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Von Tempo 50 auf Tempo 30: Berlingen tritt auf die Bremse

Die Gemeinde Berlingen plant auf einem Abschnitt auf der Seestrasse die Einführung von Tempo 30 – mit dem Segen des Kantons.
Rahel Haag
Die Seestrasse in Berlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Die Seestrasse in Berlingen. (Bild: Nana do Carmo)

Tempo 30 auf Hauptstrassen führt im Thurgau immer wieder zu Diskussionen. Die Hoheit darüber liegt beim Kanton, die Gemeinden sind nur Bittsteller. In Berlingen könnte der Wunsch nach einer Temporeduktion um 20 Kilometer pro Stunde aber bald erfüllt werden. Dabei geht es um einen Abschnitt auf der Seestrasse, von der Pfarrgasse bis zur Bahnhofstrasse.

«Es handelt sich um eine 30er-Strecke und nicht um eine Tempo-30-Zone»

Ueli Oswald, Gemeindepräsident. (Bild: Donato Caspari)

Ueli Oswald, Gemeindepräsident. (Bild: Donato Caspari)

stellt Gemeindepräsident Ueli Oswald klar. Der Unterschied: Im ersten Fall werden lediglich Tafeln aufgestellt, während bei einer Tempo-30-Zone bauliche Massnahmen nötig sind, beispielsweise die Einführung von Rechtsvortritt. Das werde es in Berlingen nicht geben. «Wir wollen nur Tafeln aufstellen», sagt er, «sonst ändert sich nichts.»

Durchgehend Tempo 30 statt einen Tafelsalat

Der Prozess in der Gemeinde am Untersee läuft bereits seit rund einem Jahr und wurde von Oswalds Vorgängerin Annemarie Moret angestossen. Zur gleichen Zeit waren auch in der Nachbargemeinde Steckborn Diskussionen über eine Temporeduktion auf der Seestrasse aufgekommen.

Die Gemeinde Berlingen habe dann ein Gutachten in Auftrag gegeben. Daraus resultierte der Vorschlag, auf einem Teil der Strecke Tempo 30 und dem anderen Tempo40 einzuführen. Oswald sagt:

«Daraufhin hat uns der Kanton empfohlen, auf der gesamten Strecke Tempo 30 einzuführen, um einen Tafelsalat zu vermeiden.»

Dementsprechend sei das Gutachten überarbeitet und nochmals beim Kanton eingereicht worden. «Jetzt warten wir auf eine Rückmeldung», sagt Oswald. Die erwarte er bis Ende Oktober oder Anfang November.

In einem nächsten Schritt wird das Gesuch auf der Gemeindekanzlei öffentlich aufgelegt. «Das wird noch in diesem Jahr gemacht», sagt Oswald. Zeitlich habe er «dynamische Vorstellungen»: Anfang 2020 soll die Signalisation umgesetzt werden.

Er rechne nicht damit, dass es während der öffentlichen Auflage grossen Widerstand geben werde.

«Jene, die in diesem Bereich an der Seestrasse wohnen, sind begeistert von der Temporeduktion.»

Einerseits würde dadurch der Lärm verringert, der in diesem Bereich tatsächlich eine Belästigung darstelle. Andererseits würden die Erschütterungen abnehmen, die vor allem von Lastwagen verursacht werden. Das schone die Liegenschaften, die teilweise sehr nah an der Strasse stünden.

Temporeduktion kann auch eine Einschränkung sein

Es gebe aber auch andere Stimmen im Dorf. «Klar, Tempo 30 ist halt langsam», sagt Oswald. Gerade abends, wenn nur wenig Verkehr ist, könne das als Einschränkung empfunden werden. «Ich bin ja selber ein liberal denkender Mensch», sagt der FDP-Politiker, «aber manchmal braucht es eben trotzdem eine Regelung.»

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