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Vorbereitungen für Köhlerfest 2020 in Sirnach laufen auf Hochtouren: Mit einem Meiler die Grenzen aufbrechen

Das Köhlerfest bei Sirnach findet erst in einem Jahr statt. Die Vorbereitungen laufen aber bereits jetzt auf Hochtouren.
Lara Wüest
Förster Claude Engeler mit einem Stück Kohle in der Hand @ Urs Bucher/Tagblatt

Förster Claude Engeler mit einem Stück Kohle in der Hand @ Urs Bucher/Tagblatt

Die Idee, dass er beim Aussichtsturm Hochwacht über Sirnach ein Köhlerfest veranstalten könnte, kam Claude Engeler vor drei Jahren. Engeler ist Revierförster des Forstreviers Sirnach. Vor drei Jahren wurde sein Revier erweitert, die Hochwacht zählte fortan zu seinem Gebiet. «Eines Morgens, in einem gefühlvollen Moment, wurde mir auf einem meiner Rundgänge die besondere Aura des Ortes bewusst», sagt er.

Mit der besonderen Aura meint der Förster, dass sich dort bei der Hochwacht die Grenzen von vier Regionen treffen: Wil, Fürstenland, Toggenburg und Hinterthurgau. Vier Regionen, die nach Engelers Auffassung zu wenig miteinander zu tun haben. Mit einem Volksfest möchten er und das Forstrevier Sirnach das nun ändern. Und obwohl das Fest erst im nächsten Juni stattfindet, hat der Revierförster schon jetzt alle Hände voll zu tun.

«Ein perfektes Fest vor 20 Jahren»

Das Köhlerfest ist bereits das zweite, welches in der Region gefeiert wird. Seit dem ersten ist jedoch so viel Zeit vergangen, dass sich jüngere Semester wohl kaum daran erinnern – 20 Jahre sind es her. Wenn Claude Engeler davon erzählt, klingt es allerdings, als wäre es kürzlich gewesen.

Auch damals zog er im Hintergrund die Fäden für die Feier. «Meine Vision und das Programm stimmten völlig überein», erinnert er sich, «es war perfekt.» So perfekt, dass Engeler sich danach sagte, «nie mehr!». Ein zweites Köhlerfest, war er sicher, würde nur in einer Enttäuschung enden.

Und nun laufen die Vorbereitungen für das nächste Fest auf Hochtouren. Die Bedenken, dass das Fest eine Enttäuschung werden könnte, sind vergessen. Eine neue Vision fliesst wie Strom durch Engelers Adern: Möglichst die ganze Bevölkerung möchten er und das Forstrevier mit seinen 400 Waldbesitzern willkommen heissen. «Es wird ein einmaliges Volksfest», ist sich der Förster sicher. Und ein so grosses Fest muss gut organisiert sein.

400 freiwillige Helfer rekrutiert

Zum einen musste Claude Engeler freiwillige Helfer engagieren. «Das letzte Fest konnten wir allein mit der Hilfe der Waldbesitzer bewältigen. Doch dieses Mal braucht es mehr anpackende Hände», sagt er. Entsprechend der Grösse des Anlasses ist auch die Anzahl Helfer gross: 400 Leute werden benötigt.

Eine weitere Herausforderung war: Wie erfährt die Bevölkerung im Fürstenland von dem Anlass. «Im Hinterthurgau bin ich gut vernetzt», sagt Engeler. Doch im Fürstenland habe er fast keine Kontakte gehabt. Das änderte sich allerdings, als der Verein Regio Wil seine Unterstützung zusicherte.

«Nun sind sämtliche Gemeinden, die dem Verein angehören, informiert und einige auch involviert.»

Das Interesse der Bevölkerung am Fest scheint bereits jetzt gross zu sein. «Es haben schon zahlreiche Firmen ein Datum gebucht, an dem sie einen Apéro oder Teamanlass durchführen möchten», so der Revierförster. Zudem plant die Schulgemeinde Sirnach, ihren Schulabschluss im nächsten Jahr auf dem Festgelände zu feiern. 1500 Personen werden dann beim Aussichtsturm Hochwacht zusammentreffen. «Das zu organisieren, ist nun die nächste Herausforderung», sagt Engeler. Derzeit stellt die Schule, gemeinsam mit dem Köhlerteam, ein Organisationskomitee zusammen.

Entschleunigung trotz vieler Leute

Schulklassen, Vereine und Familien sollen im nächsten Juni also spannende Stunden bei der Hochwacht verbringen. Und Firmen und Behörden eine Plattform zur Verfügung haben, um Kontakte zu knüpfen und Gedanken auszutauschen. Doch trotz des breiten Programms und der vielen Leute betont Engeler immer wieder:

«Beim Köhlerfest geht es um Entschleunigung. Die Leute werden in der digitalen Welt bereits genug gefordert. Am Fest sollen sie sich entspannen und in eine andere Welt eintauchen können.»

Nicht zuletzt geht es dem Förster aber auch um das Köhlern. «Die Menschen sollen das Köhlerhandwerk kennen lernen.» Mit einer Köhleraktie können sich Besucher am Kohlenmeiler beteiligen. Die Dividende, die sie erhalten: sechs Kilogramm Holzkohle. Mit dem Erlös des Festes sollen gemeinnützige Projekte in der Region unterstützt werden.

Köhlerfest: 12. bis 28. Juni 2020; weitere Informationen finden sich auf: koehlerfest-hochwacht.ch

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