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Vorwurf der Phantomplanung: Der zukünftige Steckborner Sportplatz wird zu einem Neben-Kriegsschauplatz der Scheitingerwiese

Die IG Scheitingen traut einer versprochenen Landschenkung für den neuen Sportplatz nicht, befürchtet vielmehr einen Kuhhandel zu Gunsten der Scheitingerwiese-Überbauung. Die Gegenseite widerspricht.
Mathias Frei
Auf dem Wies- und Ackerland im Vordergrund könnte der neue Sportplatz gebaut werden, weiter hinten die aktuelle Anlage. (Bild: Reto Martin)

Auf dem Wies- und Ackerland im Vordergrund könnte der neue Sportplatz gebaut werden, weiter hinten die aktuelle Anlage. (Bild: Reto Martin)

Es geht um 16'300 Quadratmeter Wies- und Ackerland. Rein flächenmässig hätten hier zwei Standardfussballfelder Platz. Auf der Parzelle im Gebiet Emmig am südlichen Dorfeingang soll die Zukunft der Steckborner Fussballer liegen. Der aktuelle Fussballplatz befindet sich in nächster Nähe, 250 Meter näher am See.

Seit 45 Jahren diskutiert Steckborn über einen neuen Fussballplatz. Die Parzelle im Gebiet Emmig könnte die Lösung dafür sein. Und das Beste daran: Die Stadt Steckborn soll das Land gratis und franko bekommen. «Gratis gibt’s nichts», dachte sich da wohl die Interessengemeinschaft (IG) Scheitingen – und befürchtet nun einen Kuhhandel. Hintergrund ist, dass die Landschenkerin Teil der Erbengemeinschaft ist, welche die von der IG bekämpfte Überbauung Scheitingerwiese realisieren will. Oder wie es in einer am Montagvormittag verschickten Medienmitteilung der IG Scheitingen heisst: «Voraussetzung für die Schenkung ist ein Gestaltungsplan, welcher auf der Scheitingerwiese sieben Mehrfamilienhäuser ermöglicht.»

Seit 2012 gibt es Überbauungspläne

Ende Oktober 2018 lag zum dritten Mal der Gestaltungsplan (GP) Scheitingen öffentlich auf. Die Pläne sehen auf der 1,2 Hektaren grossen Wiese eine Überbauung mit sieben Gebäuden und insgesamt 40 Wohnungen vor. Die Bereinigung der Einsprachen gegen den Gestaltungsplan ist dem kantonalen Departement für Bau und Umwelt (DBU) übertragen worden. Erstmals lag 2012 ein GP Scheitingen auf. Aus den Reihen der damaligen Einsprecher formierte sich die IG Scheitingen. Zum GP gab es 2014 im nächsten Anlauf kein Okay des Kantons. 2016 erwirkten die Überbauungsgegner eine kommunale Volksinitiative, jedoch ohne Erfolg. (ma)

Kein einziger Quadratmeter gesichert

Der Steckborner Stadtrat habe diesen Kuhhandel nicht abgelehnt, sondern den Gestaltungsplan Scheitingen beschlossen, schreibt die IG. Aber bis heute sei kein einziger Quadratmeter im Gebiet Emmig rechtsverbindlich gesichert worden.

«Es handelt sich somit um eine Phantomplanung auf fremdem Grund.»

Gregor Rominger, Vizestadtpräsident Steckborn. (Donato Caspari)

Gregor Rominger, Vizestadtpräsident Steckborn. (Donato Caspari)

Der Steckborner Vizestadtpräsident Gregor Rominger kann zu den Vorwürfen keine Stellung nehmen, weil sich die Behandlung der Einsprachen gegen den Gestaltungsplan Scheitingen beim Kanton in einem laufenden Verfahren befinde. Dagegen äussert sich Rechtsanwalt Humbert Entress als Vertreter der Erbengemeinschaft und der Landschenkerin als Teil der Erbengemeinschaft und widerspricht dem Kuhhandel-Vorwurf: «Es besteht keinerlei Abhängigkeit zwischen der Landschenkung und der Überbauung Scheitingerwiese.» Fakt sei, dass die Landschenkung an die Stadt Steckborn noch nicht erfolgt sei. Denn planungsrechtlich sei noch nicht abschliessend geklärt, ob ein Sportplatz auf besagter Parzelle in der Landwirtschaftszone überhaupt zulässig sei. Entress stellt fest:

«Falls eine Sportanlage planungsrechtlich möglich ist, wird die Schenkung erfolgen.»

Humbert Entress, Rechtsanwalt. (Andrea Stalder)

Humbert Entress, Rechtsanwalt. (Andrea Stalder)

Im Sommer 2018, als Stadtpräsident Forrer im Rahmen des 75-Jahr-Jubiläums des FC Steckborn die versprochene Landschenkung publik machte, sprach er davon, den neuen Sportplatz unter anderem mit dem Erlös aus dem Baulandverkauf des bisherigen Sportplatzes zu finanzieren. An der Budgetgemeinde im Dezember 2018 bewilligten die Steckborner sodann einen Projektierungskredit über 110000 Franken für den neuen Sportplatz. Und in der Botschaft zur aktuellen Rechnungsgemeinde von Ende Mai ist zu lesen, dass der Sportplatz etappiert geplant und gebaut werden soll, der Zeithorizont aber noch unklar sei. In einer noch laufenden Machbarkeit würden die Standortfrage, der Bestand respektive Bedarf, die raumplanerischen Aspekte inklusive Umzonung sowie ein Vorprojekt in Varianten abgeklärt.

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