Wängemer Stimmbürger sind an die Urne gewöhnt, dennoch befinden sie nicht am 17. Mai über die Rechnungsabschlüsse

Wängi verschiebt die Abstimmung über seine Rechnungsabschlüsse auf den September.

Olaf Kühne
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In Wängi findet bereits seit Jahren nur eine Gemeindeversammlung pro Jahr statt.

In Wängi findet bereits seit Jahren nur eine Gemeindeversammlung pro Jahr statt.

(Bild: Olaf Kühne)

Dass die Wängemer Stimmbürger über die Rechnungsabschlüsse von Politischer und Schulgemeinde an der Urne befinden, hat nichts mit Corona zu tun. Einen Einfluss auf die demokratischen Abläufe in der Gemeinde hat das Virus dennoch.

«Ein Urnengang kostet uns jeweils mehrere Tausend Franken.»

Traditionellerweise rufen Gemeinderat und Schulbehörde ihre Stimmberechtigten am eidgenössischen Abstimmungswochenende im Spätfrühling zur Rechnungsgenehmigung an die Urne. Heuer wäre dies am 17. Mai der Fall gewesen. Indes haben Bund und Kanton ihre Abstimmungen für das besagte Wochenende bereits abgesagt. Hingegen haben die Thurgauer Gemeinden vom Regierungsrat grünes Licht erhalten, ihre Rechnungsabschlüsse ausnahmsweise erst bis spätestens Ende Jahr genehmigen zu lassen; eigentlich müsste dies bis Ende Juni geschehen.

Thomas GoldingerGemeindepräsident Wängi

Thomas Goldinger
Gemeindepräsident Wängi

(Bild: Olaf Kühne)

«Ein Urnengang kostet uns jeweils mehrere Tausend Franken», sagt Wängis Gemeindepräsident Thomas Goldinger. «Zudem wäre mit den erforderlichen Coronamassnahmen der Aufwand an unseren Urnenstandorten nochmals gestiegen.» Gemeinderat und Schulbehörde haben folglich übereinstimmend entschieden, ihre für den 17. Mai angesetzten Abstimmungen auf das eidgenössische Wochenende vom 27. September zu verschieben. Die Rechnungen erst an der Budgetgemeindeversammlung vom Dezember vorzulegen, wie dies jüngst beispielsweise der Sirnacher Gemeinderat entschieden hat, sei hingegen keine Option gewesen.

«Unsere Stimmbürger haben sich daran gewöhnt, über die Rechnung an der Urne zu befinden, das wollten wir so beibehalten», sagt Goldinger. Den Abschluss 2019 bezeichnet der Gemeindepräsident mit «erfreulich». Anstelle eines budgetierten Verlustes von 348'000 Franken resultierte ein Minus von lediglich 850 Franken. Massgeblich dazu beigetragen haben um 225'000 Franken höhere Steuereinnahmen sowie ein um 74'000 Franken günstigerer Strassenunterhalt. Die Schulgemeinde hat ihre Zahlen noch nicht veröffentlicht.

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