Glosse

Vorerst gibt’s einen Kobold

Südsicht auf die Sirnacher Muschelfee und die Gleichberechtigung unter Fabelwesen.

Roman Scherrer
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Joy Kayser ist die neue Muschelfee. Ihre Figur verleiht dem närrischen Treiben in Sirnach das gewisse Etwas. (Bild: Christoph Heer)

Joy Kayser ist die neue Muschelfee. Ihre Figur verleiht dem närrischen Treiben in Sirnach das gewisse Etwas. (Bild: Christoph Heer)

Sie heissen Livia, Nathalie oder Joy. Die Muschelfeen sind ein Grund, weshalb die Sirnacher Fasnacht Jahr für Jahr die beste ist. Oder die Organisatoren das zumindest behaupten. Klar haben die Sirnacher auch einen grossen Umzug. Der machte zuletzt jedoch weniger von sich reden als der Aadorfer. Dafür waren Nazis statt Narren verantwortlich. Aus dem Toggenburg. Die können aber eigentlich besser Heimatliebe-Konzerte organisieren als Fasnachtswagen basteln.

Roman Scherrer

Roman Scherrer

Zurück zu den Livias, Nathalies und Joys. Die Figur der Muschelfee verleiht dem närrischen Treiben in Sirnach das gewisse Etwas. Da stellt sich die Frage: Könnte andernorts im Hinterthurgau eine ähnliche Figur für eine weitere beste Fasnacht sorgen?

Weil die Muschelfee dem Sirnacher Wappen entsprungen ist, braucht’s zur Beantwortung eine kleine Heraldik-Reise durch den Bezirk. Das Fazit fällt ernüchternd aus: wegen einer Lindenzweig-Königin nach Eschlikon oder wegen einer Kissen-Hexe nach Bettwiesen an die Fasnacht? Am ehesten könnte man einen der Fischinger Fische halbieren und eine Meerjungfrau kreieren.

Aber es muss ja nicht immer nur eine weibliche Figur sein. Wir fordern deshalb – wie schon des Öfteren an dieser Stelle – Gendergerechtigkeit. Und damit ein männliches Pendant zur Muschelfee. Nur sind Feen meist weiblich. Die Fabelwesen haben es halt auch nicht so mit der Gleichberechtigung. Also gibt’s vorerst nur einen Muschelkobold.

Glosse

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Olaf Kühne