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Vorsicht, ansteckend! In den Thurgauer Jagdrevieren wütet die Fuchsräude

Die Füchse im Thurgau sterben vermehrt an Fuchsräude. Auch für Hund und Mensch hat die Krankheit unangenehme Auswirkungen.
Rossella Blattmann, Sheila Eggmann
Sieht noch gesund aus: Fuchs im Winterfell (Bild: Hans Aeschlimann)

Sieht noch gesund aus: Fuchs im Winterfell (Bild: Hans Aeschlimann)

Ausgerupftes Fell, verkrustete Haut – es ist kein schöner Anblick. Ist ein Fuchs an der Fuchsräude erkrankt, bedeutet das für ihn einen qualvollen Tod. Die Krankheit breitet sich derzeit in Teilen des Kantons wieder aus. Im Thurgau gibt es knapp 90 Jagdreviere. «In 70 bis 75 davon, also in Dreivierteln, treiben sich an Fuchsräude erkrankte Füchse herum», sagt Roman Kistler, Leiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung. Im Kanton trete die Fuchsräude erst seit 2014 regelmässig und flächendeckend in Erscheinung. 2015 sei es ziemlich ruhig gewesen, ab 2016 nahmen die Fälle wieder zu. Dieser Trend hat sich fortgesetzt, sagt Kistler.

«In 2017 und 2018 kann man wieder von einer starken Ausbreitung auf einem grossen Teil des Kantons sprechen.»

Fuchsräude trete häufig in Wellen auf. Dieses Muster sei typisch für viele Seuchen. Kistler ist in regelmässigem Kontakt mit den Jagdaufsehern im Thurgau. Die Anzahl der erkrankten Füchse sei konstant. Wann sich die Lage wieder beruhige, könne er nicht sagen.

Die Milben bohren sich in die Haut

Der Auslöser der lästigen Seuche ist eine Milbe. Die Räude ist eine Hautkrankheit, die durch Grabmilben der Gattung Sarcoptes hervorgerufen wird. «Die Grabmilben bohren sich in die Haut», sagt Kistler. In diesen Bohrgängen legen die Milben ihre Eier ab. Die Milben ernähren sich von Hautzellen und Gewebeflüssigkeit. «Man nimmt an, dass die Hautveränderungen infizierter Tiere auf eine allergische Reaktion auf die Milben und ihre Abfallprodukte zurückzuführen sind», ergänzt Kistler. Der ausgelöste Juckreiz ist für die Tiere so stark, dass sie sich Fellbüschel ausreissen und sich blutig kratzen. Die mit Krusten und Rissen übersäten Tiere werden immer schwächer. Schliesslich sind sie nicht mehr in der Lage, sich Nahrung zu beschaffen, und nach ungefähr drei Monaten verenden sie.

Epidemien bei sozialen Tierarten

Die Übertragung der Sarcoptes-Milben erfolgt laut Kistler hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen den Tieren. Starke Epidemien würden daher vor allem bei sozialen Tierarten auftreten. Die Milben könnten aber auch von ihrem Wirt abfallen und auf dem Boden mehrere Wochen überleben. «Dadurch infizieren sie wieder andere Tiere, zum Beispiel Hunde, die sich an Ruheplätzen oder im Bau von infizierten Füchsen aufhalten», sagt der Amtsleiter. Nebst den Füchsen sind auch andere Wildtiere gefährdet. Auch Luchse, Wildschweine oder Wölfe könnten mit unterschiedlichen Arten von Grabmilben befallen werden.

Auch Menschen und Hunde sind betroffen

«Beim Menschen löst die Räudemilbe einen sehr starken Juckreiz aus», sagt Kistler. Doch die Hautveränderungen seien weniger ausgeprägt als bei Tieren. Der Juckreiz lasse sich durch einen Arzt behandeln. Die Rötung dehne sich meistens nicht aus und heile spontan ab. «Häufig erkranken auch Hunde an der Fuchsräude», ergänzt Kistler. Mit einem Gang zum Tierarzt lasse sich die Krankheit heilen. Die Fuchsräude ist in der ganzen Ostschweiz präsent. In der Region See-Gaster scheint es momentan eine Häufung zu geben.

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