In 50 Jahren 15 Meter gewachsen: Aadorfer Tanne wird zum Weihnachtsbaum

Der Aadorfer Werkhof holte eine Tanne aus dem Quartier, um sie als Weihnachtsbaum aufzustellen.

Kurt Lichtensteiger
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Für das Fällen brauchte es Geschick.

Für das Fällen brauchte es Geschick.

Bild: Kurt Lichtensteiger

Das Fällen von mehr als 15 Meter hohen Tannen – ob in Wäldern oder inmitten bewohnter Häuser – ist beileibe kein Kinderspiel, wie sich im Quartier Leimacker anschaulich erweisen sollte. Es brauchte für die nicht ungefährliche Arbeit ein eingespieltes Team, das mit Hebekran, Greifer, Motorsäge und Axt umzugehen weiss.

Die Protagonisten der dreifachen Fällaktion, die Werkhof-Mitarbeiter Hans und Dominik Eichenberger sowie Ueli Weber und Tim Müller, entledigten sich der Aufgabe unter den Augen einiger Schaulustiger bravourös.

Auf dem Gemeindeplatz zur Schau gestellt

Nach kurzer Vorbereitungszeit wurden die Bäume mit einem Greifer angehoben, verladen und abtransportiert. Und darauf zur Schau gestellt auf dem Gemeindeplatz sowie bei der evangelischen und katholischen Kirche. Lichterbekränzt dürfen nun die Christbäume während rund sieben Wochen etwas Wärme in die Bevölkerung tragen. Dies wohltuend in einer unruhigen Zeit, geprägt von Unsicherheit und Hoffnung auf erneute Normalität.

Eine stattliche Höhe von gut 15 Metern hatte die Rottanne in den fast 50 Jahren erreicht. Als dekoratives Element war sie einst in unmittelbarer Nähe eines Hauseingangs gepflanzt worden. Der Schattenwurf, das Wurzelwerk und die Nadelplage nahmen immer grössere Ausmasse an, was zusehends lästiger wurde. Zudem kam die Einsicht, dass sich Tannen unter ihresgleichen wohler fühlen und deshalb grundsätzlich in den Wald gehören. Also musste sie weg. Was lag näher, als das Fällen dem Werkhof anzuvertrauen. An den Gemeindebetrieb sollen immer wieder entsprechende Anfragen gelangen. Und diese kommen ihr meist gelegen. Nach sorgfältiger Prüfung des Objekts wird jeweils entschieden. In diesem Fall positiv.

An die Leere muss man sich erst gewöhnen

Der Eingriff in die Natur weckte dann nach der anberaumten Fällaktion gemischte Gefühle. An die danach entstandene Leere musste man sich auch erst noch gewöhnen. Schliesslich überwog die Überzeugung, richtig entschieden zu haben, ergab sich doch eine Win-win-Situation, nämlich zu Gunsten von Auftraggeber und Empfänger. Der Letztere bedankte sich für den erwiesenen Dienst und verliess den Arbeitsort erst noch reinlicher, als er ihn angetreten hatte. Dass sich die gesamte Crew im «Grütli» mit einem «Handwerker-Znüni» noch wird stärken können, dürfte als Wertschätzung und Anerkennung zu werten sein.