Wängemer Stimmbürger bewilligen 1,5 Millionen für Sanierung des Gemeindehauses

Um 20.35 Uhr war Schluss: Die Wängemer Gemeindeversammlung winkte am Donnerstagabend sämtliche Anträge diskussionslos durch.

Olaf Kühne
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Am 19. Mai 1979 weihten die Wängemer ihr Gemeindehaus ein. Seither blieb der Bau innen wie aussen fast unverändert.

Am 19. Mai 1979 weihten die Wängemer ihr Gemeindehaus ein. Seither blieb der Bau innen wie aussen fast unverändert.

(Bild: Olaf Kühne)

Bis in alle Nacht dauern Wängemer Gemeindeversammlungen sowieso nie. Dass aber die Ausgabe 2019 nochmals fünf Minuten weniger lang dauern würde als die letztjährige Versammlung, damit hatte vor dem vergangenen Donnerstagabend kaum jemand gerechnet. Galt es doch, einige Traktanden mehr als 2018 abzuarbeiten.

Thomas GoldingerGemeindepräsident Wängi

Thomas Goldinger
Gemeindepräsident Wängi

(Bild: Olaf Kühne)

Die rekordverdächtige Kürze – Gemeindepräsident Thomes Goldinger konnte die Versammlung um 20.35 Uhr beenden – war indes nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass über Einbürgerungsgesuche, welche nach dem 1. Januar 2018 eingereicht wurden, nicht mehr in geheimer Abstimmung, sondern mit simplem Handzeichen befunden wird.
Diese Änderung entlastete in Wängi nicht nur die Stimmenzähler, sie führte auch zu einem äusserst klaren Resultat: Nur gerade ein einziger Stimmbürger verweigerte zwei Einbürgerungswilligen den roten Pass. Es sollte an diesem Abend der einzige nicht einstimmig genehmigte Antrag von Schulbehörde und Gemeinderat bleiben.

Sowohl Schulpräsident Jörg Kobelt als auch Gemeindepräsident Thomas Goldinger brachten ihre Budgets diskussionslos und sogar ohne jegliche Fragen aus dem Publikum ins Trockene. Die Schulgemeinde geht mit einem unveränderten Steuerfuss von 93 Prozent ins neue Jahr, das Budget sieht bei Ausgaben von 10,2 Millionen Franken ein kleines Defizit von 4900 Franken vor.

Wesentlich grösser ist das Minus, welches der Gemeinderat budgetiert hat. Bei gleichbleibendem Steuerfuss von 49 Prozent und Ausgaben von 15,3 Millionen Franken steht der Politischen Gemeinde ein Defizit von 277 000 Franken ins Haus. «Wir haben trotzdem eine gute Eigenkapitalsituation», kommentierte Goldinger seinen Budgetantrag.  

Trotz Budgetversammlung: Thomas Goldingers «Herzensanliegen» war offensichtlich Traktandum 3: 1,5 Millionen Franken für die Renovation des Gemeindehauses. Tatsächlich blättert längst der Verputz von der Fassade des 40-jährigen Baus, durch die undichten Fenster zieht im Winter kalte Luft in die Büros, und der Schalterbereich versprüht besten 70er-Jahre-Charme. Goldinger erläuterte, dass von den anderthalb Millionen 600 000 Franken für die energetische Sanierung, also für neue Fenster und die Wärmedämmung der Fassade, vorgesehen sind, weitere 665 000 Franken fliessen in den Umbau des Schalterbreichs, welcher künftig unter anderem über einen rollstuhlgängigen Schalter und eine behindertegerechte Toilette verfügen wird.

Diese Erläuterungen sowie die anschaulichen Illustrationen in der Versammlungsbotschaft genügten den 123 Stimmbürgern. Sie genehmigten auch diesen Antrag diskussionslos und einstimmig wie schliesslich auch die Sanierung und Umgestaltung der Heiterschenbrücke über Murg für 930 000 Franken.

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