Alle achtzig Gemeinden sagen Ja zur Staf

Die Steuerreform und AHV-Finanzierung (Staf) erhält im Thurgau 65,5 Prozent Ja, was nahe beim Schweizer Durchschnitt von 66,38 Prozent liegt. Die Bandbreite im Kanton ist deutlich kleiner als beim Waffenrecht.

Alle Gemeinden nehmen die Vorlage an. Am deutlichsten Mammern mit 70 Prozent, übertroffen nur von den Auslandschweizern mit 71 Prozent. Am tiefsten ist der Ja-Anteil in Dozwil (52 Prozent), gefolgt von Schönholzerswilen (53).

Stimmvolk mit 63,7 Prozent für Waffenrecht

Das Schweizer Waffenrecht wird verschärft. Das Stimmvolk hat die Übernahme der EU-Waffenrichtlinie am Sonntag mit 63,7 Prozent angenommen. Damit bleibt die Schweiz Teil des Schengen-Raums.