Wängi

Er setzte auf Wertschätzung und Strenge: Seklehrer verabschiedet sich nach 31 Jahren

Sekundarlehrer Remo Volpez geht nach 31 Jahren Unterrichtszeit an der Schule Wängi in Pension.

Maya Heizmann
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Remo Volpez in seinem Klassenzimmer.

Remo Volpez in seinem Klassenzimmer.

(Bild: Maya Heizmann)

«Ich würde den Lehrerberuf nochmals wählen», sagt Remo Volpez. Er ist seit 1989 als Sekundarlehrer in Wängi als Klassenlehrer tätig. Er unterrichtete seine Schüler in den klassischen Phil2-Fächern: Mathe, Bio, Physik – sowie Turnen, Singen und Geografie.

Vierteiliger Niveauunterricht

«Ich habe bei mehreren Schulentwicklungen mitwirken dürfen», sagt Remo Volpez. Zwei waren für ihn wegweisend, wie der Übergang vom Seklehrer-Tandem (Sprachlehrer und Mathelehrer führen zwei Parallelklassen durch die drei Sekundarjahre) zum Jahrgangsklassenunterricht, bei dem neu auch eine Lehrperson aus der Realschule eingegliedert wurde. Diese Schulform war damals fast revolutionär – und der Start etwas holprig. Das Pilotprojekt, heterogene Stammklassen mit vierteiligem Niveauunterricht, bereitete einem Teil der Lehrerschaft Mühe. Plötzlich galt dieser spezielle Unterricht als zukunftsweisende Unterrichtsform. Dazu kam noch die Umstellung auf geleitete Schulen. Nach drei Jahren Übergangszeit wechselte man zum System Stammklasse E und G mit Niveauunterricht in Mathe und Fremdsprachen wie französisch und englisch. Das ist bis heute so geblieben.

Verschiedene Kompetenzen

«Die zweite Schulentwicklungsphase hält immer noch an und verläuft aus meiner Sicht in ruhigen und gut geplanten Bahnen», sagt Remo Volpez. Die kooperativen Lernformen seien ins MIA 21 (Medien und Informatik und Anwendungskompetenzen im Lehrplan 21) eingebettet, erklärt er. Diese Lernform ist prozessorientiert, denn die Leistung des einzelnen Schülers wird durch verschiedene Kompetenzen formuliert und nicht mehr als nur eine Note betrachtet. Verknüpft mit dieser Entwicklung hat auch die IT-Welt das Schulleben erfasst und der Umgang mit digitalen Daten ist an der Schule zum Standard geworden.

«Persönlich habe ich das familiäre und hilfsbereite Lehrerteam an der Schule Wängi sehr geschätzt», sagt Remo Volpez. «Ausserdem habe ich einen guten Draht zu meinen Schülern», sagt er. Eine gewisse Strenge im guten Sinn, verbunden mit Wertschätzung, schaffe klare Verhältnisse und ermögliche eine gute Lernatmosphäre. Die stabilen Verhältnisse sind durch eine starke Schulleitung, ein homogenes Lehrerteam, dazu durch eine wohlwollenden Elternschaft gegenüber der Schule mit einer grosszügigen Schulbehörde entstanden.

Remo Volpez verlässt auf Ende Januar die Schule Wängi mit vielen schönen Erinnerungen. Gänzlich in den Ruhestand zieht er sich indes noch nicht zurück: Kurzfristig übernimmt er eine 50-Prozent-Stelle als Sekundarlehrer in Winterthur.