Vor dem Weltspieltag
«Gluschtig» machen und Gegentrend setzen: Stadt Frauenfeld animiert Kinder und Familien zum Spielen

Die Mäusefamilie erobert die Stadt: Mit einem neuen Stadtplan für Kinder und Familien sowie 16 kreativen Spielstationen läutet die Stadt bis Ende Mai den internationalen Weltspieltag ein.

Samuel Koch
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Vanessa Huber, Projektleiterin Stadtplan, und Sereina Bonde, Bereichsleiterin bei der städtischen Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi, duellieren sich im Stadt-Memory.

Vanessa Huber, Projektleiterin Stadtplan, und Sereina Bonde, Bereichsleiterin bei der städtischen Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi, duellieren sich im Stadt-Memory.

Bild: Tobias Garcia

«Willkommen im Klub.» Diese humorvolle Reaktion von Stadträtin Barbara Dätwyler Weber zeigt, was Spielen ebenso ausmacht. Denn ein Memory ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. «Beim Spielen lernt man sehr viel», sagt Sereina Bonde, Bereichsleiterin bei der städtischen Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi. Und Kinder lernen, dass sie beim Gedächtnisspiel durchaus besser sein können als Erwachsene, was Dätwyler Weber aus eigener Erfahrung vom Spielen mit ihren eigenen Kindern berichten kann.

Die Departementsvorsteherin für Gesellschaft und Soziales hat am Dienstagmorgen im Murg-Auen-Park mit ihrem Team vom Amt für Gesellschaft und Integration zwei Aktionen vorgestellt, die Frauenfelder Kinder und Familien zum Spielen anregen sollen. Sie sagt:

«Es geht ums Spielen, gerade auch für Kinder und Jugendliche, die während der Pandemie besonders gelitten haben.»
Barbara Dätwyler Weber, Stadträtin und Departementsvorsteherin für Gesellschaft und Soziales.

Barbara Dätwyler Weber, Stadträtin und Departementsvorsteherin für Gesellschaft und Soziales.

Bild: Tobias Garcia

Mit einem neu illustrierten Stadtplan und 16 in Eigenarbeit entworfenen Spielen an fünf öffentlichen Plätzen in Frauenfeld will die Stadt Frauenfeld einen Gegentrend zu den pandemiebedingten Auswirkungen setzen. Im Murg-Auen-Park lässt sich ab Mittwoch nebst dem Stadt-Memory mit Frauenfelder Sujets auch Cornhole, «Schiffe versenken» oder «Shut the box» spielen.

Markus Kutter, Leiter Amt für Gesellschaft und Integration, sowie Stadträtin Barbara Dätwyler Weber, Departementsvorsteherin Gesellschaft und Soziales, würfeln gemeinsam bei «Shut the box».

Markus Kutter, Leiter Amt für Gesellschaft und Integration, sowie Stadträtin Barbara Dätwyler Weber, Departementsvorsteherin Gesellschaft und Soziales, würfeln gemeinsam bei «Shut the box».

Bild: Tobias Garcia

Letzteres probieren Stadträtin Barbara Dätwyler sowie Markus Kutter, Leiter Amt für Gesellschaft und Integration, aus. Zu allen Spielen gibt's vor Ort eine Spielanleitung oder bei komplizierteren Spielen via einen QR-Code sogar passende Erklärvideos dazu.

Erklärvideo zum Spiel «Shut the Box».

Video: Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi

Die Spiele, die das Team der Kinder- und Jugendanimation 20gi unter der Federführung von Manuel Schulz zunächst in kreativen Sitzungen entwarf und später in Handarbeit fertigte, stehen bis am 30. Mai allen Interessieren von Jung bis Alt gratis zur Verfügung. Bonde sagt:

«Die Spiele bieten eine gute Gelegenheit für eine gute Zeit, um einfach einmal abzuschalten und zusammen ein Spiel zu geniessen.»
Sereina Bonde, Bereichsleiterin bei der städtischen Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi.

Sereina Bonde, Bereichsleiterin bei der städtischen Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi.

Bild: Tobias Garcia

Umso wichtiger sind die erschaffenen Spielstätten in der aktuellen Zeit, zumal die Pandemie weiterhin viele Freizeitaktivitäten einschränkt oder verunmöglicht. «Ausserdem stehen die Pfingstferien vor der Tür», sagt Stadträtin Dätwyler Weber.

Stadtmäuse erobern Frauenfeld

Als zweite Spielaktion hat die von der Unicef als kinderfreundliche Gemeinde zertifizierte Stadt einen neuen Stadtplan entworfen. Der Stadtplan als eine der Unicef-Massnahmen soll auf spielerische Art und Weise einen Überblick über die vielfältigen Freizeitangebote schaffen. «Die Stadtmäuse erobern Frauenfeld», sagt Projektleiterin Vanessa Huber. Ausserdem sind Spielplätze, Sportanlagen, Grillstellen oder auch Hinweise zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen. Illustriert hat den kindergerechten Stadtplan Vida Stalder aus Hauptwil-Gottshaus. Huber sagt:

«Sie hat alles liebevoll bis ins Detail gestaltet, der Stadtplan soll ‹gluschtig› machen.»
Vanessa Huber, Projektleiterin Stadtplan.

Vanessa Huber, Projektleiterin Stadtplan.

Bild: Tobias Garcia

Und irgendwo auf dem Stadtplan hat sich wie bei einem Wimmelbuch die Mäusefamilie versteckt. Bewusst sei keine App entstanden, sondern etwas Haptisches, das man in den Händen halten kann, erzählt Huber.

Bei der Umsetzung mitgeholfen haben Mitglieder des Kinderrates mit Ideen und Wünschen, aber auch Eltern. «Ich freue mich enorm, dass wir damit zur Belebung der Stadt beitragen», sagt Amtsleiter Markus Kutter. Insgesamt kosten die spielerischen Aktionen inklusive Zeitaufwand bei der Spielentwicklung 15'000 Franken, wobei sich die kantonale Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen mit einem Drittel beteiligt.

Die 16 entworfenen Spiele übrigens will die Stadt auch nach Ende Mai noch nutzen, sei es bei den diese Woche startenden Spielplatzanimationen oder Personalanlässen der Stadt. Kutter sagt:

Markus Kutter, Leiter Amt für Gesellschaft und Integration.

Markus Kutter, Leiter Amt für Gesellschaft und Integration.

Bild: Tobias Garcia
«Die Geräte sind keine Eintagsfliegen.»

Jetzt müsse bloss noch das Wetter mitspielen, das könne die Stadt halt nicht beeinflussen. Stadträtin Dätwyler Weber, Bonde und Huber halten dagegen, denn spielen könne man schliesslich auch bei Regen. Kutter bejaht und sagt: «Regen hält Kinder nicht vom Spielen ab. Ganz im Gegenteil.»

Vorbereitung auf Weltspieltag

Am Freitag, 28. Mai, ist internationaler Weltspieltag, der weltweit zu freiem Spielen im öffentlichen Raum einlädt. Vor über 20 Jahren in Tokyo ins Leben gerufen wird der Aktionstag mittlerweile in über 30 Ländern genutzt, um fürs Recht auf Freizeit und Spielen aufmerksam zu machen. Die Stadt Frauenfeld spielt dieses Jahr mit und organisiert vom 12. bis 30. Mai eine Spielaktion für Alt und Jung mit 16 verschiedenen Spielen an fünf Orten verteilt über das Stadtgebiet. (sko)