Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Waffengesetz: «Die Änderungen
sind absolut nutzlos»

Gegen die Änderung des Waffengesetzes laufen die Schweizer Schützen Sturm. Sie haben das Referendum ergriffen: Am 19. Mai gelangt die Vorlage zur Abstimmung. Werner Salzmann, SVP-Nationalrat und Präsident des Berner Schiesssportverbandes, ist Co-Präsident des Referendumskomitees. Er sagt, wieso das neue Gesetz kontraproduktiv ist.
Sebastian Keller
Werner Salzmann, SVP Nationalrat des Kantons Bern, bei der Einreichung des Referendums. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Werner Salzmann, SVP Nationalrat des Kantons Bern, bei der Einreichung des Referendums. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Werner Salzmann, Ihr Komitee hat in 100 Tagen 125000 Unterschriften gesammelt. Lediglich 50000 wären notwendig gewesen. Flogen Ihnen diese einfach so zu?

Es ging tatsächlich überraschend ring. Zumal man bedenken muss, dass während der Referendumsfrist kein Schiessanlass stattfand. Zudem fielen Weihnachten und Neujahr in diese Zeit.

Wieso ging es trotzdem rasch?

Das Thema bewegt die Leute, nicht nur die Schützen. Wenn versucht wird, den Bürgern den privaten Waffenbesitz zu verbieten, gehen sie auf die Barrikade. Es heisst, mit der Änderung des Waffengesetzes könne Terror verhindert werden. Das Gegenteil ist der Fall: Es kostet viel und entwaffnet nur die unbescholtenen Bürger, da Terroristen stets mit illegalen Waffen und längst auch mit anderen Mitteln wie Fahrzeugen vorgehen.

Was meinen Sie mit den Kosten?

Das neue Gesetz verursacht Aufwand bei der Polizei. Es befördert die Polizisten zurück an den Schreibtisch, das ist der Sicherheit sogar abträglich.

Wie verlief die Unterschriftensammlung im Thurgau?

Wir fanden in allen Kantonen eine breite Zustimmung. Im Thurgau kamen fast 5000 Unterschriften zusammen. Der Thurgau ist wie mein Kanton Bern ländlich geprägt. Auf dem Land ist die Schützentradition lebendiger als in der Stadt.

Der Bund schreibt, dass sich eigentlich fast nichts ändere. Wieso sind Sie trotzdem dagegen?

Wieso braucht es denn ein Gesetz, wenn nichts ändert? Schauen Sie: Die Änderungen sind absolut nutzlos. Zudem verstossen sie gegen die Verfassung, weil sie mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip brechen. Das Gesetz ist ein Paradigmenwechsel: Jeder Schütze muss beweisen, dass er kein Terrorist ist. Der Staat vertraut den Bürgern nicht mehr. Das geht doch nicht.

Der Bundesrat argumentiert, dass die Abkommen von Schengen und Dublin auf dem Spiel stehen.

Das ist nur eine Drohkulisse. Die EU wirft die Schweiz doch nicht aus dem Schengenraum, nur weil wir diese Anpassung nicht machen. Oder denken Sie, dass die EU aus der Schweiz einen weissen Fleck machen will, wo Straftäter untertauchen könnten? Ich nicht!

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.